Korsakow-Syndrom: Wenn Alkohol das Hirn schädigt

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (04. August 2015)

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Das Korsakow-Syndrom tritt meist nach jahrelangem Alkoholmissbrauch auf. Zu den typischen Symptomen dieser Hirnschädigung zählen Gedächtnisstörungen und Orientierungsprobleme. Das Korsakow-Syndrom ist die Folge eines Vitamin-B1-Mangels. Dieser entsteht unter anderem, wenn Alkohol über einen längeren Zeitraum hinweg die gesunde Ernährung "ersetzt".

Wer einer Person begegnet, die am Korsakow-Syndrom leidet, wird vielleicht auf den ersten Blick gar nicht bemerken, dass sie krank ist – beim kurzen Smalltalk zeigen sich nicht unbedingt Auffälligkeiten.

Im Laufe eines Gesprächs wird aber rasch deutlich, dass Merkfähigkeit und Gedächtnis massiv beeinträchtigt sind: Ein Mensch, der das Korsakow-Syndrom hat, erinnert sich nicht an Dinge, die erst vor wenigen Minuten oder gar Sekunden passiert sind. Er weiß etwa nicht mehr, wenn er gerade eben etwas gegessen hat. Er fragt immer wieder die gleichen Dinge oder bringt Ereignisse in die falsche Reihenfolge. Manchmal kann er nicht sagen, wo er sich gerade befindet.

Auch fällt auf, dass Menschen mit Korsakow-Syndrom Geschehnisse „erfinden“ – etwa wenn sie gefragt werden, wie sie den Tag verbracht haben. So kaschieren sie, dass sie sich nicht erinnern können. Ein bewusster Vorgang ist dieser Erfindungsreichtum, den Mediziner auch als Konfabulation bezeichnen, allerdings nicht.

Korsakow-Syndrom: Typische Symptome

Menschen mit Korsakow-Syndrom …

  • … leiden unter massiven Störungen des Gedächtnisses.
  • … haben Probleme mit der Orientierung.
  • … neigen dazu, frei erfundene Begebenheiten zu erzählen (Konfabulationen).

Ursache des Korsakow-Syndroms ist ein Vitamin-B1-Mangel – in fast allen Fällen entsteht er durch chronischen Alkoholmissbrauch. Wesentlich seltener als durch Alkoholismus kann ein Vitamin-B1-Mangel auch durch andere Erkrankungen verursacht werden, etwa im Rahmen einer Mangelernährung bei Magersucht.

Menschen mit Korsakow-Syndrom sind oft so sehr durch ihre Beschwerden beeinträchtigt, dass sie auf lebenslange Betreuung angewiesen sind.

Das Korsakoff-Syndrom ist nicht heilbar. Daher ist es besonders wichtig, rechtzeitig vorzubeugen. Der wichtigste Schritt dazu ist, auf übermäßigen Alkoholkonsum zu verzichten – im Falle einer Abhängigkeit am besten mit professioneller Hilfe!


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