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Hohlfuß (Pes excavatus)

Stand: 22. April 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Ein Hohlfuß (Pes excavatus) ist eine angeborene oder erworbene Fußfehlstellung, bei der das Längsgewölbe des Fußes stark überhöht ist. Vom äußeren Erscheinungsbild her ist der Hohlfuß gewissermaßen das Gegenstück zum Plattfuß.

Je nachdem, ob beim Hohlfuß die Körperlast infolge der Fußfehlbildung stärker auf dem Ballen oder auf der Ferse liegt, lassen sich zwei Formen unterscheiden: der Ballenhohlfuß und der seltenere Hackenhohlfuß. Die meisten durch einen Hohlfuß ausgelösten Beschwerden gehen vom Vorfuß aus: Das überhöhte Längsgewölbe belastet typischerweise den Fußballen unnatürlich, wodurch schmerzhafte Druckstellen entstehen. Oft sind beim Hohlfuß auch Krallen- oder Klauenstellungen der Zehen zu beobachten; außerdem können sich Hühneraugen ausbilden.

Für einen Hohlfuß kommen verschiedene Ursachen infrage. Meist entsteht der Pes excavatus dadurch, dass die kleine Fußmuskulatur geschwächt oder gelähmt ist. Ausgeprägtere Hohlfüße, die sich erst im Erwachsenenalter entwickeln und deren Formänderung (Deformation) fortschreitend zunimmt, stehen oft mit einer die Nerven betreffenden Grunderkrankung (z.B. amyotrophe Lateralsklerose) in Zusammenhang. Lässt sich der Auslöser der Fußformänderung nicht feststellen, liegt ein sogenannter idiopathischer Hohlfuß vor (idiopathisch = ohne erkennbare Ursache).

Diagnostizieren lässt sich ein Hohlfuß vor allem anhand einer körperlichen Untersuchung. Häufig ist die Fehlstellung schon mit bloßem Auge erkennbar, mit größerer Sicherheit am Fußabdruck. Wie stark der Pes excavatus ausgeprägt ist, zeigt sich auf Röntgenaufnahmen des Fußes von der Seite und von oben. Nach dem beim der Diagnose ermittelten Schweregrad der Fußdeformation richtet sich die gegend en Hohlfuß eingesetzte Therapie; hierbei stehen sowohl konservative (d.h. nicht-operative) als auch operative Maßnahmen zur Verfügung. Die konservative Hohlfuß-Behandlung besteht aus orthopädischen Einlagen (Stufeneinlagen) und Nachtschienen. Auch Gymnastik ist bei einem Hohlfuß geeignet: Mit entsprechenden Übungen lässt sich die orthopädische Behandlung unterstützen. Erfolgen diese Maßnahmen rechtzeitig, ist der Verlauf der Fußfehlstellung oft positiv beeinflussbar.

Weiterlesen: Hohlfuß (Pes excavatus): Definition

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