Chondrokalzinose (Pseudogicht): Definition

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (04. Januar 2016)

Der Begriff Chondrokalzinose oder Pseudogicht bezeichnet per Definition eine Gelenkerkrankung, bei der sich Kristalle aus Kalziumpyrophosphat in den Gelenken ablagern. Diesen Vorgang bezeichnet man auch als Kristallarthropathie.

Bei der Chondrokalzinose sind vor allem Knie, Hände und Hüfte von den Ablagerungen betroffen. Neben den Gelenken kann die Verkalkung bei der Pseudogicht aber auch Sehnen, Bänder und Bandscheiben betreffen.

Die Bezeichnung Pseudogicht für die Chondrokalzinose setzt sich zusammen aus dem griechischen pseudo (= falsch) und Gicht (einer ebenfalls zu den Kristallarthropathien zählenden Erkrankung). Dies rührt daher, dass die Pseudogicht ähnliche Symptome auslösen kann wie die Gicht. Der Unterschied zur Gicht besteht vor allem darin, dass ...

  • bei der Pseudogicht vor allem im Knie entzündungsbedingte Beschwerden auftreten, während bei einem Gichtanfall typischerweise das Grundgelenk einer Großzehe schmerzhaft entzündet ist (sog. Podagra), und
  • die Kristalle, die sich bei beiden Gelenkerkrankungen vermehrt in den Gelenken ablagern, bei der Pseudogicht aus Kalziumpyrophosphat bestehen, bei der Gicht jedoch aus Harnsäure.

Mediziner unterscheiden bei der Chondrokalzinose zwei Formen:

  • Primäre Chondrokalzinose: Diese Form tritt meist chronisch ohne erkennbare Ursachen (d.h. idiopathisch) und vor allem in höherem Alter auf. Frauen sind etwas häufiger von der primären Pseudogicht betroffen als Männer.
  • Sekundäre Chondrokalzinose: Diese Form kann ein Symptom für verschiedene Störungen sein. Mögliche Gründe für die sekundäre Pseudogicht sind zum Beispiel:

Überwiegend verläuft die Chondrokalzinose ohne Beschwerden. Aus diesem Grund sind verlässlichen Angaben zur Häufigkeit der Pseudogicht nicht möglich.


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