Hodenentzündung (Orchitis): Verlauf

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (13. April 2015)

In der Regel handelt es sich bei einer Hodenentzündung (Orchitis) um eine akute Erkrankung, die nach etwa einwöchiger Dauer wieder abklingt. Die Prognose der Hodenentzündung ist bei Kindern besser als nach Abschluss der Pubertät. Bei ungefähr der Hälfte der Betroffenen heilt die Entzündung der Hoden ohne Folgen für das Hodengewebe aus.

Komplikationen

In seltenen Fällen kann eine Hodenentzündung (Orchitis) zu verschiedenen Komplikationen führen. Dies gilt besonders dann, wenn sich der Hoden wiederholt entzündet oder keine ausreichende Behandlung erfolgt.

Eine häufige Komplikation der Hodenentzündung besteht darin, dass sich die Entzündung im weiteren Verlauf vom Hoden auf den Nebenhoden und die Hodenhüllen ausbreitet. Bei der bakteriellen, meist eitrig verlaufenden Hodenentzündung kann sich Eiter in den Hodenhüllen ansammeln (Pyocele testis) und dadurch das Hodengewebe zusätzlich zusammendrücken. Außerdem können sich nachfolgend eitrige Herde abkapseln, die sich zu Abszessen entwickeln.

Eine Hodenentzündung ist außerdem mit dem Risiko verbunden, dass in ihrem Verlauf die entzündlichen Prozesse und der – durch die Schwellung erhöhte – Druck das Hodengewebe zerstören. Die Folge davon ist ein Schwund des Keimgewebes im Hoden (Hodenatrophie), der bei etwa jedem sechsten Mann zu einer verminderten Hodenfunktion führt. Sind beide Hoden betroffen, können die Betroffenen dadurch vermindert zeugungsfähig sein. Eine verminderte Zeugungsfähigkeit infolge einer Hodenentzündung besteht auf Dauer: Eine Behandlung kann die Spermienproduktion dann nicht mehr verbessern.

Die gute Nachricht: Eine vollkommene Zeugungsunfähigkeit (Sterilität) infolge einer Hodenentzündung ist selten. Für betroffene Paare mit Kinderwunsch besteht dann unter Umständen die Möglichkeit einer künstlichen Befruchtung.

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