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Klumpfuß – komplexe Fehlbildung des Fußes

Veröffentlicht von: Till von Bracht (25. April 2016)

© iStock

Die frischgebackene Mutter hält zum ersten Mal ihr Baby im Arm – und erschrickt. Denn die Füße ihres Säuglings sind stark verformt: Die Ferse ist hochgestellt und zeigt nach innen, der Vorderfuß ist sichelförmig nach innen gedreht. Es handelt sich dabei um sogenannte Klumpfüße. Mit speziellen Gipsverbänden kann der Arzt den Klumpfuß nach und nach korrigieren, sodass die meisten Kinder später ganz normal stehen, gehen und laufen können. 

Klumpfüße sind keine Seltenheit: Von 1.000 Neugeborenen kommen in Deutschland etwa ein bis drei mit einem Klumpfuß zur Welt. Die komplexe Fußverformung kann dabei ein- oder beidseitig auftreten und unterschiedliche Schweregrade aufweisen. Jungen sind insgesamt doppelt so häufig betroffen wie Mädchen. 

Warum der Klumpfuß genau entsteht, ist bisher nicht vollständig geklärt. Eine mögliche Erklärung ist, dass die Entwicklung des Fußes in einem frühen Entwicklungsstadium stehen bleibt oder die Fußentwicklung durch unbekannte Einflüsse gestört wird.

Bei der Entstehung eines Klumpfußes spielen mehrere Faktoren eine Rolle – insbesondere genetische Defekte. Klumpfüße werden also zum Teil vererbt, können aber auch durch verschiedene Umwelteinflüsse während der Schwangerschaft (z.B. Rauchen oder Virusinfektionen) begünstigt werden. 

In seltenen Fällen ist der Klumpfuß nicht angeboren, sondern erworben. Der erworbene Klumpfuß entsteht meist durch Störungen des Nervensystems – zum Beispiel infolge einer Myelodysplasie, durch eine Erkrankung an Kinderlähmung (Polio) oder nach einer Verletzung des Unterschenkels.

Normaler Fuß und Klumpfuß © LifeART image/2001/ Lippncott Williams & Wilkins all rights rese

Typisch für einen Klumpfuß: Die Ferse ist stark nach innen gekippt, der Vorfuß zeigt nach innen und das Fußgewölbe ist überhöht.

Der Klumpfuß ist eine Kombination aus verschiedenen Deformitäten am Fuß – Betroffene haben

Die Ferse zeigt dabei nach innen, sodass sie ohne entsprechende Behandlung auf dem Fußaußenrand gehen müssten.

Bei einem Klumpfuß ist es wichtig, frühzeitig mit einer Therapie zu beginnen und diese kontinuierlich fortzuführen – so lassen sich in der Regel gute Ergebnisse erzielen. Ziel einer Klumpfuß-Therapie ist es, die Fußfehlstellungen und -verformungen auszugleichen, damit die Babys mit "geraden" Füßen laufen lernen können. 

Ärzte behandeln Klumpfüße häufig nach der sogenannten Ponseti-Methode. Dabei erhält der Säugling in seinen ersten Lebenstagen einen geschlossenen Gipsverband, der regelmäßig gewechselt wird und die Fußfehlstellung stufenweise korrigiert. Nach etwa drei Wochen ersetzt der Arzt den Oberschenkelgips durch speziellen Schienen, die zunächst nur zur Physiotherapie und zur Pflege, später auch tagsüber abgenommen werden können. 

Bei frühzeitiger und konsequent fortgeführter Behandlung lässt sich ein Klumpfuß meist problemlos korriegieren. Ohne Behandlung bleibt der Klumpfuß bestehen – Betroffene können dann nur unter Schmerzen gehen und stehen.

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