Startseite > Krankheiten > Bronchiektasen
Stand: 25. Oktober 2012Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Bronchiektasen sind krankhafte Ausweitungen in der Lunge, in denen sich vermehrt Bronchialschleim absetzt, den die Erkrankten nicht oder nur schwer abhusten können. Im Bronchialsekret können sich Bakterien ansiedeln und gut vermehren. Die Atemwege sind dadurch anfälliger für Infektionen.
Bronchiektasen können angeboren sein – entweder ist die Lunge nicht richtig entwickelt oder die Bronchiektasen entstehen infolge von angeborenen Erkrankungen wie Mukoviszidose (cystische Fibrose) oder einem Alpha-1-Antitrypsinmangel, welche die Lungenfunktion beeinträchtigen. Häufiger sind jedoch immer wiederkehrende Atemwegsinfekte oder andere erworbene Ursachen. Durch Impfungen sowie die Antibiotikatherapie und der damit verbundene Rückgang von Infektionserkrankungen wie Mumps, Masern und Tuberkulose, treten Bronchiektasen heute seltener in Deutschland auf.
Betroffene mit Bronchiektasen haben starken Husten und in den Atemwegen sammeln sich große Mengen zähen Sekrets, die nicht abtransportiert werden können.
Zu Beginn der Diagnosefindung befragt der Arzt den Betroffenen ausführlich nach seinen Beschwerden. Lang andauernder Husten und zäher Auswurf können ein Hinweis auf Bronchiektasen sein. Anschließend folgt eine körperliche Untersuchung, bei welcher der Arzt unter anderem die Lunge abhört. Gegebenenfalls schließen sich weitere Untersuchungen an. Das derzeit zuverlässigste Verfahren, um Bronchiektasen festzustellen, ist die hochauflösende Computertomographie (HRCT).
Die Therapie der Bronchiektasen besteht aus einer medikamentösen Behandlung und Physiotherapie. Wenn die Bronchiektasen nur auf einen Teil der Lunge beschränkt sind, kann der Arzt sie manchmal in einer Operation entfernen. In schweren Fällen ist eine Lungentransplantation notwendig.
Die Prognose von Betroffenen mit Bronchiektasen ist abhängig davon, wie die Behandlung anschlägt und ob Komplikationen wie eine Rechtsherzschwäche (Rechtsherzinsuffizienz) oder ein Lungenkollaps (Pneumothorax) auftreten.
Maßnahmen, die Bronchiektasen gezielt vorbeugen, sind nicht bekannt. Die rechtzeitige Behandlung von Atemwegsinfekten kann verhindern, dass diese chronisch werden. So lässt sich der Entstehung erworbener Bronchiektasen begrenzt vorbeugen. Eine Impfung gegen Influenza-Viren und Pneumokokken kann aber dazu beitragen, Komplikationen von Bronchiektasen vorzubeugen.
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