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Forum Gynäkologie
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Stand: 11. Oktober 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Die Ursache für die Beschwerden bei einer bakteriellen Vaginose ist ein mikrobielles Ungleichgewicht der Scheidenflora (Vaginalflora). Dabei kommt es zu einer Besiedelung der Scheidenflora mit Mikroorganismen, die sich normalerweise nicht dort befinden.
In der Scheidenflora finden sich auch im gesunden Zustand Bakterien – hauptsächlich Milchsäurebakterien (Laktobazillen). Diese sind jedoch nicht schädlich, sondern schützen im Gegenteil den Vaginalbereich vor Krankheitserregern. Denn Milchsäurebakterien produzieren Milchsäure und sorgen so dafür, dass das Scheidenmilieu eher sauer ist. Der pH-Wert einer gesunden Scheidenflora liegt etwa zwischen 3,8 bis 4,5. (Der pH-Wert ist ein Maß dafür, wie sauer oder basisch eine Flüssigkeit ist, wobei 0 der sauerste Wert und 14 der basischste Wert ist.)
Die Zahl der Milchsäurebakterien in der Scheidenflora schwankt unter anderem abhängig davon, in welcher Phase des Menstruationszyklus sich die Frau befindet. Im Rahmen des Zyklus kommt es zu Schwankungen des weiblichen Sexualhormons Östrogen. Während der Regelblutung ist der Östrogenspiegel besonders niedrig. Da Milchsäurebakterien östrogenabhängig wachsen, findet man während und kurz nach der Regel besonders wenig Milchsäurebakterien. Da weniger Milchsäurebakterien zwangsläufig auch weniger Milchsäure produzieren, verändert sich in der Folge auch der pH-Wert der Scheidenflora und wird weniger sauer.
Je weniger sauer der pH-Wert der Vaginalflora ist, desto leichter können sich andere Mikroorganismen wie Bakterien oder Pilze ansiedeln und vermehren.
Bei der bakteriellen Vaginose ist das bakterielle Gleichgewicht der Scheidenflora verschoben, sodass die Zahl der Bakterien, die dort normalerweise hauptsächlich vorkommen (Milchsäurebakterien) abnimmt und andere Keime dafür zunehmen.
Zu den Keimen, die von diesem verschobenen Gleichgewicht profitieren, gehört vor allem die Bakterienart Gardnerella vaginalis. Gardnerella-Bakterien siedeln sich häufig zusammen mit unter Luftausschluss lebenden (anaeroben) Bakterien an (wie Mobiluncus, Peptostreptokokken, Prevotella, Bacteroides). Diese Mischinfektion bewirkt den typischen, unangenehm riechenden Scheidenausfluss.
Gardnerella-Bakterien alleine müssen jedoch nicht zwangsläufig Beschwerden verursachen. Bei etwa 40 Prozent aller Frauen können Gardnerella-Bakterien in der Scheidenflora nachgewiesen werden, ohne dass diese irgendwelche Beschwerden verursachen.
Bestimmte Faktoren können die Entstehung einer bakteriellen Vaginose begünstigen, wie etwa:
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