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Lungenemphysem – wenn die Lunge aufgebläht ist

Veröffentlicht von: Till von Bracht (22. August 2016)

© iStock

Bei einem Lungenemphysem handelt es sich um eine chronische Krankheit, bei der sich die Lunge mit Luft "aufbläht". Diese Lungenüberblähung entsteht, wenn die feinsten Ästchen der Bronchiolen instabil werden und beim Ausatmen in sich zusammenfallen. Die eingeatmete Luft bleibt dadurch in den Lungenbläschen (sog. Alveolen) am äußersten Ende der Bronchiolen gefangen.

Nach und nach blähen sich die vielen kleinen Lungenbläschen aufgrund der zurückbleibenden Luft immer weiter auf, bis die Trennwände irgendwann zerreißen. Die Folge: Die kleinen elastischen Alveolen "verschmelzen" zu größeren Blasen, wodurch der Gasaustausch in der Lunge und somit auch die Atmung gestört sind – vor allem das Ausatmen fällt Patienten mit einem Lungenemphysem schwer.

Anfangs kommt es nur unter körperlicher Belastung zu Atemproblemen, im weiteren Krankheitsverlauf auch in Ruhe. Leiden die Betroffenen neben dem Lungenemphysem zusätzlich unter einer Bronchitis (was häufig der Fall ist), zählen auch Husten und Auswurf zu den typischen Symptomen.

Die Enstehung eines Lungenemphysems wird durch verschiedene Faktoren begünstigt – als mögliche Auslöser spielen vor allem

  • Rauchen
  • genetische Veranlagerung
  • und chronische Entzündungen

eine wesentliche Rolle.

Ein grafische Darstellung eines Lungenemphysems und gesunder Alveolen. © iStock

Bei einem Lungenemphysem staut sich in kleinen Lungenbläschen (Alveolen) die Atemluft, bis sie irgendwann "zerplatzen" und zu größeren Blasen "verschmelzen".

Die mit Abstand häufigste Ursache für ein Lungenemphysem ist das Rauchen – insbesondere dann, wenn die Krankheit (zusammen mit der chronisch obstruktiven Bronchitis) im Rahmen der sogenannten COPD auftritt. Die Bezeichnung COPD dient als Sammelbegriff für verschiedene chronische Atemwegserkrankungen, die eins gemeinsam haben: Die Atemwege sind entzündet und dauerhaft verengt.

Daneben gibt es bestimmte angeborene Eigenschaften, die zusätzlich dafür verantwortlich sind, dass manche Menschen leichter an einem Lungenemphysem erkranken als andere: Es handelt sich dabei um einen angeborenen Enzymmangel – dem Alpha-1-Proteinase-Inhibitor-Mangel (auch Alpha-1-Antitrypsin-Mangel genannt).

In seltenen Fällen stecken berufsbedingte Ursachen hinter einem Lungenemphysem – zum Beispiel wenn die Betroffenen über längere Zeit

  • Staub,
  • bestimmten chemischen Substanzen oder
  • einem hohen Druck

ausgesetzt sind.

Zumindest bei Stäuben und chemischen Substanzen haben Betroffene zunächst eine chronische Bronchitis, bevor ein Lungenemphysem entsteht. Diese tritt auf, weil die Lunge auf Reize wie Chemikalien oder Fremdkörper empfindlich reagiert. Auch ein zu hoher Druck belastet den Körper und die Lunge. Die Lungenbläschen (Alveolen) dehnen sich aus bis sie irgendwann platzen – so entsteht ein Lungenemphysem.

Erfahren Sie im Video, wie ein Lungenemphysem entsteht, wie es sich bemerkbar macht und welche Ursachen dafür infrage kommen!

Wer häufiger unter Atemnot leidet, sollte unbedingt einen Arzt aufsuchen. Der Arzt kann ein Lungenemphysem feststellen, indem er den Betroffenen zu seinen Beschwerden befragt und verschiedene Tests durchführt – wie zum Beispiel

Ein Lungenempysem ist nicht heilbar – einmal zerstörte Alveolen können sich nicht wieder regenerieren! Die Behandlung zielt darauf ab, das Fortschreiten der Erkrankung zu verzögern.

Voraussagen über die Lebenserwartung bei Patienten mit einem Lungenemphysem sind schwierig, da die Krankheit von Person zu Person unterschiedlich verläuft und nicht allein vom Schweregrad der Erkrankung abhängt. Rein statistisch gesehen haben Betroffene, die weiterhin rauchen, eine mittlere Lebenserwartung von 48 Jahren – Nichtraucher mit einem Lungenemphysem werden im Schnitt 67 Jahre alt. 

Generell gilt jedoch: Eine konsequente Behandlung und der Verzicht aufs Rauchen kann die Lebensqualität und die Lebenserwartung der Betroffenen erhöhen. 

Damit es gar nicht erst so weit kommt, ist es empfehlenswert, so gut es geht Infektionen der Atemwege vorzubeugen – etwa mithilfe der Grippeschutzimpfung oder der Pneumokokken-Impfung. Außerdem sollten Sie natürlich aufs Rauchen verzichten!

Ich habe am folgenden Tag mit dem Rauchen aufgehört



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