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Hämangiom (Blutschwamm)

Stand: 9. Mai 2012Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Das Hämangiom (Blutschwamm) ist ein bei etwa jedem zehnten Baby auftretender gutartiger Tumor. Die meisten Hämangiome entstehen in den ersten vier Lebenswochen und bildet sich noch im Kleinkindalter von selbst zurück. Nur selten bekommen ältere Kinder erneut einen Blutschwamm; auch Erwachsene sind selten betroffen.

Ein Hämangiom entsteht, wenn Blutgefäße wuchern und sich neu bilden. Je nach Größe dieser Blutgefäße unterscheidet man zwei Formen von Blutschwamm:

  1. Kapilläres Hämangiom: besteht aus kleinsten Blutgefäßen
  2. Kavernöses Hämangiom oder Kavernom: besteht aus weiten Gefäßräumen

Treten mehrere Hämangiome gleichzeitig auf, bezeichnet man dies als Hämangiomatose. Grundsätzlich kann überall dort, wo Blutgefäße vorkommen, auch ein Hämangiom entstehen: So ist zum Beispiel ein Blutschwamm in der Leber, im Gehirn oder anderen inneren Organen ebenso möglich wie in der Haut und im Knochen. Mehr als jeder zweite Blutschwamm findet sich im Kopf- und Halsbereich.

Oberflächlich gelegene Hämangiome erscheinen typischerweise als flache oder erhabene, hellrote bis bläuliche Verfärbungen auf der Haut. Das kapilläre Hämangiom ist meist angeboren, während sich beim Kavernom die Symptome meist erst in den ersten Lebenstagen entwickeln. In der Regel verursacht ein Hämangiom keine Beschwerden und verschwindet von selbst wieder, ohne dass etwas zurückbleibt. Je nach Lage und Wachstum kann ein Blutschwamm aber (z.B. im Gesicht) seelisch belasten oder (z.B. in der Achselhöhle) druckempfindlich sein, schmerzen und bluten.

Da die meisten Blutschwämme von selbst verschwinden, kann man bei einem kleinen Hämangiom oft auf eine Therapie verzichten. Vor allem, wenn einen Blutschwamm wächst, ist jedoch eine frühzeitige Behandlung ratsam – das trifft besonders auf Hämangiome im Gesicht, Genitalbereich, an Händen und Füßen sowie an der Streckseite großer Gelenke zu. Ziel ist es, das Wachstum zu stoppen beziehungsweise den Blutschwamm zu entfernen – zum Beispiel durch Lasertherapie oder Kälteanwendung (sog. Kryotherapie).

Weiterlesen: Hämangiom (Blutschwamm): Definition

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