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Lungenkrebs (Lungenkarzinom, Bronchialkarzinom)

Veröffentlicht von: Till von Bracht (13. März 2017)

© iStock

Als Lungenkrebs bezeichnet man einen bösartigen Tumor, der aus den Schleimhautzellen der Bronchien oder den Zellen des Lungengewebes entstanden ist. Mediziner nennen einen solchen Krebs auch Lungenkarzinom oder Bronchialkarzinom. Hauptursache Nummer eins ist mit Abstand das Rauchen

Lungenkrebs tritt überwiegend zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr auf. Das mittlere Erkrankungsalter, in dem die Diagnose gestellt wird, liegt allerdings erst bei 69 Jahren. 

Das Tückische an Lungenkrebs ist, dass es zu Beginn wenig typische Anzeichen und Symptome gibt. Deshalb bleibt er oft so lange unentdeckt. Häufig entdecken Ärzte Lungenkrebs eher zufällig bei einer Röntgenuntersuchung der Lunge – etwa, weil der Betroffene unter chronischem Husten, Kurzatmigkeit oder Atemnot leidet.

Weitere Symptome von Lungenkrebs sind zum Beispiel

Gerade Raucher sollten bei diesen Anzeichen umgehend ihren Hausarzt aufsuchen. Er überweist den Patienten bei Verdacht auf Lungenkrebs dann zu einem Facharzt für Lungenerkrankungen – einem Pneumologen. Denn grundsätzlich gilt: Je früher Lungenkrebs behandelt wird, desto höher sind die Heilungschancen. 

Je nachdem, wie groß der Tumor ist und wie weit er sich bereits ausgebreitet hat, teilt man Lungenkrebs in vier verschiedene Stadien ein.

  • Im Stadium I ist das Lungenkarzinom noch relativ klein und hat weder benachbarte Lymphknoten noch andere Organe befallen. Hier können die meisten Betroffenen durch eine Operation oder gegebenenfalls durch eine punktgenaue Bestrahlung geheilt werden. 
  • Im Stadium IV – manchmal ist hier umgangssprachlich auch von "Endstadium" die Rede – hat der Lungenkrebs Metastasen gebildet. Mit anderen Worten: Krebszellen haben sich vom Ursprungstumor in der Lunge gelöst und Tochtergeschwülste entwickelt, zum Beispiel in der Leber, Nebennieren oder in dem anderen Lungenflügel. 

Lungenkrebs im Stadium IV gilt als nicht heilbar! Es gibt in der Praxis nur sehr wenige Fälle, in denen ein Patient in diesem Stadium noch geheilt werden konnte. Generell ist die Lebenserwartung also eher gering: Schätzungen zufolge überlebt nur einer von 100 Menschen mit Lungenkrebs im Stadium IV die nächsten fünf Jahre. 

Wie entsteht Lungenkrebs? Unser Video veranschaulicht es Ihnen.

Wie entsteht Lungenkrebs?
Bei Krebs entarten bestimmte Zellen des Körpers und vermehren sich unkontrolliert. Sie bilden eine Geschwulst, die – wenn sie sich in der Lunge befindet – als bösartiger Lungentumor bezeichnet wird. Bei Lungenkrebs geht die Zellveränderung hauptsächlich von den Schleimhautzellen der Bronchien aus.

Fachleute gehen davon aus, dass bei der Entstehung von Lungenkrebs viele verschiedene Einflüsse zusammenwirken. In erster Linie sind dies schädigende Substanzen, die mit der Atemluft in die Lunge gelangen. Sie tragen entscheidend dazu bei, dass sich die Schleimhautzellen der Bronchien oder Zellen des Lungengewebes nach und nach in Krebszellen umwandeln.

An oberster Stelle steht hier mit Abstand das Rauchen! An Lungenkrebs erkranken jährlich in Deutschland rund 50.000 Menschen. Ungefähr 90 Prozent der Betroffenen sind oder waren Raucher. Das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, ist bei männlichen Rauchern 24-mal höher als bei Männern, die nie geraucht haben.

Dabei gilt: Je mehr Zigaretten Sie in Ihrem Leben geraucht haben, desto höher ist Ihr Lungenkrebs-Risiko. 

Mediziner unterscheiden grob zwei Arten von Lungenkrebs:

  • Das kleinzellige (SCLC: small cell lung cancer) und
  • das nicht-kleinzellige (NSCLC: non small cell lung cancer) Bronchialkarzinom.

Diese Unterteilung richtet sich nach dem Erscheinungsbild des Tumorgewebes unter dem Mikroskop. Die Tumorart ist wichtig für die Wahl der Therapieverfahren.

Die meisten Menschen mit Lungenkrebs (etwa 80 Prozent) leiden unter einem nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom. Wie der Name schon sagt, besteht der nicht-kleinzellige Lungenkrebs bei mikroskopischer Betrachtung aus größeren Zellen. Diese Tumoren wachsen relativ langsam und überwiegend in begrenzten Bereichen der Lunge. Sie bilden langsamer Metastasen. Daher lassen sich nicht-kleinzellige Bronchialkarzinome im Anfangsstadium oft operativ entfernen. 

Bei etwa jedem Fünften mit Lungenkrebs liegt ein kleinzelliges Bronchialkarzinom vor. Der kleinzellige Lungenkrebs ist aggressiver: Er wächst besonders schnell und breitet sich schon frühzeitig mit Metastasen in andere Organe aus. Daher ist die Lebenserwartung der Betroffenen eher gering. Die besten Überlebensaussichten bestehen, wenn Ärzte mehrere Therapien miteinander kombinieren – etwa Chemotherapie plus Strahlentherapie oder Operation.

Die Prognose ist bei Lungenkrebs insgesamt ungünstig. Die Lebenserwartung hängt bei einem Lungenkarzinom vor allem von der Art des Tumors (kleinzelliges oder nicht-kleinzelliges Bronchialkarzinom) und dem Stadium ab. Bei frühen Stadien und besonders dann, wenn der Lungentumor vollständig entfernt wurde, überlebt die Mehrzahl der Betroffenen die ersten fünf Jahre nach der Diagnose.

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Damit es gar nicht erst so weit kommt, sollte man versuchen, Risikofaktoren so gut es geht zu vermeiden. Rauchen ist die häufigste Ursache von Lungenkrebs – er lässt sich deshalb am effektivsten durch Nichtrauchen vorbeugen.

Auch in fortgeschrittenem Alter und nach vielen Jahren des Rauchens lohnt sich das Aufhören noch. Nicht zuletzt wirkt sich der Rauchstopp auch positiv auf das Herz-Kreislauf-System aus und senkt das Risiko für viele andere Krebsarten.

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