Androgenisierung (Vermännlichung): Diagnose

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (09. Dezember 2015)

Um bei einer Androgenisierung (Vermännlichung) die Diagnose zu stellen, befragt der Arzt die Betroffene und untersucht sie körperlich. Dabei erfasst und dokumentiert er die Veränderungen, die durch die Androgenisierung auftreten und erhält erste Hinweise auf die mögliche Ursache.

Um die genaue Ursache der Vermännlichung zu finden, sind Laborwerte nötig. Mithilfe von Blutuntersuchungen bestimmt man die Konzentration verschiedener Hormone, wie zum Beispiel:

  • Testosteron
  • DHEAS (Dehydroepiandrosteronsulfat)
  • Hypophysen- oder Nebennierenrindenhormone

Außerdem gibt es verschiedene Funktionstests, die dabei helfen können, die Ursache der Androgenisierung aufzuspüren. Die Tests geben Hinweise darauf, wie die Zielorgane der Androgene und die hormonellen Steuerungskreise funktionieren. Zu diesen Funktionstests gehören:

  • der Metopiron-Test,
  • der Dexamethason-Test oder
  • der ACTH-Test (ACTH = adrenokortikotropes Hormon).

Je nach vermuteter Ursache können auch bildgebende Verfahren zum Einsatz kommen, wie zum Beispiel:

Lässt sich mithilfe dieser Methoden nicht eindeutig klären, ob ein androgenproduzierender Tumor die Ursache der Vermännlichung ist, kann die gezielte Bestimmung der Androgenkonzentration aus dem Venenblut der Nebennieren oder Eierstöcke weiterhelfen (sog. Venenkatheterisierung).

Nur in seltenen Fällen kann erst eine Szintigraphie mit speziellen Markern oder eine Bauchspiegelung (Laparoskopie) den Verdacht auf einen Tumor bestätigen beziehungsweise ausschließen.


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