Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom): Definition

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (06. April 2016)

Eierstockkrebs ist per Definition ein bösartiger Tumor der Eierstöcke. Die Eierstöcke werden auch als Ovarien bezeichnet – daher reden Mediziner auch von einen Ovarialkarzinom, wenn Eierstockkrebs gemeint ist.

Die beiden ovalen Eierstöcke liegen im kleinen Becken rechts und links neben der Gebärmutter. Bänder und Bauchfell halten die Eierstöcke in Position. Dennoch haben die Eierstöcke in der Bauchhöhle vergleichsweise viel Platz – die Größenzunahme der Eierstöcke während des weiblichen Zyklus beeinträchtigt daher keine anderen Organe. Allerdings bleiben so auch Eierstock-Tumoren anfangs oft unbemerkt.

Bei etwa jeder zweiten Frau mit Eierstockkrebs sind beide Eierstöcke befallen. Durchbricht der Krebs die äußere Kapsel des Eierstocks, kann er Tochtergeschwulste (Metastasen) in der Bauchhöhle und im Bauchfell bilden (sog. Peritonealkarzinose).

Darüber hinaus können Metastasen über Blut- und Lymphbahnen auch in andere Organe und Körperregionen gelangen, so etwa in

Eine grafische Abbildung der weiblichen Geschlechtsorgane.

Die weiblichen Geschlechtsorgane

Nach der sogenannten FIGO-Klassifikation (International Federation of Gynecology and Obstetrics) teilen Mediziner Eierstockkrebs je nach Ausdehnung in vier verschiedene Tumorstadien ein:

  • FIGO I: Der Eierstockkrebs befällt nur Eierstockgewebe (es können ein Eierstock, aber auch beide Eierstöcke betroffen sein).
  • FIGO II: Das Ovarialkarzinom hat sich im Becken ausgebreitet.
  • FIGO III: Der Eierstockkrebs hat Metastasen in die Bauchhöhle (sog. Peritonealkarzinose) oder in die Lymphknoten gestreut.
  • FIGO IV: Tumorgewebe befindet sich bereits außerhalb der Bauchhöhle (z.B. als Metastasen in der Lunge).

Unter dem Mikroskop betrachtet gleicht nicht jedes Ovarialkarzinom dem anderen. Je nach Krebsgewebe lassen sich so verschiedene Unterformen des Eierstockkrebses bestimmen, die sich auch hinsichtlich ihrer Prognose unterscheiden können.

Neben Eierstockkrebs können in den Eierstöcken auch andere Krebsformen vorkommen. Dazu zählen einerseits Tochtergeschwulste (Metastasen) anderer Krebserkrankungen – andererseits grenzen Mediziner auch bösartige Keimzelltumoren und sogenannte Keimstrang-Stroma-Tumoren von einem Ovarialkarzinom ab.

Häufigkeit

Eierstockkrebs kommt im Vergleich zu Brust- oder Darmkrebs seltener vor, gilt aber als zweithäufigste Krebserkrankung der weiblichen Geschlechtsorgane. Im Jahr 2012 erkrankten in Deutschland 7.380 Frauen an Eierstockkrebs. Experten beobachten, dass die Häufigkeit von Eierstockkrebs seit der Jahrtausendwende etwas abnimmt.

Eierstockkrebs tritt überwiegend in der zweiten Lebenshälfte nach der letzten Regelblutung (Menopause) auf.


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