Androgenisierung (Vermännlichung)

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (09. Dezember 2015)

© Jupiterimages/PhotoDisc

Unter dem Begriff Androgenisierung (Vermännlichung) versteht man alle Veränderungen bei einer Frau, die sich als Folge einer vermehrten Wirkung männlicher Hormone (den Androgenen) ausbilden.

Eine Androgenisierung kann sich durch verschiedene Symptome bei einer Frau bemerkbar machen, wie zum Beispiel:

  • Die Körper- und Gesichtsbehaarung nimmt zu (Hirsutismus) – im Gesicht in Form eines mehr oder weniger stark ausgeprägten Bartes oder Oberlippenbartes.
  • Die Stimme wird tiefer.
  • Es kommt verstärkt zu "männlichem" Haarausfall, also z.B. Geheimratsecken oder kahler werdende Stellen am Hinterkopf.
  • Die Haut produziert mehr Talg. Dadurch glänzt die Gesichtshaut schneller und es bilden sich häufig Pickel.

Eine Androgenisierung kann verschiedene Ursachen haben:

  • funktionelle Störungen
  • hormonproduzierende Tumoren
  • Einnahme androgenhaltiger Präparate (wie Anabolika)
Androgenisierung: Das Bild zeigt eine Frau, die sich kämmt. © Jupiterimages/iStockphoto

Mögliche Folge einer Androgenisierung: Geheimratsecken

Um bei einer Androgenisierung die Diagnose zu stellen, befragt der Arzt die Betroffene als Erstes und untersucht sie dann körperlich. Außerdem bestimmt er die Hormonwerte im Blut. Auch bildgebende Verfahren wie Ultraschall, Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) können zum Einsatz kommen.

Bei einer Androgenisierung gibt es verschiedene Therapie-Möglichkeiten. Welche Behandlung infrage kommt, hängt davon ab,

  • welche Ursache der Vermännlichung zugrunde liegt.
  • wie stark die Veränderungen bei der Frau ausgeprägt sind.
  • wie groß der persönliche Leidensdruck durch die Beschwerden ist.

Liegt zum Beispiel ein hormonproduzierender Tumor vor, wird dieser in der Regel operativ entfernt. Führen funktionelle Störungen zu den hormonellen Veränderungen, können bestimmte Wirkstoffe die Bildung oder die Wirkung der Androgene hemmen.

Meist handelt es sich bei einer Androgenisierung um länger andauernde Krankheitsverläufe – eine Therapie ist deshalb in der Regel über mehrere Jahre erforderlich.


Wie steht es um Ihre Gesundheit?



Apotheken-Notdienst