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Gürtelrose (Herpes zoster)

Veröffentlicht von: Dr. med. Fabian Weiland (16. Juli 2013)

Keine Gürtelrose (Herpes zoster) ohne Windpocken: Eine Gürtelrose können nur diejenigen entwickeln, die in der Vergangenheit eine – manchmal unbemerkte – Windpocken-Infektion durchlebt haben. Der Grund: Beide Erkrankungen werden vom selben Virus ausgelöst, dem Varicella-Zoster-Virus.

Das Virus gehört zur Gruppe der Herpes-Viren und führt bei einer Infektion in der Kindheit normalerweise zu Windpocken. Sie heilen ab, die Viren überleben aber und verbleiben in einer Art Schlummerzustand im Körper: Sie nisten sich in Nervenknoten nahe dem Rückenmark ein – bestimmte Umstände können zu ihrer Reaktivierung führen. Dann lösen sie nicht erneut die Windpocken, sondern einen Herpes zoster aus. Dies geschieht in den meisten Fällen bei älteren Menschen, kann vereinzelt aber auch Kinder, Jugendliche oder jüngere Erwachsene betreffen, die sonst völlig gesund sind.

Das Bild zeigt den Hautausschlag bei einer Gürtelrose.

Eine Gürtelrose entsteht in der Regel nur in einer begrenzten Körperregion. (© Lineair-Siegfried Kramer/Imagebroker/OKAPIA)

Die Bezeichnung Gürtelrose leitet sich von den typischen Merkmalen der Erkrankung ab: Es bildet sich ein Hautausschlag in Form stecknadelkopfgroßer Bläschen auf rötlich geschwollener Haut. Der Ausschlag breitet sich in der Regel von der Wirbelsäule gürtelförmig entlang der infizierten Nervenbahn gürtelförmig um den Körper herum aus.

  • Die Haut schwillt dabei an,
  • färbt sich rötlich
  • und auf der Oberfläche entstehen kleine Blasen.

Die Symptome der Gürtelrose beschränken sich dabei meist auf eine Seite und nur ein begrenztes Areal, meist sind Brust- und Bauchhaut betroffen. Windpocken hingegen breiten sich über den ganzen Körper aus.

Doch der Hautausschlag ist nicht das einzige und oft auch nicht das erste Symptom einer Gürtelrose. Daneben macht sich Herpes zoster durch folgende Symptome bemerkbar:

  • Zu Beginn besteht oft ein allgemeines Krankheitsgefühl.
  • Die Betroffenen fühlen sich müde und haben leichtes Fieber.
  • Etwa zwei bis drei Tage später treten teils heftige, brennende Schmerzen und Empfindungsstörungen auf. Die Schmerzen bei Gürtelrose betreffen – ebenso wie der Ausschlag – den Körperbereich, den der infizierte Nerv versorgt.

Von Menschen mit Gürtelrose geht nur eine geringe Ansteckungsgefahr aus: Anders als Windpocken ist Gürtelrose nur über den Bläscheninhalt ansteckend (also durch Schmierinfektion) – und nur für diejenigen, die noch keine Windpocken hatten. Eine solche erste Ansteckung mit Varizellen führt dann nicht zu einem Herpes zoster, sondern zu Windpocken.

Eine Gürtelrose der Frau während der Schwangerschaft ist auch kein Risiko für das Ungeborene. Aber: Windpocken stellen ein Gesundheitsrisiko für das Ungeborene dar. Deshalb ist es ratsam, dass Menschen mit Herpes zoster engen Kontakt zu Schwangeren vermeiden, wenn diese noch keine Windpocken hatten und auch nicht dagegen geimpft sind.

Normalerweise verläuft eine Gürtelrose komplikationlos und heilt spätestens nach vier Wochen wieder aus. Vor allem bei älteren Menschen und bei geschwächter Immunabwehr kann ein Herpes zoster jedoch mit Komplikationen verbunden sein.

Allgemein gilt: Suchen Sie bei den ersten Anzeichen für eine Gürtelrose so schnell wie möglich einen Arzt auf, damit die Therapie optimal wirken kann. Umso schneller bilden sich die Symptome in der Regel wieder zurück.






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