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Autismus

Stand: 30. September 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Autismus ist eine Störung, die bei Kindern unterschiedlichen Alters einsetzt und die Entwicklung ihrer Persönlichkeit beeinträchtigt. Wer autistisch ist, isoliert sich typischerweise von seiner sozialen Umwelt.

Die typischen Autismus-Symptome betreffen drei übergeordnete Lebensbereiche, in denen alle Autisten mehr oder weniger beeinträchtigt sind:

  • Ein Autist kapselt sich von seiner Umwelt ab; seine zwischenmenschlichen Beziehungen sind gestört.
  • Die Sprachentwicklung und die Fähigkeit eines Autisten, mit anderen Menschen zu kommunizieren, sind beeinträchtigt.
  • Ein Autist neigt dazu, ein bestimmtes Verhalten immer wieder zu zeigen (sog. Stereotypen); seine Interessen und Aktivitäten sind im Vergleich zu seinen Altersgenossen begrenzt.

Autismus tritt jedoch in mehreren Formen auf und wirkt sich – entsprechend dem breiten Spektrum der Störung – unterschiedlich aus:

  • Frühkindlicher Autismus (Kanner-Syndrom), der sich schon bei Babys zeigt, zählt zu den bekanntesten Formen und ist meist gemeint, wenn man allgemein von Autismus spricht. Viele Menschen mit frühkindlichem Autismus sind geistig eingeschränkt und benötigen eventuell lebenslange Unterstützung.
  • Das Asperger-Syndrom, das bei Kindern im Kindergarten- oder Grundschulalter beginnt, ist eine mildere autistische Störung. Sprache und Intelligenz entwickelt sich beim Asperger-Autismus in der Regel ohne besondere Einschränkungen – als Erwachsene können die Betroffenen meist ein selbstständiges Leben führen.
  • Ein atypischer Autismus hat ebenso wie das Asperger-Syndrom eher milde Auswirkungen.
  • Das Rett-Syndrom hingegen ist eine tief greifende Entwicklungsstörung, die wie der frühkindliche Autismus eine lebenslange Unterstützung der Betroffenen nötig machen kann.

Worin ein Autismus seine Ursachen hat, ist bisher nicht vollends geklärt. Eine bedeutende Rolle spielen nach bisherigen Erkenntnissen erbliche Faktoren und biologische Einflüsse, wie zum Beispiel Infektionskrankheiten.

Die Autismus-Therapie hat in erster Linie zwei Ziele: die Fähigkeiten und Stärken des Autisten zu fördern und seine Entwicklung zu unterstützen. Im Mittelpunkt stehen Methoden der Verhaltenstherapie, einer Form der Psychotherapie: Hierbei lernt ein Autist, mit anderen in Kontakt zu treten und Beziehungen aufzubauen.

Autismus kann man nicht heilen; die Störung begleitet die Menschen ihr Leben lang. Allerdings sind Autisten nicht allgemein als krank anzusehen, sondern als Menschen, die die Welt mehr oder weniger anders wahrnehmen und erleben. Viele autistische Menschen können auch ein zufriedenes Leben führen.

Weiterlesen: Autismus: Definition

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