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Lungenembolie: Gefäßverschluss in der Lunge

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (08. April 2015)

© Jupiterimages/Ingram Publishing

Eine Lungenembolie entsteht, wenn sich ein Blutgerinnsel von einer Gefäßwand im Körper löst, über die Blutbahnen und das Herz in die Lunge "wandert" und dort ein Gefäß teilweise und vollständig verschließt.  

In 90 Prozent der Fälle stammt dieses Blutgerinnsel aus einer Vene des Beckens oder eines Beins. Nur selten entsteht eine Lungenembolie durch Gewebeteile (z.B. Teile eines Tumors), Fruchtwasser, Luftblasen oder Fetttröpfchen, die ebenfalls über die Blutbahnen in die Lunge einwandern und dort ein Gefäß "verstopfen". 

Eine Lungenembolie kann ganz unterschiedliche Symptome verursachen – es gibt nicht "das eine" Symptom, das eindeutig auf eine Lungenembolie hinweist. Die genauen Beschwerden hängen zum einen davon ab, wie groß das eingeschwemmte Gerinnsel ist und zum anderen, welche Gefäße der Lunge es verschließt.

Die Beschwerden treten einzeln oder kombiniert auf, typisch sind:

Häufig wiederholen sich diese Symptome, da eine Lungenembolie oft in Schüben auftritt. 

Je nach Größe des verschlossenen Gefäßes kann eine Lungenembolie ohne Symptome (bei sehr kleinen Gefäßen), mit deutlichen Beschwerden oder sogar tödlich verlaufen. Bei einer größeren Lungenembolie setzen die Symptome schlagartig ein und der Betroffene fühlt sich plötzlich krank.

In den meisten Fällen entsteht eine Lungenembolie durch eine Becken- oder Beinvenenthrombose. © iStock

In den meisten Fällen entsteht eine Lungenembolie durch eine Becken- oder Beinvenenthrombose.

Lungenembolie: Was ist das?

Bei einer Lungenembolie ist ein Blutgefäß der Lunge teilweise oder vollständig verstopft – in der Regel durch ein Blutgerinnsel (Thrombus) in einer Becken- oder Beinvene, das sich gelöst hat und über den Blutkreislauf in die Lunge gelangt ist.

Die Folge: Der Teil der Lunge hinter dem "Gefäßpfropf" (Embolus) wird nicht mehr oder nur noch unzureichend durchblutet. Um den Lungenkreislauf aufrecht zu erhalten, muss die rechte Herzkammer stärker gegen die Verstopfung anpumpen – der Druck in den Lungengefäßen steigt. 

Ist das Lungengefäß vollständig verschlossen, spricht man nicht mehr von Lungenembolie, sondern von einem sogenannten Lungeninfarkt.

Da bei einer Lungenembolie die Symptome vielfach flüchtig und nicht eindeutig sind, fällt es mitunter schwer, schnell die richtige Diagnose zu stellen. Besonders bei bettlägerigen Menschen können Anzeichen für eine Thrombose fehlen. 

Es gibt einige Faktoren, die das Risiko einer Lungenembolie erhöhen: 

  • Längere Bettruhe oder Bettlägerigkeit,
  • gewisse Operationen,
  • schwere Verletzungen,
  • Krebserkrankungen
  • und ein hohes Lebensalter

zum Beispiel begünstigen, dass ein Blutgerinnsel (Thrombus) entsteht, das bis in die Lungenarterien geschwemmt werden kann. Daher gilt: Ein hohes Risiko für eine Thrombose geht auch häufig mit einem erhöhten Risiko für eine Lungenembolie einher. 

Eine Lungenembolie während der Schwangerschaft oder im Wochenbett stellt ein großes Risiko für die Mutter dar. Komplikationen lassen sich verhindern, indem der Frauenarzt jeden Hinweis auf eine Thrombose oder Lungenembolie sehr ernst nimmt und sich eine umfassende Diagnostik und rasche Therapie anschließt. 

Lungenembolie: Video

Besteht der Verdacht auf eine Lungenembolie, gilt es, diesem umgehend nachzugehen. Denn nur eine zeitnahe Diagnose und eine umgehend eingeleitete Therapie verbessern die Aussichten auf einen weniger schweren Verlauf der Erkrankung.

Bei einer Lungenembolie hängt die Therapie vom Schweregrad der Erkrankung ab. Oberstes Ziel der Behandlung: zu verhindern, dass eine weitere Embolie auftritt. Medikamente mit dem Wirkstoff Heparin (ein Gerinnungshemmer) verhindern, dass sich das Blutgerinnsel in den Becken- oder Beinvenen vergrößert und sich nicht erneut Teile des Blutgerinnsels lösen und weitere Embolien verursachen. Diese Art der Vorbeugung bezeichnen Mediziner als Rezidivprophylaxe.

Bei schweren Lungenembolien kommen zusätzlich Medikamente zum Einsatz, die den Verschluss in der Lunge auflösen und somit dafür sorgen, dass das Blut in dem Gefäß wieder unbehindert fließen kann (sog. Lyse-Therapie). Da Heparin nur gespritzt werden kann, bekommen Betroffene im weiteren Verlauf der Behandlung ein anderes blutverdünnendes Mittel, welches das Heparin ablöst – den Wirkstoff Phenprocoumon aus der Gruppe der Vitamin-K-Antagonisten (Gegenspieler des Vitamin K). Diese sogenannte Cumarintherapie erfolgt in Form von Tabletten (sog. orale Antikoagulation).

Wichtigste Maßnahme, um einer Lungenembolie vorzubeugen, ist eine wirksame Thromboseprophylaxe. Dazu gehört unter anderem,

  • die Einnahme von Medikamenten,
  • dass sich der Patient mit Hilfe seines Physiotherapeuten nach Operationen oder längerer Zeit der Bettlägerigkeit wieder bewegt und
  • das Tragen von Thromboseprophylaxestrümpfen


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