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Lippenherpes (Herpes labialis)

Veröffentlicht von: Astrid Clasen (19. Mai 2015)

© Jupiterimages/iStockphoto

Lippenherpes (Herpes labialis) ist die bekannteste Form von Herpes. Er entsteht durch eine Infektion mit bestimmten Herpesviren der Art Herpes simplex. Herpes-simplex-Infektionen zählen zu den häufigsten Infektionskrankheiten der Haut.

Herpes-simplex-Viren sind weltweit verbreitet; es gibt acht verschiedene Typen. Für den Lippenherpes ist vorwiegend das Herpes-simplex-Virus vom Typ 1 (bzw. HSV-1) verantwortlich: Etwa 85 Prozent der Weltbevölkerung sind mit Herpes simplex Typ 1 infiziert und bekommen Herpes labialis.

Die Ansteckung mit HSV-1 geschieht meistens bereits im Kindesalter durch eine Mutter-zu-Kind-Übertragung. Nach der Erstinfektion bleiben die Erreger des Lippenherpes auf Dauer im Körper. sodass die Infektion wiederholt ausbrechen kann: Bei rund einem Drittel der Infizierten entwickelt sich immer mal wieder ein Herpes labialis.

Der Lippenherpes bricht aus, sobald das Immunsystem der Betroffenen geschwächt ist. Dann reaktiviert sich die Virus-DNA – und in den infizierten Zellen entstehen zahlreiche neue Herpesviren: Es entsteht eine Zweitinfektion (Sekundärinfektion), die sich als Herpes labialis zeigt.

Für den Ausbruch des Lippenherpes kommen zum Beispiel folgende Ursachen infrage:

Der Lippenherpes kündigt sich an, indem die betroffene Hautstelle spannt, gereizt ist und juckt. Nachfolgend entstehen die für Herpes an der Lippe typischen sichtbaren Herpesbläschen: Dies sind entzündete, oft schmerzhafte Bläschen mit eitrigen, verkrusteten Belägen im Lippenbereich. Damit verursacht der Herpes labialis ähnliche Symptome wie der Genitalherpes (Herpes genitalis).

Video: Herpes

Was hilft gegen Herpes an der Lippe?
Gegen Herpes an der Lippe kann eine Creme oder Salbe mit virenhemmender Wirkung helfen: Ein wirksames Mittel gegen Herpes ist beispielsweise Aciclovir. Auch ein auf die Lippenbläschen aufgebrachtes Herpes-Pflaster kann die Beschwerden lindern und zudem das Ansteckungsrisiko verringern. Oft verschwindet der Herpes labialis aber ohne Behandlung.

Nur selten kommt es beim Lippenherpes zu Komplikationen wie einer Augenbeteiligung mit Hornhautentzündung. Stecken die Herpes-Erreger ein Baby an, verläuft die Infektion jedoch meist schwerwiegender: Dann kann sich neben Herpes an Lippe und Mund auch eine Infektion an den Augen und eine auf den Körper übergreifende Infektion mit Beteiligung verschiedener Organe (z.B. Lunge, Gehirn, Leber, Nieren) oder eine Gehirnentzündung (Enzephalitis) entwickeln. Daher ist es bei Herpes labialis in der Schwangerschaft und bei Säuglingen besonders wichtig, einer Ansteckung vorzubeugen.



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