Anzeige

Anzeige

Chagas-Krankheit

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (23. März 2016)

© iStock

Die Chagas-Krankheit ist eine vor allem in Mittel- und Südamerika vorkommende Infektionskrankheit, deren Auslöser ein winziger Parasit namens Trypanosoma cruzi ist. Entsprechend bezeichnet man die Erkrankung auch als amerikanische Trypanosomiasis.

Die Chagas-Krankheit gilt als sogenannte Zoonose (= zwischen Tier und Mensch übertragbare Erkrankung), denn: Der ursächliche Krankheitserreger kommt nicht nur beim Menschen vor, sondern auch bei Wild- und Haustieren.

Für die Übertragung der Chagas-Krankheit sind vor allem Raubwanzen verantwortlich, die sich von menschlichem und tierischem Blut ernähren: Gelangt ihr Kot auf die menschliche Haut, können die darin enthaltenen Trypanosomen über kleine Wunden (z.B. über Wanzenstiche) oder durch Schmierinfektion über die Schleimhäute in den menschlichen Körper gelangen. Weitere mögliche Infektionswege sind:

  • Übertragung über (z.B. mit Raubwanzenkot) kontaminierte Lebensmittel oder Getränke
  • Ansteckung des Kindes durch die infizierte Mutter während der Geburt
  • Übertragung bei einer Organtransplantation
  • Ansteckung über eine Bluttransfusion

In ihrem Verlauf löst die Chagas-Krankheit verschiedene Symptome aus, anhand derer mehrere Stadien zu unterscheiden sind:

  • Zunächst tritt an der Eintrittsstelle der Erreger eine örtliche Reaktion auf (sog. Chagom); dann folgt die akute Phase der Chagas-Krankheit, in der beispielsweise folgende Symptome auftreten können:
  • In der anschließenden Latenzphase sind die Betroffenen beschwerdefrei.
  • Es folgt das chronische Stadium der Chagas-Krankheit, das unter anderem zu Herzbeschwerden führen kann.

Die Chagas-Krankheit wirkt sich in erster Linie auf Herz, Darm und Gehirn aus.

Zur Therapie der Chagas-Krankheit ist es wichtig, so schnell wie möglich Antibiotika zu verabreichen. Je früher dies geschieht, desto besser: In der akuten Phase der Erkrankung gelingt es so fast immer, die Erreger im Blut zu vernichten und die Infizierten zu heilen.

Je länger die Chagas-Krankheit schon besteht, umso weniger wirken die Antibiotika jedoch. Dann besteht die Behandlung vor allem darin, gezielt gegen die vorliegenden Symptome vorzugehen.

Eine schützende Impfung gegen Trypanosoma cruzi steht nicht zur Verfügung. Vorbeugend ist es daher vor allem bei Reisen im Hauptverbreitungsgebiet der Chagas-Krankheit wichtig, sich vor Wanzenstichen zu schützen. Das bedeutet: geeignete Kleidung tragen und Moskitonetze verwenden.

Wie steht es um Ihre Gesundheit?



Apotheken-Notdienst

Anzeige