Bauchfellentzündung (Peritonitis)

Veröffentlicht von: Till von Bracht (16. Oktober 2015)

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Bei einer Bauchfellentzündung sind die dünnen Häute, die die Bauchhöhle von innen auskleiden, entzündet. Dies führt bei den Betroffenen zu heftigen Bauchschmerzen, die sich auf eine bestimmte Bauchregion beschränken oder sogar über den gesamten Bauchraum erstrecken können.

Eine Bauchfellentzündung – fachsprachlich Peritonitis – ist fast immer eine Folgeerkrankung. Das heißt, dass sie von einer anderen, vorbestehenden Erkrankung ausgelöst wird. Eine Bauchfellentzündung entsteht zum Beispiel, wenn ein entzündetes Bauchorgan aufplatzt und sich die Erreger in den Bauchraum ergießen.

Es handelt sich bei einer Bauchfellentzündung in den meisten Fällen um einen medizinischen Notfall, der möglichst schnell operiert werden muss! Unbehandelt kann sich aus einer Peritonitis eine lebensbedrohliche Blutvergiftung entwickeln.

Im Anfangsstadium einer Peritonitis und wenn keine inneren Organe verletzt oder entzündet sind, kann der Arzt die Bauchfellentzündung auch ausschließlich mit Antibiotika behandeln. Eine Operation ist dann nicht notwendig.

In aller Regel lässt sich eine Bauchfellentzündung auf eine Infektion mit Bakterien zurückführen. Die Erreger stammen ursprünglich von einem geschädigten Organ im Bauchraum, wandern in das benachbarte Bauchfell und lösen dort eine Entzündung aus. Eine Bauchfellentzündung tritt also meist als Komplikation einer anderen Erkrankung auf – zum Beispiel infolge

In seltenen Fällen liegt die eigentliche Ursache für die Bauchfellentzündung außerhalb der Bauchhöhle – zum Beispiel bei einer Entzündung der Geschlechtsorgane. Die Bakterien gelangen dann nicht direkt durch die poröse Darm- oder Magenwand in den Bauchraum, sondern über die Blut- oder die Lymphbahnen.

Weitere seltene Ursachen für eine Peritonitis sind unter anderem

  • Tumoren,
  • Operationen im Bauchraum
  • oder Verletzungen der Bauchdecke (z.B. eine Messerstichverletzung).

Auf dem Bild sind die Bauchorgane des Menschen grafisch dargestellt. Ein entzündetes Bauchorgan kann unter Umständen zu einer Bauchfellentzündung führen, die Blinddarmentzündung zum Beispiel ist die häufigste Ursache einer Peritonitis. © iStock

In den meisten Fällen entsteht die Bauchfellentzündung, wenn ein entzündetes Bauchorgan aufplatzt und sich massenweise Bakterien in den Bauchraum ergießen. Die Blinddarmentzündung zählt zu den häufigsten Ursachen einer Peritonitis.

Bei einer Bauchfellentzündung handelt es sich nicht um eigenständige Krankheit, sondern um eine Folgeerkrankung einer anderen Krankheit oder eines operativen Eingriffs.

Dabei lassen sich – je nach Schweregrad – zwei Arten der Peritonitis unterscheiden: die lokale Bauchfellentzündung, bei der nur eine bestimmte Stelle des Bauchfells entzündet ist, und die diffuse beziehungsweise generalisierte Peritonitis, bei der sich die Entzündung im gesamten Bauchraum ausgebreitet hat.

Typische Symptome für eine Bauchfellentzündung sind plötzlich auftretende, starke Bauchschmerzen. Aufgrund der Schmerzen nehmen viele Betroffene eine gekrümmte Schonhaltung ein. Die Bauchmuskeln ziehen sich krampfartig zusammen, wodurch sich die Bauchdecke bretthart anfühlt.

Im fortgeschrittenen Stadium kann die Bauchfellentzündung – wie alle entzündlichen Erkrankungen – allgemeine Krankheitssymptome verursachen, zum Beispiel: