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Dystonie

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (02. März 2016)

© Jupiterimages/iStockphoto

Unter dem Begriff Dystonie versteht man lang anhaltende Muskelkontraktionen, die sich nicht willentlich steuern lassen. Einzelne oder mehrere Muskeln ziehen sich dabei zusammen, ohne dass der Betroffene dies verhindern kann. Je nach Art der Dystonie führt der Betroffene dann eine charakteristische Bewegung aus. Die Muskelanspannung kann aber auch eine auffällige Körperhaltung hervorrufen.

Allgemein kann man eine Dystonie mit einer Art Muskelkrampf vergleichen. Dystonien können wiederholt und kurzzeitig auftreten oder auch dauerhaft bestehen.

Mediziner unterscheiden zwischen der generalisierten Dystonie, die sich auf größere Teile oder auch den ganzen Körper auswirken kann, und der fokalen Dystonie, die nur einzelne Muskelgruppen betrifft. Eine Dystonie kann – je nach Art beziehungsweise Ursache – praktisch in jedem Lebensalter auftreten. Während eine generalisierte Dystonie häufig in der Kindheit beginnt, zeigt sich eine fokale Dystonie meist ab dem mittleren Erwachsenenalter, zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr. Es handelt sich um eine Nervenstörung – jedoch ist nicht immer bekannt, was die Beschwerden genau auslöst. Im Gehirn koordinieren spezielle Nervengruppen die willentlichen Bewegungen, indem sie verschiedenste Informationen auswerten und Nervenimpulse aussenden. Bei einer Dystonie ist diese Funktion aus unterschiedlichen Gründen gestört.

Der Verlauf ist jeweils unterschiedlich und kann den Betroffenen mehr oder weniger stark einschränken. In einigen Fällen sind die Beschwerden bei einer Dystonie nicht sonderlich stark ausgeprägt, sodass sich Betroffene mit den Symptomen arrangieren können. Es kann jedoch auch zu starken Schmerzen kommen oder zu Schwierigkeiten, bestimmte Bewegungen auszuführen. Die unwillkürlichen Bewegungen können außerdem zu einem sozialen Problem und zur seelischen Belastung werden, da die Muskelkontraktionen Bewegungen und Haltungen hervorrufen können, die eigenartig aussehen. Einige Betroffene ziehen sich dann zurück; depressive Verstimmungen sind möglich.

Eine Dystonie führt in manchen Fällen zu einer speziellen Fehlhaltung, etwa dem sogenannten Schiefhals (Torticollis). Dadurch werden oftmals Gelenke einseitig oder ungünstig belastet – Gelenkprobleme und (weitere) Muskelverspannungen können die Folge sein.

Bei Anzeichen einer Dystonie ist eine gezielte Diagnose durch den Arzt sinnvoll, etwa durch einen Nervenfacharzt (Neurologen). Tritt eine Dystonie im Rahmen einer anderen Grunderkrankung auf, ist von einer sogenannten symptomatischen Dystonie die Rede. Findet er keine genaue Ursache für die Dystonie, handelt es sich um eine idiopathische Dystonie. In diesen Fällen steht in der Regel keine heilende Therapie zur Verfügung. Medikamente und bestimmte physiotherapeutische Verfahren können die Symptome aber bessern. Fokale Dystonien lassen sich gut durch eine örtliche Behandlung mit Botulinumtoxin – besser bekannt als Botox – behandeln. Eine generalisierte Dystonie kann ebenfalls medikamentös behandelt werden (z.B. mit sog. Anticholinergika).

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