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Japanische Enzephalitis: Gehirnentzündung nach Mückenstich

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (24. November 2015)

© Jupiterimages/iStockphoto

Die japanische Enzephalitis ist eine durch Mücken übertragene Viruserkrankung. Anders als ihr Name vermuten lässt, tritt die Erkrankung nicht nur in Japan auf, sondern auch in anderen – vor allem ländlichen – Gegenden Asiens, des westlichen Pazifikraums und Nordaustraliens. In vielen Ländern dort ist sie die häufigste virusbedingte Enzephalitis (d.h. Gehirnentzündung).

Das für die japanische Enzephalitis verantwortliche Virus – das Japan-Enzephalitis-Virus (JEV) – ist eng mit dem Dengue-, Gelbfieber- und West-Nil-Virus verwandt. Es kommt hauptsächlich bei wild lebenden Vögeln und Schweinen vor und kann sich von dort über blutsaugende Mücken verbreiten

Zwar können sich auch andere Tiere sowie der Mensch mit dem Japan-Enzephalitis-Virus infizieren – hier kommt es nach der Infektion aber zu keinem besonderen Anstieg der Virenzahl im Blut, sodass eine Mücke bei einer Blutmahlzeit auch keine Viren aufnehmen kann. Die japanische Enzephalitis verbreitet sich also in der Regel nur mithilfe der Steckmücken über die infizierten Schafe und Schweine.

Durchschnittlich bricht die japanische Enzephalitis 5 bis 15 Tage nach der Infektion aus. Allerdings verursachen die meisten Infektionen keine schweren Krankheitssymptome, sondern verlaufen nur milde oder bleiben gänzlich unbemerkt. Nur in etwa 1 von 250 Fällen kommt es zu einer schweren Gehirnentzündung mit oder ohne Hirnhautentzündung (Meningitis), die bleibende Schäden am Nervensystem verursachen kann und bei 20 bis 30 Prozent der Erkrankten tödlich endet.

Mögliche Symptome für eine schwere japanische Enzephalitis sind zum Beispiel:

Grundsätzlich kann die japanische Enzephalitis in jedem Alter auftreten. Kleine Kinder und ältere Menschen haben aber ein höheres Risiko, nach einer Infektion zu erkranken, als jüngere Erwachsene. Da jede durchgemachte Infektion (auch bei fehlenden Symptomen) weitgehend immun gegen das Japan-Enzephalitis-Virus macht, sind die meisten Erwachsenen, die im Verbreitungsgebiet der japanischen Enzephalitis leben, jedoch infolge einer Infektion in der Kindheit vor einer (erneuten) Ansteckung geschützt.

Da es kein wirksames Mittel gegen die japanische Enzephalitis gibt, besteht die Behandlung darin, die Symptome zu lindern und die Betroffenen zu stabilisieren.

Für Menschen, die eine Reise ins Verbreitungsgebiet des Japan-Enzephalitis-Virus planen, empfiehlt sich als vorbeugende Maßnahme gegen die japanische Enzephalitis eine Impfung: In Deutschland steht seit 2009 ein wirksamer Impfstoff zur Verfügung, der für Erwachsene, Jugendliche und Kinder ab dem zweiten Lebensmonat zugelassen ist.

Auch allgemeine Maßnahmen gegen Insektenstiche können das Risiko für die japanische Enzephalitis gering halten:

  • Schlafen Sie nachts am besten unter Moskitonetzen.
  • Verwenden Sie Insektenschutzmittel, die Sie auf den ganzen Körper auftragen.
  • Tragen Sie lange Kleidung.


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