Kehlkopfentzündung: Ursachen, Symptome & Behandlung

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (31. August 2017)

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Zwischen Rachen und Luftröhre liegt der Kehlkopf. Breiten sich dort Viren oder Bakterien aus, kann er sich entzünden. Doch eine Kehlkopfentzündung (Laryngitis) kann auch andere Ursachen haben. Welche? Was sind typische Symptome? Und was hilft?

Der Kehlkopf besteht aus Muskeln und Knorpeln. Er erfüllt zwei wichtige Funktionen:

  1. Der Kehldeckel dichtet beim Schlucken den Eingang der Luftröhre ab, damit keine Speisen hineingelangen.
  2. Die Stimmlippen können Töne erzeugen. Wenn sie gespannt sind und die aus der Lunge strömende Luft gegen sie bläst, schwingen sie.
Was ist eine Kehlkopfentzündung?
Greifen Viren, Bakterien oder eingeatmete Schadstoffe den Kehlkopf an, kann er sich entzünden. Mediziner sprechen dann von einer Kehlkopfentzündung oder Laryngitis. Sie äußert sich unter anderem durch Heiserkeit und Husten.

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Kehlkopf von oben

Es gibt zwei Formen der Kehlkopfentzündung: die akute und die chronische. Eine akute Kehlkopfentzündung tritt häufig in Verbindung mit Erkältungskrankheiten auf und klingt in der Regel nach drei Wochen wieder ab. 

Eine chronische Kehlkopfentzündung dauert länger als drei Wochen. An ihr erkranken überwiegend Männer, die

  • stark rauchen,
  • ihre Stimme übermäßig belasten beziehungsweise dauernd überlasten, zum Beispiel Sänger oder Lehrer, oder
  • häufig Schadstoffe einatmen, zum Beispiel Chemikalien.

Wer vermutet, dass er an einer Entzündung des Kehlkopfes leidet, sollte einen Arzt aufsuchen. Denn ohne Behandlung kann sich aus einer akuten Kehlkopfentzündung eine chronische entwickeln. Zudem kann Heiserkeit, die länger als drei Wochen anhält, auch auf einen Kehlkopftumor hindeuten.

Kehlkopfentzündung: Ursachen

Eine Kehlkopfentzündung kann entweder akut oder chronisch sein.

Ursachen einer akuten Kehlkopfentzündung

Eine akute Kehlkopfentzündung entsteht meist durch Erreger, etwa durch:

Auch starke Hitze oder Schadstoffe sind mögliche Auslöser. Gefährdet sind etwa Menschen, die Chemikalien, Gase, Tabakrauch oder Stäube einatmen.

Ursachen einer chronischen Kehlkopfentzündung

Eine unbehandelte akute Kehlkopfentzündung kann sich zu einer chronischen entwickeln, wenn der Betroffene seine Stimme nicht ausreichend schont. Weitere mögliche Ursachen sind:

  • Schadstoffe wie Chemikalien oder Tabakrauch,
  • klimatisierte, trockene Raumluft,
  • übermäßiger Alkoholkonsum,
  • Refluxkrankheit, bei der Magensäure in den Rachen fließt,
  • chronische Nasennebenhöhlenentzündung (chronische Sinusitis),
  • falsche Stimmbildung, lange bestehende Stimmstörungen oder andauernde Überbeanspruchung der Stimme, z.B. bei Lehrern oder Sängern.

Wenn Bakterien oder Viren die Kehlkopfentzündung ausgelöst haben, ist sie (beziehungsweise die Grunderkrankung) ansteckend. Die Erreger werden durch winzige Tröpfchen übertragen (Tröpfcheninfektion), wie sie beim Niesen, Husten oder Sprechen entstehen.

Wie lange man ansteckend ist, hängt von der Art des Erregers ab. Die Grippe (Influenza) ist etwa vier bis fünf Tage nach Auftreten der ersten Symptome infektiös. Eine Erkältung kann länger als zwei Wochen lang ansteckend sein.

Kehlkopfentzündung: Was sind typische Symptome?

Eine Kehlkopfentzündung äußert sich vor allem durch Husten und Heiserkeit. Die Stimme wird rau, weil die Stimmlippen durch die Entzündung anschwellen und sich darauf Beläge bilden. Manchmal ist die Stimme so stark beeinträchtigt, dass die Betroffenen zeitweise überhaupt nicht sprechen können (Aphonie).

Symptome einer akuten Kehlkopfentzündung:

  • Kribbeln und Kratzen im Hals
  • schmerzhafter Hustenreiz
  • Schmerzen beim Schlucken

Symptome einer chronischen Kehlkopfentzündung:

  • anhaltende Heiserkeit, die länger als drei Wochen besteht
  • weniger Schmerzen als bei der akuten Form
  • ein Trockenheits- und Fremdkörpergefühl im Hals
  • Räusperzwang

Ist die Refluxkrankheit Auslöser der Kehlkopfentzündung, kommt es vor allem nachts zu Reizhusten.

Kehlkopfentzündung: Was untersucht der Arzt?

Im Rahmen der Anamnese fragt der Arzt den Patienten zunächst, welche Beschwerden er hat und wie lange diese schon bestehen. Zudem kann der Arzt fragen, ob der Patient seine Stimme stark belastet hat oder (etwa bei der Arbeit) regelmäßig Schadstoffe einatmet.

Anschließend untersucht der Arzt den Kehlkopf mithilfe eines kleinen Spiegels oder eines Endoskops (Laryngoskopie).

Was ist eine Laryngoskopie (Kehlkopfspiegelung)?

Es gibt zwei Arten der Laryngoskopie: die indirekte und die direkte.

Bei der indirekten Laryngoskopie zieht der Arzt vorsichtig die Zunge des Betroffenen vor und schiebt den Spiegel oder das Endoskop bis zum Gaumenzäpfchen. Er schaut dann von oben auf den Kehlkopf.

Die direkte Laryngoskopie findet unter Narkose statt. Der Arzt führt das Endoskop bis zum Kehlkopf oder in den Kehlkopf hinein. So kann er auch die Innenschleimhaut des Kehlkopfes sehen.

Mithilfe der Laryngoskopie kann der Arzt feststellen, ob und wie sich Kehlkopfschleimhaut und Stimmlippen verändert haben. Bei einer Kehlkopfentzündung sieht der Kehlkopf anders aus als bei einer Tuberkulose oder Krebs. Auch unterscheidet sich eine akute Kehlkopfentzündung normalerweise sichtbar von einer chronischen:

Veränderungen der Stimmlippen

akute Kehlkopfentzündung chronische Kehlkopfentzündung
stark gerötete, geschwollene Schleimhaut,
evtl. Belag aus Fibrin (ein Eiweiß, das bei der Blutgerinnung entsteht) 
blassrötlich gefärbte, verdickte und verhärtete Schleimhaut,
trockene und unebene Oberfläche oder Belag aus Schleim

Stellt der Arzt eine akute Kehlkopfentzündung fest, sind in der Regel keine weiteren Untersuchungen notwendig.

Vermutet er hingegen eine chronische Kehlkopfentzündung, kann er eine Gewebeprobe der Kehlkopfschleimhaut entnehmen und diese untersuchen. So kann er bösartige Veränderungen wie ein Larynxkarzinom (Kehlkopfkrebs) ausschließen.

Kehlkopfentzündung: Behandlung

Eine Kehlkopfentzündung erfordert immer eine Behandlung. Unbehandelt kann sich eine akute Kehlkopfentzündung zu einer chronischen entwickeln. Eine chronische Kehlkopfentzündung kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass die Schleimhautzellen entarten und sich zu einer Krebsvorstufe entwickeln.

Was tun bei einer Kehlkopfentzündung?
Für den wichtigsten Teil der Therapie ist der Patient selbst verantwortlich: Er sollte seine Stimme schonen, nicht rauchen, keinen Alkohol trinken und auf scharfe Gewürze verzichten. Kommt er beruflich ständig mit Schadstoffen in Berührung, sollte er das Problem mit dem Betriebsarzt oder Vorgesetzten besprechen.

Manchmal rührt eine chronische Kehlkopfentzündung daher, dass der Betroffene seine Stimme permanent überstrapaziert. Dann sollte er sich eine weniger belastende Stimmtechnik aneignen. Dabei kann ein Logopäden helfen.

Welche Medikamente helfen gegen eine Kehlkopfentzündung?

Der Arzt kann entzündungshemmende Mittel (sog. nichtsteroidale Antiphlogistika) verschreiben. Die Schwellung der Kehlkopfschleimhaut lässt sich häufig mit abschwellenden Medikamenten (Glukokortikoide) in den Griff bekommen.

Hat eine andere Erkrankung die Entzündung des Kehlkopfes ausgelöst, hängt die Behandlung von der Art des Erregers und den Symptomen ab. Gegen einen bakteriellen Infekt können Antibiotika helfen. Hat der Patient eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung, kann der Arzt kortisonhaltige Nasensprays verordnen.

Hat die Refluxkrankheit die Kehlkopfentzündung hervorgerufen, kann manchmal eine Ernährungsumstellung helfen. Zudem besteht die Möglichkeit, den Reflux probeweise mit sogenannten Protonenpumpenhemmern zu behandeln. Diese bewirken, dass der Magen weniger Säure bildet.

Mit bestimmten Maßnahmen kann der Patient seine Genesung fördern. Er kann zum Beispiel:

  • Wasserdampf inhalieren (z.B. mit entzündungshemmenden Zusätzen wie Salbei),
  • mit Salz gurgeln und
  • den Hals feucht halten, indem er viel Wasser und Tee trinkt und Halsbonbons lutscht.

Darüber hinaus ist es wichtig, dass er:

  • nicht raucht,
  • Alkohol und scharfe Gewürze meidet,
  • nicht flüstert,
  • so wenig wie möglich spricht.
Man sieht eine Frau, die über einer Schüssel inhaliert. © Jupiterimages/Stockbyte

Bei einer Kehlkopfentzündung helfen Hausmittel wie Dampfinhalationen.

Kehlkopfentzündung: Verlauf

Eine akute Kehlkopfentzündung dauert nicht länger als drei Wochen. War ein viraler Infekt die Ursache, heilt die Entzündung oft schon nach einigen Tagen. Bakterielle Infekte verursachen mitunter länger Beschwerden. Generell hängt der Verlauf vor allem davon ab, wie konsequent der Patient seine Stimme schont.

Eine chronische Kehlkopfentzündung kann viele Wochen dauern. Bei vielen Betroffenen tritt sie wiederholt auf, gerade wenn diese ihre Stimme weiterhin belasten oder schädlichen Einflüssen aussetzen.

Komplikationen

Sind die Stimmlippen geschwollen, haben manche Betroffenen Atemnot. Bei Erwachsenen geschieht das selten. Bei Kindern besteht dieses Risiko jedoch eher. Sie sollten deswegen in solchen Fällen stationär im Krankenhaus überwacht werden, bis die Schwellung abgeklungen ist und sie wieder frei atmen können.

Ohne Behandlung kann sich die akute Kehlkopfentzündung zu einer chronischen entwickeln. Wenn der Patient seine Stimme nicht schont, besteht zudem die Gefahr einer funktionellen Stimmstörung (Dysphonia functionalis).

Besteht eine chronische Laryngitis über lange Zeit, können die Schleimhautzellen entarten und sich zu einer Krebsvorstufe (Präkanzerose) oder zu einem Krebs entwickeln.

Kehlkopfentzündung: Vorbeugen

Häufig rufen Erkältungskrankheiten akute Kehlkopfentzündungen hervor. Um einer Erkältung vorzubeugen, sollte man (vor allem im Winter) großen Wert auf Hygiene legen. Es ist zum Beispiel sinnvoll, sich die Hände zu waschen, wenn man sich in der Bahn oder im Bus an den Haltegriffen festgehalten oder jemandem die Hand geschüttelt hat.

Um einer chronischen Kehlkopfentzündung vorzubeugen, sollte man möglichst:

  • keine Schadstoffe einatmen,
  • nicht rauchen und nicht zu viel Alkohol trinken und
  • pfleglich mit seiner Stimme umgehen.

Wer seine Stimme dauerhaft sehr stark belastet (etwa Lehrer oder Sänger), sollte auf die richtige Stimmtechnik achten. Helfen kann dabei ein Logopäde.

Weitere Informationen

Onmeda-Lesetipps:

Heiserkeit: Ursachen & Behandlung
Erkältung: Welche Erreger gibt es? Und was hilft?

Quellen:

Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Abrufdatum: 31.8.2017)

Laryngitis. Online-Informationen der Mayo-Clinic: www.mayoclinic.org (Stand: 21.4.2015)

Füeßl, H., et al.: Duale Reihe Anamnese und Klinische Untersuchung. Thieme, Stuttgart 2014

Laryngitis. Online-Informationen der Harvard Medical School: www.health.harvard.edu (Stand: Oktober 2012)

Arnold, W., Ganzer, U.: Checkliste Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2011

Aktualisiert am 31. August 2017

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