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Bandscheibenvorfall

Veröffentlicht von: Till von Bracht (29. Januar 2014)

Wenn der Rücken plötzlich stark schmerzt, denken viele schnell an einen Bandscheibenvorfall (Bandscheibenprolaps). Doch tatsächlich ist ein Bandscheibenvorfall eher selten die Ursache starker Rückenschmerzen, sondern häufiger ein harmloser Hexenschuss. Umgekehrt muss ein Bandscheibenprolaps nicht unbedingt Schmerzen hervorrufen – viele Betroffene haben keinerlei Beschwerden und der Bandscheibenvorfall wird irgendwann durch Zufall entdeckt.

Wann kommt es zu einem Bandscheibenvorfall? Ein Bandscheibenvorfall entsteht durch verschleißbedingte (degenerative) Veränderungen der Bandscheiben und der angrenzenden Wirbelkörper. Auch der Alltag vieler Menschen ist nicht besonders rücken- und bandscheibenfreundlich: Mangelnde Bewegung (z.B. bei Büroarbeit) und Übergewicht begünstigen, dass die Bandscheiben verschleißen und können dadurch einen Bandscheibenvorfall fördern.

Die Bandscheiben verformen sich, ändern ihre Lage und drücken auf die vom Rückenmark abgehenden Nerven (Spinalnerven) und seltener auch auf das Rückenmark selbst. Es kommt in der Regel zu Schmerzen im Rücken, Hals oder in der Schulter. Die Schmerzen bei einem Bandscheibenvorfall können auch in Beine, Füße, Arme und Hände ausstrahlen.

Bandscheiben sind knorpelige Verbindungen zwischen zwei Wirbelkörpern. Bei Belastungen dienen sie als elastische Puffer und fangen Stöße und Erschütterungen ab. Sie bestehen aus einem Faserknorpelring (Anulus fibrosus) der den weichen Bandscheibenkern (Nucleus pulposus) umschließt. Der Faserknorpelring ist mit einem vorderen und hinteren Längsband verbunden, das entlang der Wirbelsäule verläuft. Mit zunehmendem Alter oder durch dauerhafte Fehlbelastungen können Risse in dem Faserknorpelring entstehen. Wenn der weiche Kern in die Risse dringt, verlagert er sich und wölbt sich dabei über die Ränder des Wirbelkörpers hinaus – und nähert sich damit den benachbarten Strukturen wie den Rückenmarksnerven.

Bleibt der Faserring intakt, liegt eine Bandscheibenvorwölbung (Protrusion) vor: Sie ist die Vorstufe des Bandscheibenvorfalls. Durchdringt der Gallertkern den Faserknorpelring komplett, spricht man von einem Bandscheibenvorfall (Prolaps). Sowohl die Vorwölbung als auch der Vorfall können Schmerzen verursachen.

Ein Bandscheibenvorfall muss nicht unbedingt Schmerzen hervorrufen. Dennoch gehört der akut auftretende, stechende Schmerz zum klassischen Erscheinungsbild.

Grundsätzlich kann ein Bandscheibenvorfall in jedem Bereich der Wirbelsäule auftreten. Die meisten Bandscheibenschäden betreffen jedoch die Lendenwirbelsäule (mehr als 90 % der Fälle). Weniger häufig fallen die Bandscheiben der Halswirbelsäule vor. Ein Bandscheibenvorfall in der Brustwirbelsäule ist sehr selten.

Ein Bandscheibenvorfall zwischen zwei Lendenwirbeln kann zu

Bandscheibenvorwölbungen und -vorfälle in der Halswirbelsäule dagegen verursachen

  • Schmerzen und Sensibilitätsstörungen in der Schulter,
  • im Arm
  • und in den Fingern.

Bei jungen Menschen treten zwar die gleichen Beschwerden auf, allerdings verursachen hier in der Regel Verletzungen und Überbelastung den Vorfall und somit die Schmerzen.

In den meisten Fällen erfolgt bei einem Bandscheibenvorfall eine konservative Therapie. Dazu gehören Ruhe, Schmerztherapie und eine Umstellung der Lebensweise.

Ein operativer Eingriff ist nur bei etwa zwei von zehn Betroffenen notwendig.






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