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Leberzirrhose

(Stand: 19. Mai 2009)

Der Arzt tastet den Bauch eines Patienten ab

Die Leberzirrhose ist ein weit fortgeschrittenes Stadium oder der Endzustand verschiedener Lebererkrankungen, die die Leberstruktur zerstören. Wegen der stetigen Schädigung des Lebergewebes verhärtet die Leber zunehmend, vernarbt und schrumpft. Dieser Zustand wird auch als Schrumpfleber bezeichnet und ist in der Regel nicht umkehrbar.

Einer Leberzirrhose können die unterschiedlichsten Ursachen zugrunde liegen. Am häufigsten entsteht die Leberzirrhose durch übermäßigen Konsum von Alkohol (mehr als die Hälfte der Fälle). Weitere häufige Auslöser sind durch Viren ausgelöste Enzündungen der Leber wie die Hepatitis B, C oder D. In seltenen Fällen tritt die Leberzirrhose zum Beispiel auch im Rahmen von erblichen Stoffwechselerkrankungen wie der Eisenspeicherkrankheit Hämochromatose oder der mit vermehrter Schleimbildung einhergehenden Mukoviszidose auf. Auch Schädigungen durch Medikamente oder Chemikalien sind möglich.

Bei einer Leberzirrhose können die Symptome sehr unterschiedlich stark ausgeprägt sein oder sogar fehlen. Als typische Anzeichen der Leberzirrhose gelten Allgemeinsymptome wie Leistungsminderung, Konzentrationsschwäche und Müdigkeit. Viele Betroffene klagen zudem über Druck- oder Völlegefühl im Bereich oberhalb des Bauchnabels. Zusätzlich können die sogenannten Leberhautzeichen auftreten, die sich unter anderem durch punktförmige, rote Gefäßknötchen (Gefäßspinnen), rot gefärbte Daumen- und Kleinfingerballen (Palmarerythem) und knallrote, glänzende Lippen und Zunge (sog. Lacklippen und Lackzunge) bemerkbar machen. Eine gelbliche Verfärbung des Augenweiß und der Haut (Ikterus oder Gelbsucht) zählt nicht zu den klassischen Hautzeichen und tritt in der Regel erst auf, wenn die Leber nicht mehr ausreichend funktioniert.

Der Arzt stellt die Leberzirrhose mithilfe einer klinischen Untersuchung (Tasten der Leber und der Milz), Labortests und einer Ultraschalluntersuchung fest. Zudem befragt er den Betroffenen nach seinem Beruf, seinen Lebensgewohnheiten und ob er Medikamente einnimmt. So gewinnt er einen Eindruck über mögliche Risikofaktoren für eine Lebererkrankung. Um die genaue Ursache der Leberzirrhose zu ermitteln, setzt der Arzt mitunter spezielle Diagnoseverfahren ein.

Der Schweregrad der Leberzirrhose bemisst sich nach dem Child-Pugh-Score, auch Child-Pugh-Klassifikation genannt. Sie bewertet die Leberfunktion und gibt Hinweise auf die Prognose des Patienten. Das Ergebnis Child A hat die beste, Child C die schlechteste Prognose.

Die Therapie der Leberzirrhose umfasst Allgemeinmaßnahmen wie den Verzicht auf leberschädigende Substanzen (Alkohol, bestimmte Medikamente) und richtet sich darüber hinaus nach der genauen Ursache der Erkrankung.

Weiterlesen: Leberzirrhose: Definition

Autor: Onmeda Redaktion

Medizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

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