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Magenschleimhaut­entzündung (Gastritis)

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (13. Juni 2017)

© Jupiterimages/iStockphoto

Eine Magenschleimhautentzündung (Gastritis) kann akut oder chronisch verlaufen. Deutliche Beschwerden treten dabei vor allem bei einer akuten Magenschleimhautentzündung auf. Eine chronische Gastritis verursacht dagegen oft keine Symptome.

Was ist eine Gastritis?
Eine Gastritis ist eine entzündliche Erkrankung der Magenschleimhaut, die nicht ansteckend ist.

Magenschleimhautentzündungen kommen in Deutschland häufig vor. Man schätzt, dass 23 von 100 Frauen und 18 von 100 Männern im Laufe ihres Lebens einmal eine Gastritis entwickeln.

Vor allem im höheren Lebensalter tritt eine Magenschleimhautentzündung häufiger auf. So liegt bei schätzungsweise fast jedem zweiten über 50-Jährigen eine chronische Magenschleimhautentzündung vor. Da diese oft völlig unbemerkt verläuft, wird sie meist eher zufällig entdeckt.

Mögliche Symptome

Eine Magenschleimhautentzündung (Gastritis) kann unterschiedliche Symptome hervorrufen. Je nachdem, wie schnell sich die Erkrankung entwickelt und wie lange sie anhält, unterscheidet man zwischen akuten und chronischen Formen.

Akute Magenschleimhautentzündung (akute Gastritis)

Bei einer akuten Magenschleimhautentzündung können die Symptome sehr plötzlich auftreten. Meist ist sie die Folge von  Schmerzmittelüberdosierungen, Lebensmittelvergiftungen oder akuten Magen-Darm-Infekten.

Eine akute Gastritis kann sich zum Beispiel durch folgende Symptome äußern:

Typisch für eine akute Magenschleimhautentzündung: Die Symptome verstärken sich beim Essen.

Gastritis: Das Bild zeigt eine Frau, die Bauchschmerzen hat. © Jupiterimages/iStockphoto

Bauchschmerzen können Symptom einer Gastritis sein.

Chronische Magenschleimhautentzündung (chronische Gastritis)

Eine Magenschleimhautentzündung kann sich auch über lange Zeit entwickeln, ohne sich durch besondere Symptome bemerkbar zu machen: Eine solche chronische Gastritis bleibt deswegen oft lange unentdeckt. Nur in seltenen Fällen verursacht die chronische Magenschleimhautentzündung Symptome, wie zum Beispiel:

Das sind die Ursachen

Eine Magenschleimhautentzündung (Gastritis) kann unterschiedliche Ursachen haben und in verschiedenen Formen auftreten. Allen Formen haben gemeinsam, dass sie die Zellen der Magenschleimhaut stark reizen und schädigen.

Der Magensaft enthält Magensäure. Sie ist unter anderem wichtig, um Speisen gut verdauen zu können. Außerdem dient der saure Magensaft als erste Barriere gegen Keime. Normalerweise schützt die Magenschleimhaut die tieferliegenden Schichten der Magenwand (z.B. die Muskeln des Magens) vor der aggressiven Magensäure. Wenn der Magen jedoch zu viel Säure bildet oder die Schutzschicht geschädigt ist, kann eine Gastritis entstehen. Diese tritt entweder in akuter Form auf und klingt bald wieder ab oder nimmt einen chronischen (lang andauernden) Verlauf.

Akute Magenschleimheitentzündung (akute Gastritis)

Eine akute Gastritis kann zum Beispiel folgende Ursachen haben:

Auch Stress kann unter Umständen eine akute Gastritis auslösen. Denn wer ständig Stress hat, bei dem produziert der Magen mehr sauren Magensaft.

Chronische Magenschleimheitentzündung (chronische Gastritis)

Bei einer chronischen Gastritis kommen verschiedene Ursachen infrage. Meistens ist diese entweder durch eine Fehlreaktion der körpereigenen Abwehr, durch Bakterien oder chemisch bedingt – entsprechend kann man sie in die drei folgenden Typen einteilen:

  • Gastritis vom Typ A (für "autoimmun")
  • Gastritis vom Typ B (für "bakteriell")
  • Gastritis vom Typ C (für "chemisch")

Chronische Gastritis vom Typ A (Autoimmun-Gastritis)

Die chronische Magenschleimhautentzündung vom Typ A ist eine eher seltene Autoimmunerkrankung: Ursachen für die Typ-A-Gastritis sind bestimmte Eiweiße (sog. Antikörper), die die körpereigene Abwehr bildet und die sich gegen körpereigenes Gewebe richten. Mediziner sprechen  deshalb auch von Autoimmun-Gastritis. Meist greifen die Antikörper bei dieser Erkrankungsform die sogenannten Belegzellen an, also jene Zellen der Magenschleimhaut, die die Magensäure bilden.

Häufig finden sich bei einer Typ-A-Gastritis auch Antikörper gegen den sogenannten Intrinsic-Faktor, ein von den Belegzellen hergestelltes Glykoprotein. Er ermöglicht es, dass Vitamin B12 im Dünndarm aufgenommen werden kann. Fehlt der Intrinsic-Faktor, kann sich ein Vitamin-B12 -Mangel entwickeln.

Bei einer Typ-A-Gastritis nehmen die Belegzellen Schaden. Als Folge bildet der Magen weniger Säure. Das wiederum signalisiert dem Magen, das Hormon Gastrin auszuschütten. Denn Gastrin regt im gesunden Magen die Säureproduktion der Belegzellen an. Sobald die Belegzellen die geforderte Säure abgeben, sinkt die Gastrinmenge normalerweise wieder. Sind die Belegzellen jedoch wie bei der Typ-A-Gastritis zerstört, funktioniert dieser Regulierungsmechanismus nicht mehr: Der Magen setzt weiterhin Gastrin frei. Über einen längeren Zeitraum kann das in manchen Fällen sogenannte Karzinoide verursachen. Darunter versteht man spezielle, in der Regel gut zu heilende Formen eines bösartigen Tumors des Magen-Darm-Trakts.

Die chronische Gastritis vom Typ A ist mit etwa 5 Prozent die seltenste Form der chronischen Magenschleimhautentzündung. Sie betrifft vorwiegend den Hauptteil des Magens (den sog. Magenkörper oder Korpus).

Chronische Gastritis vom Typ B (bakterielle Gastritis, Helicobacter-pylori-Gastritis)

Eine chronische Magenschleimhautentzündung vom Typ B entsteht durch Bakterien, meist durch Helicobacter pylori (sog. Helicobacter-pylori- oder Hp-Gastritis). In seltenen Fällen können auch andere Bakterien die Ursache sein.

Helicobacter-pylori-Bakterien können im sauren Milieu des Magens nur Dank eines besonderen Mechanismus überleben: Sie siedeln sich auf der Oberfläche der Magenschleimhaut an und schaffen sich mithilfe eines Enzyms namens Urease ein alkalisches, also weniger saures Milieu. Das ermöglicht es den Bakterien, zu überleben. Für den Magen ist das jedoch nachteilig. Denn das alkalische Milieu stört die Regulierung der Magensäureproduktion und schädigt die Schleimhaut.

Mit zunehmendem Lebensalter steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Helicobacter pylori den Magen besiedelt: Fast 60 Prozent der über 60-Jährigen in den westlichen Ländern sind mit dem Erreger infiziert. Allerdings entwickeln nicht alle Menschen, bei denen man Helicobacter pylori im Magen nachweisen kann, auch eine bakterielle Magenschleimhautentzündung.

Die chronische Gastritis vom Typ B macht mit etwa 85 Prozent die häufigste aller chronischen Magenschleimhautentzündungen aus. Meist betrifft sie den hinteren Magenabschnitt vor dem Übergang zum Magenpförtner (Antrum).

Gastritis: Die Anatomie des Magens © LifeART image/2001/ Lippncott Williams & Wilkins all rights rese

Aufbau des Magens: Bei einer Gastritis vom Typ B ist meist der Antrum-Bereich betroffen.

Chronische Gastritis vom Typ C (chemisch-toxische Gastritis)

Eine chronische Magenschleimhautentzündung vom Typ C nennen Mediziner auch chemisch-toxische Gastritis. Sie wird durch Substanzen verursacht, die schädigend auf die Magenschleimhaut wirken.

So kann etwa die Einnahme bestimmter Schmerzmittel (sog. NSAR, also Wirkstoffe wie Acetylsalicylsäure, Ibuprofen) über längere Zeit zur Entstehung einer Magenschleimhautentzündung beitragen. Insbesondere wenn gleichzeitig andere Medikamente eingenommen werden, wie zum Beispiel Gerinnungshemmer oder Glukokortikoide ("Kortison"). Auch ein übermäßiger Alkoholkonsum kann die Ursache einer Gastritis sein.

Daneben kann Gallensaft, der aus dem Zwölffingerdarm in den Magen zurückfließt, die Schleimhaut im Bereich des Magenpförtners (sog. Pylorus) schädigen und dadurch zu einer Magenschleimhautentzündung führen.

Eine chronische Magenschleimhautentzündung tritt in etwa 10 Prozent der Fälle als Gastritis vom Typ C auf. Sie betrifft überwiegend den Magenpförtner.

Diagnose

Bei einer akuten Magenschleimhautentzündung (Gastritis) ergibt sich ein erster Verdacht in der Regel bereits anhand der typischen Beschwerden. Beispielsweise schmerzt oft der Oberbauch, wenn man mit der Hand Druck auf ihn ausübt. Eine chronische Magenschleimhautentzündung macht sich hingegen eher selten durch Beschwerden bemerkbar – ihre Diagnose erfolgt daher oft zufällig.

Nur eine Magenspiegelung ermöglicht eine sichere Gastritis-Diagnose: Hierbei kann der Arzt mit einem schlauchförmigen Endoskop in den Magen schauen und kleine Gewebeproben aus der Schleimhaut entnehmen. Durch den direkten Blick in den Magen und durch die feingewebliche Untersuchung des entnommenen Magengewebes kann der Arzt feststellen, ob es sich tatsächlich um eine Magenschleimhautentzündung handelt. Zudem ist es so möglich, andere Erkrankungen wie ein Magengeschwür oder eventuell auch Magenkrebs ausschließen.

Da hinter einer Magenschleimhautentzündung häufig eine Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori steckt, ist es ratsam, ergänzend zur Magenspiegelung diesen Erreger zu suchen. Hierfür gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Harnstoff-Atemtest: Für den Test nehmen die Betroffenen eine Harnstoff-Präparat zu sich, welches die speziell markierten Kohlenstoffatome C13 oder C14 enthält (C ist das Elementsymbol für Kohlenstoff im Periodensystem). Liegt eine Infektion mit Helicobacter pylori vor, wandeln die Bakterien den Harnstoff um und setzen dabei C13- oder C14-markiertes Kohlendioxid frei. Das vom Betroffenen ausgeatmete Kohlendioxid sammelt man in einem Behälter und wertet es aus. So gelingt der Nachweis des Erregers mit hoher Wahrscheinlichkeit.
  • Bakterienkultur: Eine andere Möglichkeit Helicobacter pylori als mögliche Ursache nachzuweisen, besteht darin, eine Bakterienkultur aus einer entnommenen Gewebeprobe zu züchten.
  • Helicobacter-Urease-Test (HUT): Dieser Test zeigt, ob die Gewebeprobe das Enzym Urease enthält, was als Nachweis für Helicobacter pylori gilt.

Daneben können zur Diagnose einer Gastritis auch weitere Untersuchungen zum Einsatz kommen, wie zum Beispiel:

Behandlung – was kann man tun?

Bei einer Magenschleimhautentzündung (Gastritis) richtet sich die Behandlung nach der jeweiligen Ursache.

Akute Magenschleimhautentzündung (akute Gastritis)

Da der saure Magensaft eine wesentliche Rolle bei der Entstehung einer akuten Gastritis spielt, kommen zur Behandlung vor allem Medikamente zum Einsatz, die die Bildung von Magensäure hemmen (sog. Säureblocker). Am wirksamsten sind hierbei die Protonenpumpenhemmer (z.B. die Wirkstoffe Omeprazol, Pantoprazol, Esomeprazol). Außerdem können Wirkstoffe, die den sogenannten Histamin-2-Rezeptor blockieren (H2 -Rezeptorenblocker wie Cimetidin und Ranitidin) und damit ebenfalls die Magensäureproduktion hemmen, zur Behandlung beitragen.

Gegen eine akute Magenschleimhautentzündung hilft diese Behandlung in mehrfacher Hinsicht: Zum einen lindert die verminderte Magensäureproduktion die mit der Gastritis einhergehenden Schmerzen, zum anderen kann sich die Schleimhaut von der Säure erholen. Auch säurebindende Mittel (sog. Antazida), die die Magensäure neutralisieren, können Ihre Beschwerden bessern. Sie verringern allerdings nicht die Bildung der Magensäure.

Verkrampft der Magen durch die akute Magenschleimhautentzündung stark, kommen zur Behandlung weitere Medikamente infrage: Dann helfen Mittel, die die Magenbewegung anregen (sog. Prokinetika, z.B. mit den Wirkstoffen Metoclopramid oder Domperidon).

Außerdem ist es bei einer Magenschleimhautentzündung wichtig, die Magenschleimhaut möglichst wenig zu schädigen und zu reizen. Um die Behandlung zu unterstützen, sollten man am besten zumindest vorübergehend folgende Dinge meiden:

Chronische Magenschleimhautentzündung (chronische Gastritis)

Typ-B-Gastritis

Bei einer Typ-B-Gastritis ist meist das Bakterium Helicobacter pylori für die Magenschleimhautentzündung verantwortlich. Die sogenannte Eradikations-Therapie soll  die Bakterien abtöten.

Während einer Eradikations-Therapie nehmen Sie über einen Zeitraum von sieben Tagen gleichzeitig zwei Antibiotika (die Wirkstoffe Clarithromycin und Amoxicillin oder Clarithromycin und Metronidazol) sowie einen Säureblocker (Protonenpumpenhemmer) in genau festgelegter Dosierung ein. Diese Gastritis-Behandlung mit drei Medikamenten heißt auch Triple-Therapie (Dreifach-Therapie). In hartnäckigen Fällen schließt sich eine sogenannte Vierfach-Therapie an, bei der drei verschiedene Antibiotika und ein Protonenpumpenhemmer eingenommen werden.

Typ-A-Gastritis

Liegt zusätzlich zu einer Typ-A-Gastritis auch ein Nachweis von Helicobacter-pylori-Bakterien vor, bessert sich Magenschleimhautentzündung teilweise, wenn man sie mit einer Eradikations-Therapie behandelt.

Bei einer chronischen Magenschleimhautentzündung vom Typ A, greift das Abwehrsystem des Körpers im Magen fälschlicherweise eigene Zellen an. Als Folge kommt es oft zum einem Mangel an Vitamin B12, der zu einer bestimmten Form der Blutarmut führen kann: der perniziösen Anämie. Liegt beim Betroffenen nachweislich ein Vitamin-B12-Mangel vor, erhält er Vitamin B12 regelmäßig in Form von Spritzen, da der Körper in solch einem Fall das Vitamin nicht aus der Nahrung aufnehmen kann.

Typ-C-Gastritis

Bei einer Typ-C-Gastritis hängt die Behandlung vom jeweiligen Auslöser ab. Verursachen Medikamente die Magenschleimhautentzündung, sollten diese nach Rücksprache mit dem Arzt abgesetzt oder gegen Alternativen ausgetauscht werden. Können die Medikamente nicht ohne Weiteres abgesetzt werden, lassen sich die Beschwerden durch die zusätzliche Einnahme von Protonenpumpenhemmern verringern. Liegt die Ursache der Typ-C-Gastritis dagegen in einem Gallensäurerückfluss, kann eine Operation notwendig werden.

Ernährung

Bei einer Magenschleimhautentzündung lassen sich die Beschwerden bis zu einem gewissen Maß über die Ernährung beeinflussen. Wer auf ein paar Dinge achtet, kann mit einer angepassten Ernährung die Beschwerden unter Umständen lindern und zur Heilung beitragen.

Grundsätzlich ist es wichtig, bei einer Gastritis nur Sachen zu essen, die Sie vertragen. Ihr Magen teilt Ihnen mit, wenn er bestimmte Lebensmittel oder Nährstoffe derzeit nicht gut verarbeiten kann – hören Sie auf Ihren Körper!

In puncto Ernährung können folgende Tipps bei einer Magenschleimhautentzündung hilfreich sein:

  • Nehmen Sie keine großen Portionen zu sich, sondern lieber mehrere kleine Mahlzeiten.
  • Trinken Sie keinen oder nur wenig Kaffee / koffeinhaltige Getränke.
  • Meiden Sie große Mengen scharfer Gewürze.
  • Essen Sie fettreduziert.
  • Kauen Sie gut und essen Sie langsam.
  • Meiden Sie blähende Speisen.

Gastritis: Das Bild zeigt eine Frau, die Nudeln isst. © Jupiterimages/Stockbyte

Sie können Ihre Gastritis mithilfe der Ernährung bessern.

Weniger geeignet bei einer Magenschleimhautentzündung ist eine Ernährung mit folgenden Lebensmitteln oder Zubereitungsarten:

  • fette Saucen
  • große Mengen Fett
  • sehr grobe Vollkornprodukte
  • frittierte Kartoffelgerichte
  • fette Eierspeisen
  • unreifes Obst
  • schwer verdauliche und blähende Gemüse wie Kohl, Kraut, Erbsen und Bohnen
  • fette Süßigkeiten

In manchen Fällen macht es eine Magenschleimhautentzündung notwendig, die Ernährung eine Zeit lang komplett auf Flüssigkost umzustellen, um den Magen zu schonen. Vielen Menschen mit Gastritis ist zudem übel, sodass sie ihre Ernährung automatisch an ihr Wohlbefinden anpassen.

Verlauf

Eine Magenschleimhautentzündung (Gastritis) kann akut auftreten, also plötzlich und mit deutlich spürbaren Magenbeschwerden. Eine akute Gastritis ist meist nur von kurzer Dauer. Eine Magenschleimhautentzündung kann aber auch chronisch verlaufen, sich also über einen längeren Zeitraum entwickeln. Bei einer chronischen Gastritis treten Beschwerden eher selten auf.

Prognose

Ob die Magenschleimhautentzündung akut oder chronisch verläuft, hat großen Einfluss auf die Prognose. Die Heilungsaussichten einer akuten Magenschleimhautentzündung sind bei entsprechender Behandlung und magenfreundlicher Lebensweise gut: Dann heilt die Gastritis meist schnell.

Bei einer Gastritis mit chronischem Verlauf ist die Prognose unter Umständen weniger günstig: Eine chronische Magenschleimhautentzündung kann eine langwierige Behandlung erfordern und den Magen mitunter auf Dauer schädigen.

Mögliche Komplikationen

Bei einer Magenschleimhautentzündung kann es zu verschiedenen Komplikationen kommen. So kann die Entzündung bei stark geschädigter Magenschleimhaut in ein Magengeschwür oder ein Zwölffingerdarmgeschwür übergehen. Es kann zu Magenblutungen oder zu einem Magendurchbruch (Magenperforation) kommen. In diesen Fällen geht es den Betroffenen meist sehr schlecht – dann ist es wichtig, schnell ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Das Risiko, Magenkrebs zu bekommen, ist bei einer Magenschleimhautentzündung mit geschädigter Magenschleimhaut ebenfalls erhöht. Bei Menschen mit einer chronischen Gastritis durch Helicobacter pylori liegt das Risiko – verglichen mit nicht infizierten Menschen – zwei- bis dreimal so hoch.

Nachsorge

Eine Infektion mit Helicobacter pylori lässt sich in der Regel mit Medikamenten gut behandeln. Allerdings tritt die Gastritis in einigen Fällen trotz erfolgreicher Behandlung erneut auf (sog. rezidivierender Verlauf). Zur Nachsorge lassen sich die Betroffenen deshalb am besten in größeren Abständen immer wieder untersuchen.

Auch bei den anderen chronischen Formen der Magenschleimhautentzündung (Typ A und C) ist eine Nachsorge in Form einer regelmäßigen ärztlichen Kontrolle wegen des (wenn auch gering) erhöhten Krebsrisikos empfehlenswert.

Vorbeugen

Wenn Sie einer Magenschleimhautentzündung (Gastritis) vorbeugen möchten, ist es grundsätzlich ratsam, auf eine magenfreundliche Ernährung zu achten. Das bedeutet: Nicht erst bei einer Gastritis Speisen und Getränke meiden, die den Magen reizen und die Sie nicht gut vertragen. Das gilt zum Beispiel für sehr scharfes und heißes Essen sowie für Alkohol und Kaffee.

Da eine Magenschleimhautentzündung durch Stress bedingt sein kann, ist es außerdem empfehlenswert, Stress abzubauen. Entspannungstechniken wie autogenes Training und progressive Muskelentspannung nach Jacobsen können beispielsweise zum seelischen Wohlbefinden beitragen. Bei starker stressbedingter Gastritis verschreibt Ihnen Ihr Arzt möglicherweise vorbeugend Säureblocker (Protonenpumpenhemmer).

Weil Rauchen die Magenschleimhaut ebenfalls angreift, ist es zum Vorbeugen einer Magenschleimhautentzündung sinnvoll, aufs Rauchen zu verzichten. Wenn Sie regelmäßig Medikamente einnehmen, die den Magen schädigen (z.B. Schmerzmittel aus der Gruppe der NSAR), kann es nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ratsam sein, die Medikamente abzusetzen und über Alternativen zu sprechen.

Ist Ihr Magen nachweislich mit dem Bakterium Helicobacter pylori besiedelt, ohne dass dies Beschwerden oder Schleimhautschäden nach sich zieht, erfordert die bakterielle Besiedelung keine (vorbeugende) Behandlung. Nur wenn eine Gastritis oder ein Magengeschwür beziehungsweise entsprechende Symptome auftreten, ist eine Therapie mit Antibiotika und Säureblockern (sog. Eradikations- bzw. Triple-Therapie) ratsam.

Gastritis: Das Bild zeigt eine Frau mit Kopfhörern und geschlossenen Augen. © Jupiterimages/Stockbyte

Stressabbau senkt das Risiko für eine Gastritis.

Weitere Informationen

ICD-10-Diagnoseschlüssel:

Hier finden Sie den passenden ICD-10-Code zu "Gastritis (Magenschleimhaut­entzündung)":

Onmeda-Lesetipps:

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Quellen:

Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2017

Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS): Helicobacter pylori und gastroduodenale Ulkuskrankheit. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 021/001 (Stand: Februar 2016)

Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013

Robert Koch-Institut (Hg.): Gastritis, Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre. Robert Koch-Institut, Berlin 2013

Biesalski, H. K., Bischoff, S., Puchstein, C.: Ernährungsmedizin. Thieme, Stuttgart 2010

Kasper, H., Burghardt, W.: Ernährungsmedizin und Diätetik. Urban & Fischer, München 2009

Suter, P. M.: Checkliste Ernährung. Thieme, Stuttgart 2008

Lehnert, H., Werdan, K.: Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2006

Aktualisiert am: 13. Juni 2017

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