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Leukämie (Blutkrebs)

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (21. April 2015)

Als Leukämie (Blutkrebs) bezeichnet man eine Gruppe von Krebserkrankungen des blutbildenden Systems – genauer gesagt handelt es sich bei einer Leukämie um eine bösartige Erkrankung des Knochenmarks.

Bei einer Leukämie entstehen im Knochenmark zu viele, meist unreife und nicht funktionsfähige weiße Blutkörperchen (Leukozyten), die die gesunden weißen sowie roten Blutkörperchen verdrängen – dadurch leitet sich der Begriff Leukämie (= "weißes Blut") ab.

Umgangssprachlich wird Leukämie deshalb häufig auch als "Blutkrebs" bezeichnet.

Eine Leukämie kann mit verschiedenen Beschwerden einhergehen – typische Symptome sind unter anderem:

Leukämie tritt im Vergleich zu anderen Krebsarten wie Brustkrebs, Prostatakrebs oder Darmkrebs relativ selten auf. Dank moderner Therapieverfahren lässt sich eine Leukämie in vielen Fällen heilen.

Bei einer Leukämie sind die im Rückenmark entstandenen weißen Blutzellen unreif und nicht funktionstüchtig. Dies stört die normale Blutbildung und führt zu einem Mangel an reifen und gesunden Leukozyten, roten Blutkörperchen (Erythrozyten) und Blutplättchen (Thrombozyten).

Eine Leukämie kann der Arzt meist schon durch eine Blutuntersuchung feststellen. Zur genaueren Einordung, welche Form der Leukämie vorliegt, ist meist die Entnahme einer Knochenmarkprobe (Knochenmarkbiopsie) notwendig.

Grundsätzlich unterscheidet man bei der Leukämie (Blutkrebs) vier Formen:

  • akute lymphatische Leukämie (ALL): Sie tritt am häufigsten bei Kindern bis fünf Jahre auf; selten sind auch Erwachsene davon betroffen. Symptome sind vergrößerte Lymphknoten, Blutungen sowie auffallend häufige Infekte. Die ALL befällt im Verlauf in manchen Fällen auch das Gehirn und die Hirnhäute (Meningen), deshalb können neurologische Symptome wie Lähmungen vorkommen. Als Therapie ist eine Chemotherapie geeignet – in manchen Fällen kombiniert mit einer Bestrahlung. Die Prognose hängt von verschiedenen Faktoren ab und ist bei Kindern günstiger als bei Erwachsenen. Fünf Jahre nach der Therapie leben noch etwa 80 Prozent der betroffenen Kinder.
  • akute myeloische Leukämie (AML): Die AML geht aus unreifen Stammzellen der weißen Blutkörperchen hervor, den sogenannten myeloischen Zellen. Die AML kann aber auch aus entarteten roten Blutkörperchen (Erythrozyten) entstehen (Erythroleukämie). Die AML tritt vor allem bei Erwachsenen auf. Das Erkrankungsrisiko steigt mit zunehmendem Alter.
  • chronisch myeloische Leukämie (CML): Bei der CML vermehren sich zunächst noch funktionsfähige Granulozyten sehr stark. Granulozyten sind eine Unterform der weißen Blutkörperchen. Geht die CML in ein akutes Stadium über, kommt es zur sogenannten Blastenkrise. Dabei werden viele nun unreife und nicht funktionsfähige Granulozyten-Vorstufen (Blasten) ins Blut geschwemmt. Weil sich die entarteten Zellen auch in Leber oder Milz ansiedeln, sind diese Organe bei der CML oft geschwollen. Typisches Merkmal der CML ist das sogenannte Philadelphia-Chromosom – eine genetische Veränderung, die bei über 90 Prozent der CML-Patienten nachweisbar ist.
  • chronisch lymphatische Leukämie (CLL): Die CLL gehört zu den sogenannten Non-Hodgkin-Lymphomen, bösartige Erkrankungen des Lymphsystems. Wegen des Krankheitsverlaufs ordnen Ärzte die CLL den Leukämieformen zu. Sie tritt vor allem bei älteren Menschen auf und ist in Mitteleuropa die häufigste Leukämie-Form. Im Blut und im Knochenmark, in den Lymphknoten, in Leber und in der Milz häufen sich sogenannte B-Lymphozyten an. Im gesunden Zustand bilden diese weißen Blutkörperchen Antikörper und sind somit ein wichtiger Bestandteil des Immunsystems. Bei der CLL sind die angehäuften B-Lymphozyten aber nicht intakt und damit funktionslos. Deshalb ist das Abwehrsystem der Betroffenen besonders geschwächt.

Leukämie wird vor allem mittels Chemotherapie und Knochenmarktransplantation behandelt. Nach der Therapie ist eine regelmäßige Nachsorge wichtig.



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