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Dünndarmtumor

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (02. Juli 2015)

Ein Dünndarmtumor kann zwar bösartig sein (sog. Dünndarmkrebs) – die meisten der ohnehin seltenen Dünndarmtumoren sind jedoch gutartige Geschwulste (sog. Dünndarmpolypen).

Der Dünndarm ist etwa vier bis sieben Meter lang. Grundsätzlich kann in jedem seiner drei Abschnitte – Zwölffingerdarm, Leerdarm und Krummdarm – ein Tumor entstehen. Ein gutartiger Dünndarmtumor liegt allerdings meistens im Krummdarm, während sich ein bösartiger Tumor eher im Zwölffingerdarm bildet. Worin Dünndarmtumoren ihre Ursache haben, ist bislang nicht vollständig geklärt.

Es ist jedoch bekannt, dass einige Erkrankungen mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung von Tumoren im Dünndarm verbunden sind: zum Beispiel Morbus Crohn (eine chronisch entzündliche Darmerkrankung) oder bestimmte Erbkrankheiten (familiäre Polyposis-Syndrome, Peutz-Jeghers-Syndrom). Auch bei Menschen mit einer geschwächten Immunabwehr – etwa durch eine HIV-Infektion oder nach einer Organtransplantation – kommt ein Dünndarmtumor häufiger vor.

Wenn sich im Dünndarm ein Tumor bildet, läuft dies zunächst ohne typische Beschwerden ab. In der Regel verursacht ein Dünndarmtumor erst mit zunehmender Größe Symptome wie Blutungen, Bauchschmerzen und Übelkeit. Daher bleibt der Tumor im Darm zunächst oft lange unentdeckt.

Allerdings kann jeder Dünndarmtumor – egal ob Dünndarmpolyp oder Dünndarmkrebs – im Extremfall lebensbedrohliche Symptome in Form von einem Darmverschluss (Ileus) auslösen, der eine sofortige Operation nötig macht. Typische Anzeichen für einen Darmverschluss durch einen Tumor im Dünndarm sind:

  1. Erbrechen
  2. kolikartige Bauchschmerzen im Bereich des Bauchnabels
  3. vermehrte Gasansammlung im Darm (kann bei höher gelegenem Dünndarmverschluss fehlen)
  4. Blähungen (kann bei höher gelegenem Dünndarmverschluss fehlen)
  5. fehlender Stuhlgang (kann bei höher gelegenem Dünndarmverschluss fehlen)

Die Behandlung besteht vorrangig darin, den Tumor operativ zu entfernen. Dies gilt auch für gutartige Dünndarmtumoren, denn: Dünndarmpolypen können im Dünndarm Blutungen verursachen oder den Darm einengen. Außerdem besteht auch bei einem gutartigen Dünndarmtumor die Möglichkeit, dass er zu einer bösartigen Geschwulst entartet. Wenn sich ein bösartiger Tumor im Dünndarm schon zu stark ausgebreitet hat, um ihn operativ zu entfernen, besteht die Möglichkeit, ihn zunächst durch eine kombinierte Strahlenchemotherapie zu verkleinern. Bei einer bestimmten Form von Dünndarmkrebs, dem Dünndarmlymphom, beschränkt sich die Behandlung auf eine Strahlenchemotherapie.



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