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Asthma bronchiale: Entzündung der Atemwege

Veröffentlicht von: Till von Bracht (11. Mai 2016)

© iStock

Die Luft bleibt weg, das Ausatmen fällt schwer und man muss ständig Husten – Menschen mit Asthma kennen die Symptome aus eigener Erfahrung. Aber was ist Asthma bronchiale eigentlich genau und wie entsteht ein Asthmaanfall?

Bei Asthma bronchiale handelt es sich um eine chronisch entzündliche Erkrankung der Atemwege. Die entzündeten Bronchien reagieren besonders empfindlich auf eigentlich harmlose Stoffe wie zum Beispiel Pollen, Tierhaare, bestimmte Medikamente oder körperliche Anstrengung. 

Der Kontakt mit diesen Reizen löst bei Asthmatikern drei Reaktionen aus: 

  1. Die Schleimhaut in den Bronchien bildet sehr viel zähen Schleim und schwillt an.
  2. In der Folge verengen sich die Atemwege.
  3. Zusätzlich verkrampft sich die Atemmuskulatur.

Dadurch kann es bei Asthma bronchiale zu einem typischen Asthmaanfall mit Atemnot, Husten und einem Engegefühl in der Brust kommen. Die Dauer eines Asthmaanfalls ist unterschiedlich und reicht von wenigen Sekunden bis zu mehreren Stunden. Zwischen den Anfällen sind einige Asthmatiker beschwerdefrei, andere wiederum haben ständig das Gefühl, dass sie schlecht Luft bekommen.

Je nachdem, welche Ursachen für die Beschwerden verantwortlich sind, lässt sich Asthma bronchiale grob in drei Gruppen einteilen:

  • allergisches Asthma,
  • nicht-allergisches Asthma
  • sowie eine Mischform aus beiden Formen. 

Eine grafische Darstellung der Atemwege bei Asthma bronchiale.

Während eines Asthmaanfalls verkrampft sich die Muskulatur der Atemwege und die Bronchien bilden sehr viel zähen Schleim. Dies führt zu den typischen Asthma-Symptomen wie Atemnot und Husten.

Asthma ist die häufigste chronische Erkrankung im Kindesalter: In Deutschland sind etwa zehn Prozent der Kinder und fünf Prozent der Erwachsenen von Asthma bronchiale betroffen. Bei Kindern ist das Asthma überwiegend allergisch bedingt – und auch bei Erwachsenen sind Allergene als Auslöser von Asthma keine Seltenheit.

Bei etwa 30 bis 50 Prozent der erwachsenen Asthmatiker liegt allerdings ein sogenanntes nicht-allergisches Asthma vor – hier sind oft Atemwegsinfektionen wie Erkältungen oder Grippe die Ursache für die Beschwerden. Weitere Auslöser sind zum Beispiel:

  • Überanstrengung
  • psychische Belastung
  • Kälte
  • Medikamente
  • verunreinigte Luft

Asthma ist nicht gleich Asthma

Wer Asthma hört, denkt dabei meist an Asthma bronchiale – also an eine chronisch entzündliche Erkrankung des bronchialen Systems. Neben dem Asthma bronchiale gibt es aber noch das sogenannte Asthma cardiale, was umgangssprachlich auch als "Herzasthma" bezeichnet wird. Bei Asthma cardiale handelt es sich um eine Pumpschwäche der linken Herzkammer. Dadurch staut sich das Blut in der Lunge und es kommt zu einem Flüssigkeitsaustritt in das Lungengewebe. Die Folge: Atemnot und vor allem nächtlicher Husten.

Um bei Asthma bronchiale eine genaue Diagnose zu stellen, nimmt der Arzt die Krankengeschichte des Patienten (Anamnese) auf und untersucht den Betroffenen körperlich. Er prüft die Lunge mithilfe eines Lungenfunktionstests und klärt mögliche Allergien ab. Ist der Auslöser für das Asthma bekannt (z.B. Staub, Haustier-Allergie, Zigarettenrauch), ist es wichtig, diesen so gut wie möglich zu meiden.

Asthma bronchiale ist nicht heilbar. Mit geeignten Medikamenten und – wenn möglich – der Vermeidung der Auslöser lässt sich die Krankheit allerdings gut kontrollieren. In der Regel verschreibt der Arzt ein Asthmaspray zum Inhalieren, selten Tabletten beziehungsweise Kapseln. Der Wirkstoff gelangt beim Inhalieren direkt in die Atemwege und belastet den Körper nur wenig. 

Grundsätzlich unterscheidet man bei der Asthma-Therapie zwischen zwei Behandlungen:

Bei einem akuten Asthmaanfall ist es wichtig, dass sich Atemwege so schnell wie möglich weiten. Dafür nimmt der Betroffene ein kurzwirksames Beta-2-Sympathomimetikum ein – zum Beispiel Fenoterol oder Salbutamol. Diese sogenannten "Bronchodilatatoren" entspannen innerhalb weniger Minuten die verkrampfte Bronchialmuskulatur und sorgen so dafür, dass sich die Atemwege wieder erweitern.

Langzeitmedikamente schwächen die Entzündung in den Atemwegen ab, sodass akute Beschwerden oder Asthmaanfälle erst gar nicht entstehen. Asthmatiker müssen diese Medikamente über einen längeren Zeitraum hinweg regelmäßig einnehmen. Als besonders wirksam haben sich dafür Kortison-Präparate und langwirksame Beta-2-Sympathomimetika erwiesen. 

Bis zum Alter von 14 Jahren haben Jungen häufiger Asthma als Mädchen. Allerdings ist bei erkrankten Mädchen das Risiko höher, dass sie auch als Erwachsene noch Asthma-Beschwerden haben. Bei etwa der Hälfte aller Kleinkinder verschwinden die Asthma-Symptome mit der Pubertät. Die Atemwege bleiben allerdings das ganze Leben lang überempfindlich, sodass jederzeit wieder ein Asthmaanfall auftreten kann.



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