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Hypochondrie

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (14. April 2015)

© Jupiterimages/iStockphoto

Die Hypochondrie (im Volksmund auch die "Einbildung, krank zu sein" genannt) ist eine psychische Störung aus der Gruppe der somatoformen Störungen: Wer eine somatoforme Störung hat, verspürt körperliche Beschwerden, ohne dass der Arzt eine organische Ursache finden kann – so zum Beispiel Kopfschmerzen. Ein Hypochonder beschäftigt sich unverhältnismäßig stark mit seinen Symptomen und fürchtet, körperlich krank zu sein, selbst dann, wenn er schon gründlich untersucht worden ist.

Ein Druck im Magen, Kopfschmerzen oder ein ständiger "Kloß im Hals" – solche Beschwerden können viele Ursachen haben und auch psychisch bedingt sein. Die meisten Menschen sind beruhigt, wenn der Arzt Entwarnung gibt und keine körperliche Ursache findet. Ein Hypochonder jedoch bleibt bei der festen Überzeugung, an einer ernsthaften Erkrankung zu leiden. Er sucht meist weitere Ärzte auf und drängt auf immer neue Untersuchungen.

Eine hypochondrische Störung kann sich in jedem Lebensalter entwickeln, wobei Männer und Frauen gleichermaßen häufig hypochondrisch sind. Als Ursachen für hypochondrische Störungen kommen verschiedene Faktoren infrage, die sich gegenseitig beeinflussen. Aus psychoanalytischer Sicht sind meist innere Konflikte infolge von Ängsten oder Schuldgefühlen für die Hypochondrie verantwortlich: Um diese Konflikte abzuwehren, verschieben Hypochonder ihre Aufmerksamkeit unbewusst auf körperliche Symptome. So müssen sie sich mit den zugrundeliegenden Ängsten und anderen unerwünschten Gefühlen nicht mehr auseinandersetzen.

Zur Hypochondrie neigende Menschen sind meist ängstlich und übervorsichtig und haben einen ausgeprägten Hang zur Selbstbeobachtung. Informationen über Krankheiten und die Wahrnehmung (an sich normaler) körperlicher Erscheinungen lassen Hypochonder annehmen, sie seien krank. Durch die für Hypochondrie typische Angst um die eigene Gesundheit geraten Körper und Seele zusätzlich unter Stress. Die Folge: Die Beschwerden nehmen zu, was die Überzeugung, krank zu sein, noch verstärkt.

Auch, wenn die Unterschungsergebnisse ohne Befund waren, ändert dies bei Menschen mit einer Hypochondrie nichts an der Befürchtung, ernsthaft krank sein. Anders als Menschen mit anderen somatoformen Störungen ordnen Hypochonder ihre Symptome meist einer bestimmten Krankheit zu; besonders oft sind sie der Überzeugung, an Krebs oder einer Nervenerkrankung wie multipler Sklerose zu leiden.

Kaum eine andere psychische Störung findet sich im allgemeinen Sprachgebrauch so häufig wie die Hypochondrie: Im Zusammenhang mit Menschen, die häufig über geringfügige Leiden oder die Angst vor Krankheiten sprechen, nutzen viele die Bezeichnungen "Hypochonder" oder – im Rückgriff auf Molière – "eingebildeter Kranker" in einem spöttischen Sinne. Dabei leiden hypochondrische Menschen tatsächlich – wenn auch nicht körperlich, so doch an einer psychischen Erkrankung. Daher sind zur Behandlung der Hypochondrie verschiedene psychotherapeutische Verfahren sinnvoll.

Die Therapie soll den Betroffenen die Möglichkeit bieten, den richtigen Umgang mit der Störung zu lernen und neue Erklärungsmodelle zu erarbeiten. Zusätzlich können Entspannungsmethoden wie autogenes Training für Hypochonder eine große Hilfe darstellen.



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