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Gürtelrose (Herpes zoster): Zweiterkrankung nach Windpocken

Veröffentlicht von: Astrid Clasen (28. Juni 2017)

© Jupiterimages/Purestock

Gürtelrose (Herpes zoster) tritt meistens in höherem Lebensalter auf. Sie kann aber auch früher zuschlagen – vor allem, wenn das Immunsystem geschwächt ist. In jedem Fall ist es ratsam, die Gürtelrose schnell zu behandeln. Denn dann bessern sich die teils starken Beschwerden meist innerhalb weniger Stunden.

Was ist Gürtelrose?

Gürtelrose ist eine Hauterkrankung, die als Spätfolge einer Infektion mit dem Erreger der Windpocken auftritt – dem sogenannten Varicella-Zoster-Virus (VZV), auch humanes Herpes-Virus Typ 3 (HHV 3) genannt. Denn Varicella-Zoster-Viren beziehungsweise Varizellen gehören zur Gruppe der Herpesviren. Entsprechend bezeichnet man die Gürtelrose auch als Herpes zoster oder einfach als Zoster.

Anders ausgedrückt: Keine Gürtelrose ohne Windpocken! Einen Herpes zoster können nur diejenigen entwickeln, die in der Vergangenheit eine – manchmal unbemerkte – Windpocken-Infektion durchlebt haben.

Gürtelrose (Herpes zoster): Ansteckung

Ist Gürtelrose ansteckend?

Auch wenn Windpocken und Gürtelrose durch dieselben Erreger entstehen – das Risiko einer Ansteckung ist bei Herpes zoster geringer:

Anders als bei Windpocken, die sich auch durch Tröpfcheninfektion (z.B. durch Husten oder Niesen) übertragen, ist Gürtelrose nur ansteckend, wenn es zu direktem Kontakt mit dem Inhalt eines Bläschens kommt (sog. Schmierinfektion).

Allerdings ist Gürtelrose nur für diejenigen ansteckend, die sich vorher noch nie mit Varicella-Zoster-Viren infiziert haben. Eine solche erste Infektion mit Varizellen verursacht auch keine Gürtelrose, sondern Windpocken. Wer bereits Windpocken hatte, muss selbst bei engem Kontakt zu Menschen mit Gürtelrose keine Ansteckung befürchten.

Gürtelrose in der Schwangerschaft: Ein Risiko fürs Baby?

Eine Gürtelrose der Frau in der Schwangerschaft ist nicht ansteckend für das Ungeborene. Aber eine Ansteckung mit Windpocken stellt ein Gesundheitsrisiko für das Ungeborene dar. Denn wenn die werdende Mutter Windpocken entwickelt, kann sie in seltenen Fällen (1–2 von 100 Fällen) ihr ungeborenes Kind über die Plazenta anstecken. Diese Ansteckung ist in der 5. bis 24. Schwangerschaftswoche besonders gefährlich. Besonders eine Windpocken-Infektion der Mutter kurz vor oder nach der Geburt stellt ein Gesundheitsrisiko für das Neugeborene dar.

Deshalb vermeiden Menschen mit Gürtelrose besser engen Kontakt zu schwangeren Frauen, um keine Ansteckung zu riskieren. Das gilt vor allem dann, wenn die Schwangere nicht immun gegen Varizellen ist (weil sie nicht geimpft ist und noch keine Windpocken-Infektion durchgemacht hat). Sobald die Bläschen verkrustet sind, geht jedoch vom Herpes zoster keine Ansteckungsgefahr mehr aus.

Inkubationszeit

Für Gürtelrose lässt sich keine Inkubationszeit angeben: Wie viel Zeit von der ersten Ansteckung mit Varizellen bis zum Ausbruch der Krankheit vergeht beziehungsweise ob sich überhaupt jemals ein Herpes zoster entwickelt, ist nicht vorhersagbar.

Wer sich allerdings bei einem Menschen mit Gürtelrose oder Windpocken zum ersten Mal mit Varizellen ansteckt, bekommt in der Regel nach 14 bis 16 Tagen Windpocken. Die Inkubationszeit kann aber auch nur 8 Tage oder bis zu 28 Tage dauern.

Gürtelrose (Herpes zoster): Ursachen

Gürtelrose (Herpes zoster) hat dieselben Ursachen wie Windpocken: Beide Erkrankungen entstehen durch Varicella-Zoster-Viren beziehungsweise Varizellen.

Zwei Krankheiten, derselbe Erreger: Wie geht das?

Wer sich zum ersten Mal (meist in der Kindheit) mit dem Erreger ansteckt, bekommt normalerweise Windpocken – und keine Gürtelrose. Ursache für Herpes zoster ist eine erneute Aktivierung von schon im Körper vorhandenen Varicella-Zoster-Viren.

Und das geht so: Sind die Windpocken überstanden, wandert das Varicella-Zoster-Virus entlang der Nervenfasern zu bestimmten Nervenknoten der Wirbelsäule (sog. Spinalganglien). Das Virus kann auch bis zum Gehirn in die dortigen Nervenknoten (sog. Hirnganglien) vordringen.

  • In den Nervenknoten nistet es sich lebenslang ein und schlummert vor sich hin, ohne zwangsläufig eine Erkrankung zu verursachen.
  • Bestimmte Umstände können das schlummernde Varicella-Zoster-Virus jedoch reaktivieren – dann entwickelt sich eine Gürtelrose.
Man sieht einen Gürtelrose-Ausschlag. © Okapia

Die Reaktivierung der schlummernden Varicella-Zoster-Virus führt zu einer Gürtelrose: Dann bilden sich stecknadelkopfgroße Bläschen. (© Okapia/imagebroker/Siegfried Grassegger)

Warum genau es zur Reaktivierung der schlummernden Varizellen kommt, ist bisher nicht eindeutig geklärt. Auffällig ist jedoch, dass besonders ältere Menschen und solche mit geschwächtem Immunsystem häufiger eine Gürtelrose bekommen. Mögliche Ursachen für eine gestörte Körperabwehr sind zum Beispiel:

Allerdings können auch jüngere Erwachsene sowie Kinder und Jugendliche, die ansonsten völlig gesund sind, eine Gürtelrose entwickeln.

Weitere mögliche Auslöser für die Reaktivierung der Varizellen und somit für die Entstehung von Herpes zoster sind:

Übrigens: Nicht nur eine natürliche Infektion mit Varizellen kann eine Gürtelrose nach sich ziehen: Auch wer mit einem Lebendimpfstoff gegen Varizellen geimpft wurde, kann nachfolgend einen Herpes zoster entwickeln. Bei geimpften Kindern ist das Risiko für Gürtelrose aber bis zu 12-mal geringer als bei ungeimpften!

Gürtelrose (Herpes zoster): Symptome

Die Bezeichnung Gürtelrose (Herpes zoster) geht auf die typischen Symptome der Erkrankung zurück: Es bildet sich ein Hautausschlag, der sich in der Regel von der Wirbelsäule gürtelförmig entlang der infizierten Nervenbahn um den Körper herum ausbreitet.

  • Dabei schwillt die Haut an,
  • färbt sich rötlich und
  • auf der Oberfläche entstehen gruppenförmig angeordnete Knötchen.
  • Im weiteren Verlauf wandeln sich die Knötchen in stecknadelkopfgroße bis erbsengroße Bläschen um, die eine wässrige oder blutige Flüssigkeit enthalten können.

Das Bild zeigt den Hautausschlag bei einer Gürtelrose. © Okapia

Eine Gürtelrose entsteht in der Regel nur in einer begrenzten Körperregion. Der typische Ausschlag breitet sich oft gürtelförmig aus – daher der Name der Erkrankung.(© Lineair-Siegfried Kramer/Imagebroker/OKAPIA)

Der Hautausschlag ist allerdings nicht das einzige und oft auch nicht das erste Anzeichen einer Gürtelrose. Folgende Symptome sind bei Herpes zoster ebenfalls häufig:

  • Zu Beginn besteht oft ein allgemeines Krankheitsgefühl.
  • Die Betroffenen fühlen sich müde und haben leichtes Fieber.
  • Etwa zwei bis drei Tage später treten teils heftige, brennende Schmerzen und Empfindungsstörungen in dem Körperbereich auf, den der infizierte Nerv versorgt.
  • Bald darauf tritt dann der Hautausschlag auf.

Dass eine Gürtelrose im Anfangsstadium eher allgemeine Symptome auslöst, liegt vor allem daran, dass es ein paar Tage dauert, bis sich die Reaktivierung der ursächlichen Varicella-Zoster-Viren deutlich bemerkbar macht.

Anders als bei Windpocken, die sich über den ganzen Körper ausbreiten, sind die Symptome der Gürtelrose örtlich begrenzt: Der Bläschenausschlag zeigt sich nur auf einer Körperseite und nur in dem Gebiet, das der betroffene Rückenmarks- oder Hirnnerv versorgt. Gelegentlich fehlen diese Hautveränderungen allerdings: Eine solche Gürtelrose ohne Ausschlag bezeichnen Mediziner als Zoster sine herpete.

In der Regel ist die Brust- und Bauchhaut von Gürtelrose betroffen: Die Symptome bilden sich zunächst meist an der Wirbelsäule und breiten sich dann gürtelförmig um den Körper aus. Bei einem Herpes zoster am Rumpf können zusätzlich Lähmungen auftreten – diese Erkrankungsform ist jedoch eher selten. Bildet sich der Hausausschlag an den Genitalien, sprechen Mediziner vom Zoster genitalis.

Gürtelrose im Gesicht

Wenn sich Varicella-Zoster-Viren in den Hirnnerven befinden, kann eine Gürtelrose auch im Gesicht entstehen. Besonders häufig ist der Gesichtsnerv (Nervus trigeminus) befallen: Dann betreffen die Symptome des Herpes zoster Auge, Nase, Stirn und behaarte Kopfhaut einer Gesichtshälfte (sog. Zoster ophthalmicus). Bildet sich an der Hornhaut oder der Regenbogenhaut des Auges ein Geschwür, kann es zu bleibenden Schäden bis hin zur Erblindung kommen.

Das Bild zeigt eine Gürtelrose im Gesicht eines älteren Mannes. © Okapia

Eine Gürtelrose kann auch im Gesicht auftreten. (© Science Source/OKAPIA)

Hingegen führt ein Herpes zoster im Bereich des Ohrs (sog. Zoster oticus) bei bis zu 60 Prozent der Betroffenen zu einer Gesichtslähmung (sog. Fazialisparese), die sich jedoch in manchen Fällen vollständig zurückbildet. Auch wenn sich eine Gürtelrose am Hals bildet, können im Gesicht Symptome einer Muskellähmung auftreten. Der Kiefer kann ebenfalls von einer Gürtelrose betroffen sein (sog. Zoster maxillaris).

Gürtelrose (Herpes zoster): Diagnose

Eine Gürtelrose (Herpes zoster) kann der Arzt meist anhand einer Befragung zur Krankheitsgeschichte (sog. Anamnese) sowie anhand der typischen Symptome feststellen. Nur in Einzelfällen ist es zur Diagnose nötig, das ursächliche Varicella-Zoster-Virus (VZV) nachzuweisen. Das ist etwa dann der Fall, wenn:

  • eindeutige Symptome fehlen oder
  • gleichzeitig eine Immunschwäche, eine Erkrankung des Zentralnervensystems (ZNS: Gehirn und Rückenmark) oder eine Lungenentzündung vorliegt.

Auch eine Blutuntersuchung und eine Untersuchung der Hirnflüssigkeit (Liquor) können zum Einsatz kommen, um Hinweise auf eine Gürtelrose zu erhalten: Wer mit dem Varicella-Zoster-Virus infiziert ist, bildet sogenannte Antikörper gegen das Virus. Diese erhöhte Antikörperzahl kann man im Blut feststellen.

Bei einer Infektion mit Varizellen vermehren sich die Zellen in der Hirnflüssigkeit und der Eiweißgehalt nimmt leicht zu. Verläuft die Gürtelrose unkompliziert, ist die Untersuchung der Hirnflüssigkeit nicht notwendig. Löst der Herpes zoster jedoch Symptome wie Bewusstseinsstörungen oder Lähmungen aus, kann dies auf einen Gehirn- oder Rückenmarksbefall hinweisen – dann ist die Untersuchung empfehlenswert.

Gürtelrose © Jupiterimages/iStockphoto

Eine Gürtelrose beginnt häufig mit gruppierten Hautbläschen, die sich rasch ausbreiten.

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Häufig tritt Gürtelrose bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem auf. Daher ist es bei Herpes zoster grundsätzlich ratsam, im Rahmen der Diagnose auch nach Grund- und Begleiterkrankungen zu suchen.

Gürtelrose (Herpes zoster): Behandlung

Bei einer Gürtelrose (Herpes zoster) zielt die Behandlung darauf ab, die Symptome zu lindern und die Dauer der Erkrankung zu verkürzen. Normalerweise heilt die Erkrankung dann nach spätestens vier Wochen aus.

Wer frühzeitig Medikamente gegen den Herpes zoster bekommt, bei dem bessern sich die Schmerzen und die Hautrötungen meisten Fällen innerhalb weniger Stunden. Darum gilt: Suchen Sie bei den ersten Anzeichen für Gürtelrose so schnell wie möglich einen Arzt auf, damit die Behandlung optimal wirken kann. Umso besser ist die Chance, dass sich die Symptome schnell wieder zurückbilden.

Der Arzt verschreibt Ihnen dann in der Regel Medikamente, deren Wirkstoffe gezielt gegen Herpesviren gerichtet sind: Diese sogenannten Virostatika bekämpfen die Erreger der Gürtelrose, indem sie deren Vermehrung hemmen. So eignen sich zur Behandlung des Herpes zoster zum Beispiel die Wirkstoffe

Gegen die brennenden Schmerzen bei Gürtelrose kommt meist eine zusätzliche Behandlung mit Schmerzmitteln zum Einsatz: So können zum Beispiel nicht-steroidale Antirheumatika wie Diclofenac die mit Herpes zoster verbundenen Schmerzen lindern. Nehmen Sie die Schmerzmittel konsequent ein, damit es nicht zu sogenannten postherpetischen Schmerzen kommt. Diese starken Schmerzen können als Folge einer Gürtelrose auftreten und über lange Zeit anhalten.

Neben der ärztlichen Herpes-zoster-Therapie gibt es aber auch einiges, was Sie selbst gegen Gürtelrose tun können:

  • In erster Linie ist es wichtig, dass Sie sich ausruhen und Ihrem Körper eine Ruhepause gönnen.
  • Außerdem ist es ratsam, die entzündete Haut sorgfältig zu pflegen.
  • Es stehen auch verschiedene Puder und Lösungen zur Verfügung, mit denen Sie Ihre Beschwerden lindern können.

Fragen Sie am besten Ihren behandelnden Arzt oder einen Apotheker: Diese können Ihnen entsprechende Mittel empfehlen.

Gürtelrose (Herpes zoster): Verlauf

Gürtelrose (Herpes zoster) verläuft überwiegend harmlos und hat eine gute Prognose: Zwei Drittel der Fälle heilen folgenlos aus. Auch ohne Behandlung bildet sich die Gürtelrose meist nach einer Dauer von zwei bis vier Wochen wieder zurück.

Allerdings kann der für Gürtelrose typische Hautausschlag auch bei mildem Verlauf Spuren hinterlassen: Ist der Herpes zoster abgeheilt, bleiben häufig pigmentierte Hautbereiche zurück. Die betroffene Haut ist dann entweder stärker gebräunt oder hat ihre Tönung verloren.

Außerdem hängt der Verlauf einer Gürtelrose vom Alter der Betroffenen ab: Bei Kindern verläuft die Erkrankung in der Regel unkompliziert. Bei Erwachsenen kann der Herpes zoster hingegen zum Teil mit starken Schmerzen verbunden sein. Eine konsequente Schmerztherapie ist wichtig, um anhaltende sogenannte postherpetische Schmerzen zu vermeiden.

Komplikationen

Eine Gürtelrose kann mit verschiedenen Komplikationen verbunden sein. So kann es in seltenen Fällen zu bleibenden Lähmungen kommen, die zum Beispiel das Gesicht, aber auch das Zwerchfell betreffen können. Weitere mögliche entzündliche Komplikationen von Herpes zoster sind:

Sind die Nervenwurzeln oder Nerven bei der Gürtelrose mitbeteiligt, kann sich eine Polyneuropathie oder ein Guillain-Barré-Syndrom entwickeln: Bei Letzterem treten oft Muskelschwächen auf, die von den Beinen aufsteigen und nachfolgend bis zu einer Lähmung der Arme und Beine führen können. In seltenen Fällen kann auch das Zwerchfell beim Herpes zoster mitbeteiligt sein und die Atmung ausfallen – dies macht eine Beatmung der Betroffenen notwendig.

Treten bei einer Gürtelrose Komplikationen in Gehirn und Rückenmark mit Halbseiten- oder Querschnittsyndromen auf, kann die Erkrankung zu einem ernsthaften Zustand führen – die Betroffenen benötigen dann eine intensivmedizinische Behandlung.

In seltenen Fällen kann sich eine Gürtelrose auf den ganzen Körper und die inneren Organe ausbreiten (sog. Zoster generalisatus) – dabei handelt es sich ebenfalls um eine lebensbedrohliche Komplikation. So schwerwiegend kann ein Herpes zoster besonders bei Menschen verlaufen, die eine Immunschwäche haben oder deren Immunsystem durch Medikamente (Immunsuppressiva) unterdrückt ist.

In etwa 10 bis 15 von 100 Fällen können die mit einer Gürtelrose einhergehenden Nervenschmerzen über längere Zeit bestehen (sog. Post-Zoster-Neuralgie oder postherpetische Neuralgie) – bei über 60-Jährigen ist davon jeder zweite betroffen. Eine Post-Zoster-Neuralgie kann Monate bis Jahre andauern. Eine rechtzeitige Schmerzbehandlung kann dazu beitragen, weitere Komplikationen zu verhindern. Eine besonders wirksame Schmerztherapie besteht in der Kombination aus Schmerzmitteln (Analgetika) und bestimmten Arzneimitteln gegen psychische Erkrankungen, die auch bei Herpes zoster wirken (sog. trizyklische Antidepressiva).

Gürtelrose (Herpes zoster): Vorbeugen

Seit Kurzem ist ein Impfstoff verfügbar, mit dem man einer Gürtelrose (Herpes zoster) in gewissen Maß vorbeugen kann.

Der bei der Impfung gegen Gürtelrose verwendete Impfstoff ist viel höher konzentriert als der gegen Windpocken. Die Impfung ist in der Regel gut verträglich. Lassen sich Menschen ab dem 60. Lebensjahr impfen, sinkt ihr Risiko für Gürtelrose um mehr als die Hälfte. Tritt trotz der Impfung ein Herpes zoster auf, verläuft die Erkrankung wesentlich harmloser als bei ungeimpften Menschen. Außerdem sinkt das Risiko für eine Post-Zoster-Neuralgie um das Dreifache.

Das Bild zeigt eine Spritze und vier Glasfläschchen. © Jupiterimages/iStockphoto

Eine Impfung kann vor Herpes zoster schützen.

Doch egal, ob Sie geimpft sind oder nicht – allgemein gilt: Sollten Sie Anzeichen für eine Gürtelrose an sich entdecken, gehen Sie so schnell wie möglich zum Arzt. Denn je früher man einen Herpes zoster behandelt, umso schneller heilt er auch wieder ab. So können Sie auch möglichen Komplikationen weitgehend vorbeugen.

Wenn Sie bereits eine Gürtelrose haben, sind in der Regel keine besonderen Verhaltensmaßnahmen zum Schutz vor einer Ansteckung Ihrer Mitmenschen nötig, da Herpes zoster wenig ansteckend ist.

Eine Ausnahme gilt im Umgang mit Schwangeren: Hier ist es wichtig, das Ungeborene nicht zu gefährden. Wer eine Gürtelrose hat, sollte darum engen Kontakt zu schwangeren Frauen vermeiden! Der Grund: Wer nicht gegen die ursächlichen Varizellen immun ist (weil nie eine Windpocken-Infektion bestand und auch kein Impfschutz besteht), kann sich über den Inhalt der Herpes-zoster-Bläschen anstecken und Windpocken entwickeln. Passiert dies einer Frau während der Schwangerschaft, kann sie in seltenen Fällen die Erreger auf das Ungeborene übertragen. Geschieht dies kurz vor oder nach der Geburt des Kindes, besteht auch für das Neugeborene ein schwerwiegendes Gesundheitsrisiko.

Gürtelrose (Herpes zoster): Weitere Informationen

ICD-10-Diagnoseschlüssel:

Hier finden Sie den passenden ICD-10-Code zu "Gürtelrose (Herpes zoster)":

Onmeda-Lesetipps:

Arzneimittelinformationen zu Gürtelrose
Forum Haut & Körperpflege
Gürtelrose-Quiz

Quellen:

Herold, G.: Innere Medizin. Eigenverlag, Köln 2017

Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Stand: 2017)

Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut. Epidemiologisches Bulletin 34/2016. Online-Informationen des Robert-Koch-Instituts: www.rki.de (Stand: 29.8.2016)

RKI-Ratgeber für Ärzte: Windpocken, Herpes zoster (Gürtelrose). Online-Informationen des Robert-Koch-Instituts: www.rki.de (Stand: 30.3.2016)

Hof, H., Dörries, R.: Duale Reihe Medizinische Mikrobiologie. Thieme, Stuttgart 2014

Impfung gegen Varizellen im Kindesalter: Empfehlung einer zweiten Varizellenimpfung – Empfehlung und Begründung. Epidemiologisches Bulletin 32/2009. Online-Informationen des Robert-Koch-Instituts: www.rki.de (Stand: 10.8.2009)

Rassner, G.: Dermatologie. Lehrbuch und Atlas. Urban & Fischer, München 2009

Comberg, H.-U., Klimm, H.-D. (Hrsg.): Allgemeinmedizin. Thieme, Stuttgart 2004

Aktualisiert am: 28. Juni 2017

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