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Leukämie (Blutkrebs)

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (11. September 2014)

Als Leukämie (Blutkrebs) bezeichnet man eine Gruppe von Krebserkrankungen des blutbildenden Systems – genauer gesagt handelt es sich bei einer Leukämie um eine bösartige Erkrankung des Knochenmarks.

Bei einer Leukämie entstehen im Knochenmark zu viele, meist unreife und nicht funktionsfähige weiße Blutkörperchen (Leukozyten), die die gesunden weißen sowie roten Blutkörperchen verdrängen – dadurch leitet sich der Begriff Leukämie (= "weißes Blut") ab.

Umgangssprachlich wird Leukämie deshalb häufig auch als "Blutkrebs" bezeichnet.

Eine Leukämie kann mit verschiedenen Beschwerden einhergehen – typische Symptome sind unter anderem:

Leukämie tritt im Vergleich zu anderen Krebsarten wie Brustkrebs, Prostatakrebs oder Darmkrebs relativ selten auf. Die gute Nachricht: Dank moderner Therapieverfahren lässt sich eine Leukämie in vielen Fällen heilen.

Bei einer Leukämie sind die im Rückenmark entstandenen weißen Blutzellen unreif und nicht funktionstüchtig. Dies stört die normale Blutbildung und führt zu einem Mangel an reifen und gesunden Leukozyten, roten Blutkörperchen (Erythrozyten) und Blutplättchen (Thrombozyten).

Eine Leukämie kann der Arzt meist schon durch eine Blutuntersuchung feststellen. Zur genaueren Einordung, welche Form der Leukämie vorliegt, ist meist die Entnahme einer Knochenmarkprobe (Knochenmarkbiopsie) notwendig.

Denn Leukämie ist nicht gleich Leukämie. Grundsätzlich unterscheidet man bei der Leukämie (Blutkrebs) vier Formen:

  • akute lymphatische Leukämie (ALL): Sie tritt vor allem bei Kindern auf. Die ALL befällt im Verlauf oft auch das Gehirn und die Hirnhäute, deshalb können neurologische Symptome wie Lähmungen vorkommen. Als Therapie ist eine Chemotherapie geeignet – in manchen Fällen kombiniert mit einer Bestrahlung. Unter Berücksichtigung bestehender Risikofaktoren erzielen Ärzte in circa 80 Prozent der ALL-Fälle im Kindesalter eine Heilung.
  • akute myeloische Leukämie (AML): Die AML geht aus unreifen Stammzellen der weißen Blutkörperchen hervor, sogenannten myeloischen Zellen. Die AML kann aber auch aus entarteten roten Blutkörperchen (Erythrozyten) entstehen (Erythroleukämie). Die AML tritt vor allem bei Erwachsenen auf.
  • chronisch myeloische Leukämie (CML): Bei der CML vermehren sich zunächst noch funktionsfähige Granulozyten sehr stark. Granulozyten sind eine Unterform der weißen Blutkörperchen. Geht die CML in ein akutes Stadium über, kommt es zur sogenannten Blastenkrise. Dabei werden viele nun unreife und nicht funktionsfähige Granulozyten-Vorstufen (Blasten) ins Blut geschwemmt. Weil sich die entarteten Zellen auch in Leber oder Milz ansiedeln, sind diese Organe bei der CML oft geschwollen. Typisches Merkmal der CML ist das sogenannte Philadelphia-Chromosom – eine genetische Veränderung, die bei über 90 Prozent der CML-Patienten nachweisbar ist.
  • chronisch lymphatische Leukämie (CLL): Die CLL gehört zu den sogenannten Non-Hodgkin-Lymphomen, bösartige Erkrankungen des Lymphsystems. Wegen des Krankheitsverlaufs ordnen Ärzte die CLL den Leukämieformen zu. Sie tritt vor allem bei älteren Menschen auf. Im Blut und im Knochenmark, in den Lymphknoten, Leber und Milz häufen sich sogenannte B-Lymphozyten an. Im gesunden Zustand bilden diese weißen Blutkörperchen Antikörper und sind somit ein wichtiger Bestandteil des Immunsystems. Bei der CLL sind die angehäuften B-Lymphozyten aber nicht intakt und damit funktionslos. Deshalb ist das Abwehrsystem der Betroffenen besonders geschwächt.

Leukämie, im Volksmund auch Blutkrebs genannt, wird vor allem mittels Chemotherapie und Knochenmarktransplantation behandelt. Nach der Therapie ist eine regelmäßige Nachsorge wichtig.






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