Hand-Fuß-Mund-Krankheit: Was hilft und wie lang ist sie ansteckend?

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (27. Juni 2017)

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Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit ist eine sehr verbreitete, aber meistens harmlose Infektionskrankheit der Haut, die vor allem Kinder unter zehn Jahren betrifft. Auslöser sind Viren. Der Name Hand-Fuß-Mund-Krankheit leitet sich von den Symptomen ab: Es entstehen Bläschen auf den Handflächen sowie an den Fußsohlen, daneben bilden sich Entzündungen (Aphthen) im Mund.

Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit verläuft in aller Regel harmlos und heilt innerhalb von sieben bis etwa zehn Tagen folgenlos ab. Trotzdem ist sie hoch ansteckend.

Etwa ein bis zwei Wochen, nachdem man sich mit der Hand-Fuß-Mund-Krankheit angesteckt hat, treten erste Symptome auf. Allerdings kann dieser Zeitraum auch deutlich kürzer (wenige Tage) oder länger (mehrere Wochen) ausfallen. Bei älteren Kindern und Erwachsenen verläuft die Hand-Fuß-Mund-Krankheit oft ganz ohne Beschwerden oder in schwach ausgeprägter Form.

Was ist die Hand-Fuß-Mund-Krankheit?

Der Begriff Hand-Fuß-Mund-Krankheit bezeichnet eine akute, sehr ansteckende Viruserkrankung, die vor allem Kinder unter zehn Jahren betrifft. Bei infizierten Personen bilden sich rote Flecken und mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen im Mund (Aphthen) sowie rötliche Knötchen und Flecken vor allem an den Handflächen und den Fußsohlen. In Europa betrifft die Hand-Fuß-Mund-Krankheit nur äußerst selten Erwachsene!

In Asien (z.B. China, Malaysia, Japan, Taiwan) kommt es immer wieder zu größeren Ausbrüchen (Epidemien), bei denen mitunter Tausende bis Hunderttausende an der Hand-Fuß-Mund-Krankheit leiden. In diesen Fällen steckt oft das Enterovirus 71 hinter der Erkrankung.

Derzeit entwickeln Forscher einen Impfstoff, der gegen einen wichtigen Erreger der Hand-Fuß-Mund-Krankheit, das Enterovirus 71, im westpazifischen Raum zum Einsatz kommen könnte.

Illustration der typischen Symptome bei Hand-Fuß-Mund-Krankheit © iStock

Überblick: Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit heilt meist ohne Therapie ab - sie lässt sich durch Hygiene-Maßnahmen aber verhindern.

Häufigkeit

Da es in Deutschland keine Meldepflicht für die Hand-Fuß-Mund-Krankheit gibt, lassen sich keine sicheren Angaben zur Häufigkeit der Hand-Fuß-Mund-Krankheit machen. Wenn sich die Krankheitsfälle in Kindereinrichtungen, zum Beispiel in Kindergärten, häufen, müssen sie allerdings dem Gesundheitsamt gemeldet werden, damit dieses geeignete Schutzmaßnahmen veranlassen kann. Eine generelle Empfehlung, dass Sie ihr Kind zu Hause lassen sollten, gibt es nicht. Diese Entscheidung hat der Kinderarzt im Einzelfall zu treffen.

Wie lange ist die Hand-Fuß-Mund-Krankheit ansteckend?

Schon zwei bis drei Tage, bevor die Hand-Fuß-Mund-Krankheit beginnt, ist der Betroffene für andere ansteckend. Dies gilt auch, solange die Symptome anhalten: Die Person bleibt während dieser Dauer infektiös. Betroffene scheiden die Viren über den Stuhl bis zu mehrere Wochen aus, daher können Patienten sehr lange ansteckend sein.

Hand-Fuß-Mund-Krankheit: Die typischen Symptome

Die Hand-Mund-Fuß-Krankheit zeigt sich in der Regel an ganz typischen Symptomen. Nach Ablauf der Inkubationszeit von etwa ein bis zwei Wochen treten als erste Symptome allgemeine Beschwerden auf:

Ein bis zwei Tage nach dem Fieberbeginn kommen die typischen Hautveränderungen hinzu. Hierzu zählen:

  • rote Flecken, mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen und kleine, schmerzhafte Geschwüre (sog. Aphthen) an Zunge, weichem Gaumen und Zahnfleisch, zu Beginn teils auch an der Nase und um den Mund herum
  • an Handflächen und Fußsohlen rötliche, nicht juckende Knötchen, Flecken und Bläschen, die von einem roten Saum umgeben sind
  • seltener vergleichbare Hautveränderungen auch an Knien, Ellenbogen, Gesäß oder an der Genitalregion
Nur ein geringer Teil der Infektionen mit der Hand-Fuß-Mund-Krankheit ruft diese Symptome hervor: Bei über 80 Prozent der Betroffenen verläuft die Krankheit ohne Symptome (asymptomatisch) oder nur mit einzelnen der Beschwerden.

Die für die Hand-Fuß-Mund-Krankheit typischen Symptome beeinträchtigen kleine Kinder meist stärker als Erwachsene. Komplikationen treten generell nur sehr selten auf – die Erkrankung heilt fast immer folgenlos aus.

Kind mit für die Hand-Fuß-Mund-Krankheit typischen roten Bläschen um den Mund

Ansteckend: Zu Beginn der Erkrankung können auch um den Mund herum kleine, rötliche Flecken und Bläschen auftreten. (Quelle: Wikimedia Commons, MidgleyDJ at en.wikipedia, CC BY-SA 3.0)

Hand-Fuß-Mund-Krankheit in der Schwangerschaft

Während einer Schwangerschaft verursachen die meisten Enterovirus-Infektionen nur milde Symptome oder verlaufen asymptomatisch. Auf Grund begrenzter Informationen ist nicht sicher, welche Auswirkungen eine Hand-Fuß-Mundkrankheit auf den Verlauf der Schwangerschaft haben könnte. Tritt die Erkrankung allerdings um den Geburtstermin herum auf, können Schwangere den Virus auf das Neugeborene übertragen.

Der Krankheitsverlauf ist bei den meisten Neugeborenen mild. In seltenen Fällen kann die Infektion aber auf andere Organe wie Leber und Herz übergreifen und möglicherweise zum Tod des Kindes führen. Das Risiko für diesen schweren Krankheitsverlauf ist in den ersten beiden Lebenswochen am höchsten.

Ursache: Auslöser sind Viren

Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit lösen Viren aus. Verschiedene Erreger kommen als Ursachen infrage. Sie alle gehören zu den sogenannten humanen (menschlichen) Enteroviren. Enteroviren sind weltweit verbreitet und führen vor allem in den Sommermonaten und im Herbst zu einer Ansteckung. Enteroviren kommen nur beim Menschen vor und besiedeln den Darm.

Enteroviren sind relativ umweltresistent, also widerstandsfähig. Sie überleben beispielsweise den Kontakt mit Magensäure (nach Verschlucken). Allerdings reagieren sie empfindlich auf Trockenheit und mäßiges Erhitzen bei Temperaturen von etwa 50 Grad Celsius. Anhand bestimmter Eigenschaften unterteilen Wissenschaftler die humanen Enteroviren (HEV) in die Gruppen A bis D.

Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit wird meist durch eines der folgenden Viren aus der Gruppe A der Enteroviren verursacht:

  • Coxsackieviren Gruppe A: A2-8, A10, A14, A14 und A16
  • Coxsackieviren Gruppe B: B2 und B5
  • Enterovirus 71 u.a.
  • sog. ECHO-Viren

Häufigste Ursache der Hand-Fuß-Mund-Krankheit ist eine Infektion mit dem Coxsackievirus A16, gefolgt von A6 und A10.

Hintergrund zu Enteroviren:

Sie zählen zur Familie der Picornaviren. Picornaviren sind die kleinsten bekannten Viren, die als Erbsubstanz RNA (Ribonukleinsäure) enthalten. Picornaviren haben einen Durchmesser von etwa 20 bis 30 Nanometern (1 Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter).

Infektionswege

Für die Hand-Fuß-Mund-Krankheit kommen als Ursachen verschiedene Infektionswege infrage:

  • über Kotreste (fäkal-orale Übertragung)
  • über Tröpfcheninfektion (Husten und Niesen)
  • über Schmierinfektion (vor allem, wenn der Erkrankte an einer Bindehautentzündung leidet)

Der Inhalt der Bläschen, die sich während der Erkrankung an Händen, Füßen und im Mund bilden, ist infektiös. Enger Kontakt zu anderen Menschen und mangelnde Hygiene befördern, dass sich die Infektion – meist über die Hände – verbreitet.

Inkubationszeit

Bei der Hand-Fuß-Mund-Krankheit beträgt die Inkubationszeit (d.h. die Zeit zwischen der Ansteckung und dem Auftreten der ersten Symptome) im Mittel 7 bis 14 Tage (2 bis 35 Tage sind möglich).

Ein Erwachsener präsentiert Bläschen und rote Flecken auf Handflächen und Fußsohlen bei Hand-Fuß-Mund-Krankheit

Vorbeugen ist einfach: Wer sich regelmäßig und gründlich die Hände wäscht, reduziert das Risiko, sich mit der Hand-Fuß-Mund-Krankheit zu infizieren. (Quelle: Wikimedia Commons)

Diagnose: Eindeutige Symptome

Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit führt zu recht charakteristischen Symptomen, anhand derer ein Arzt die Diagnose vergleichsweise einfach stellen kann.

In seltenen Fällen ist es nötig, den Verdacht auf Hand-Fuß-Mund-Krankheit zu sichern. Als Körperproben eignen sich hierzu zum Beispiel Stuhl, Liquor (Nervenwasser), Rachenspülwasser und Abstriche der Bindehaut des Auges.

Folgende Verfahren kommen infrage:

  • Nachweis von Erbmaterial der Viren durch die sogenannte Polymerase-Kettenreaktion (PCR = polymerase chain reaction)
  • Anlegen einer Kultur und Anzüchtung der Viren

Nicht geeignet ist der Antikörpernachweis.

Neben der Hand-Fuß-Mund-Krankheit können auch andere Krankheiten zu Entzündungen im Mund führen, die ähnliche Symptome verursachen. Dazu zählen:

Hand-Fuß-Mund-Krankheit: Abheilen ohne Therapie

Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit macht bei Menschen meist keine Therapie erforderlich: Wenn überhaupt Anzeichen einer Infektion auftreten, klingen sie auch ohne Behandlung nach wenigen Tagen wieder ab. Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit heilt folgenlos aus. Hinzu kommt, dass bisher keine Therapie zur Verfügung steht, die gegen die ursächlichen Viren wirksam wäre.

In manchen Fällen möchten die Betroffenen die Beschwerden aktiv angehen: Der Juckreiz lässt sich mit Medikamenten lindern und das Fieber durch entsprechende Wirkstoffe wie etwa Paracetamol senken. Wenn die Entzündungen im Mund (Aphthen) schmerzen, helfen Tinkturen, die man auftupft oder mit denen man den Mund spült. Hierzu eignen sich auch pflanzlichen Mittel, die zum Beispiel Kamille, Melisse oder Thymian enthalten.

Wichtig ist, dass Kinder trotz der Schmerzen im Mund ausreichend trinken!

In seltenen Fällen entstehen ausgedehntere Entzündungen im Mund. Dann kann der Einsatz von Antibiotika sinnvoll sein, sofern Bakterien an der Entzündung beteiligt sind. Gegen Viren helfen Antibiotika nicht.

Bei Verdacht sollte ein Arzt beurteilen, ob es sich tatsächlich um die Hand-Mund-Fuß-Krankheit handelt oder ob eine andere Krankheit hinter den Symptomen steckt.

Verlauf: In den meisten Fällen ohne Komplikationen

Oft macht sich eine Infektion mit der Hand-Fuß-Mund-Krankheit beziehungsweise mit den Viren, die sie auslösen, gar nicht bemerkbar. Kommt es zu einer sichtbaren Infektion, zeigt die Hand-Fuß-Mund-Krankheit in den meisten Fällen einen harmlosen Verlauf. Komplikationen treten nur sehr selten auf. 

Wer einmal an der Hand-Fuß-Mund-Krankheit erkrankt war, behält für die auslösende Virusart einen relativ dauerhaften Schutz (Immunität).

Komplikationen

Mögliche Komplikationen betreffen zumeist jüngere Kinder. Zu diesen sehr seltenen Komplikationen zählen:

Hand-Fuß-Mund-Krankheit: Vorbeugen durch Hygiene

Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit verläuft in der Regel ohne Komplikationen und klingt von selbst wieder ab. Da die Symptome, die im Verlauf auftreten, sehr unangenehm und störend sein können, empfiehlt es sich, der Hand-Fuß-Mund-Krankheit so weit wie möglich vorzubeugen.

Durch konsequente Hygienemaßnahmen können Sie verhindern, dass sich die Virusinfektion ausbreitet.

Hygiene-Tipps:

  1. Waschen Sie sich häufig mit Wasser und Seife die Hände (mindestens 30 Sekunden lang!), vor allem in diesen Situationen:
    • nach dem Toilettengang (oder dem Ihres Kindes)
    • vor, während und nachdem Sie Essen zubereiten und
    • nach dem Naseputzen, Husten oder Niesen.
  2. Vermeiden Sie engen Kontakt mit Erkrankten (Küssen, Umarmen, Besteck und Tassen teilen)!
  3. Achten Sie auf Reisen in Risikogebiete auf besondere Hygiene:
    • Kochen Sie Ihr Trinkwasser ab!
    • Meiden Sie Menschenansammlungen (Tröpfcheninfektion)!
    • Erhitzen Sie Nahrungsmittel!
    • Schälen Sie Ihr Obst!

Wer diese Tipps beherzigt, kann das Risiko für die Hand-Fuß-Mund-Krankheit deutlich reduzieren!

Grafische Darstellung der einzelnen Schritte beim gründlichen Händewaschen © iStock

Vorbeugen ist einfach: Wer sich regelmäßig und gründlich die Hände wascht, reduziert das Risiko, sich mit der Hand-Fuß-Mund-Krankheit zu infizieren.

Weitere Informationen

ICD-10-Diagnoseschlüssel:

Hier finden Sie den passenden ICD-10-Code zu "Hand-Fuß-Mund-Krankheit: Was hilft und wie lang ist sie ansteckend?":


Quellen:

Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2017

Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Abrufdatum: 27. Juni 2017)

Online-Informationen des Center for Disease Control and Prevention (USA): Hand, Foot, and Mouth Disease (Stand: 6.1.2017)

Gesundheitsdienst des Auswärtigen Amts: Merkblatt für Beschäftigte und Reisende, Hand-Fuß-Mund-Krankheit (Stand: Juli 2013)

Epidemiologisches Bulletin 10/2013: RKI-Ratgeber für Ärzte: Hand-Fuß-Mund-Krankheit (HFMK). Robert Koch-Institut (Stand: 11.3.2013)

Suerbaum, S., et al.: Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie. Springer, Berlin Heidelberg, 2012

Infektionen durch Enteroviren. Kompendium Infektiologie & Infektionsschutz, H. Hoffmann GmbH Verlag 2009. Herausgeber: Dr. Wolfgang Kiehl. Online veröffentlicht auf den Seiten des Robert Koch-Instituts, www.rki.de (Stand: 12.4.2012)

Aktualisiert am: 27. Juni 2017