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Ganglion (Überbein): Knötchen unter der Haut

Veröffentlicht von: Till von Bracht (25. Februar 2016)

© Jupiterimages/iStockphoto

Ein Ganglion (Überbein) ist eine häufige, aber harmlose knötchenförmige Veränderung unter der Haut im Bereich einer Gelenkkapsel oder Sehnenscheide – zum Beispiel am Finger, am Knie oder an der Hand. 

Besonders oft bildet sich ein Ganglion am Handgelenk oder Finger: Das Überbein ist sogar der häufigste gutartige Weichteiltumor der Hand. Das Wort Tumor ist dabei allerdings im Sinne einer Schwellung oder Gewebe-Neubildung zu verstehen – mit einer Krebserkrankung hat ein Ganglion nichts zu tun!

Beim Ganglion bildet sich unter der Haut eine mit Flüssigkeit gefüllte Kammer, die mit der darunterliegenden Gelenkkapsel oder Sehnenscheide verbunden ist. Das so entstehende Knötchen kann die Größe einer Erbse oder Kirsche erreichen. Neben der Hand kann ein Überbein auch an anderen Gelenken, zum Beispiel am Fuß oder Knie, auftreten.

In vielen Fällen bereitet ein Ganglion gar keine Beschwerden, sondern stellt für die Betroffenen "lediglich" ein kosmetisches Problem dar – denn die kleinen Knötchen sind häufig unter der Haut zu sehen und zu ertasten. Drückt das Überbein jedoch auf einen Nerv, entstehen mäßige, belastungsabhängige bis hin zu sehr starke, ausstrahlende Schmerzen. Auch ein Druck- oder Taubheitsgefühl ist möglich.

Ganglion (Überbein) an der Hand. © Okapia

Beim Ganglion bildet sich unter der Haut eine mit Flüssigkeit gefüllte Kammer. © Dr. med. J. P. Müller/OKAPIA

Wieso sich bei einem Ganglion vermehrt neue Gelenkflüssigkeit bildet und dann in das umliegende Weichteilgewebe einbricht, ist bislang noch nicht genau geklärt. Als Ursachen kommen unter anderem angeborene Störungen infrage. Darüber hinaus können Überlastungen die Gelenkkapsel beschädigen und so ein Überbein begünstigen.

Ganglion ist nicht gleich Ganglion

Der Begriff "Ganglion" wird in der Medizin für zwei unterschiedliche Dinge verwendet: In der Chirurgie und Orthopädie bezeichnet man als Ganglion eine mit Flüssigkeit gefüllte Zyste, die mit der darunterliegenden Gelenkkapsel oder Sehnenscheide verbunden ist. Umgangsprachlich sind diese Knötchen auch als Überbein bekannt. 

Eine Ansammlung von Nervenzellen im peripheren Nervensystem wird ebenfalls Ganglion genannt. Dies führt zu einer Verdickung des Nervs, weshalb man auch von "Nervenknoten" sprechen kann. 

Um ein Ganglion – also ein Überbein – zu diagnostizieren, können neben der körperlichen Untersuchung weitere technische Hilfsmittel wie Ultraschall oder Röntgen zum Einsatz kommen. Dabei ist es wichtig, das Überbein von anderen Tumoren oder Krankheitsbildern abzugrenzen.

Wenn keine oder nur geringe Beschwerden bestehen, ist es bei einem Ganglion möglich, mit der Therapie abzuwarten, denn: In vielen Fällen bilden sich Ganglien von selbst (spontan) zurück. Sind die Symptome stärker ausgeprägt oder ist die Beweglichkeit durch das Überbein eingeschränkt, kommen zur Behandlung zunächst nicht-operative Maßnahmen (wie Physiotherapie, Medikamente) infrage.

Reicht dies nicht aus, kann man das Ganglion in einer Operation entfernen. In der Regel haben Überbeine eine gute Prognose – allerdings können sie nach erfolgreicher Behandlung oder spontanem Rückgang erneut auftreten.

Die gute Nachricht: Manchmal bildet sich das Ganglion spontan – also ganz von alleine – zurück: Fast jedes dritte Überbein am Handgelenkrücken beispielsweise verschwindet ohne Behandlung von selbst.

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