Allergie: Wenn das Immunsystem überreagiert

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (08. September 2017)

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Allergien sind weit verbreitet. Bei manchen Menschen ist es eine bestimmte Pollenart, bei anderen ein Nahrungsmittel und wieder andere reagieren auf das Gift einer Wespe allergisch: Die Auslöser einer Allergie sind vielfältig.

Was ist eine Allergie?

Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem außergewöhnlich stark auf eine oder mehrere Substanzen. Das Immunsystem reagiert auf diese eigentlich harmlosen Stoffe wie auf einen Krankheitserreger.

Während die Reaktion auf einen Krankheitserreger nötig ist, um den Körper vor Schäden zu schützen, ist die Reaktion auf den körperfremden Stoff deutlich übertrieben und nicht notwendig: Das Immunsystem bekämpft ihn, obwohl es keinen Anlass dazu gibt.

Eine Allergie entsteht normalerweise erst nach wiederholtem Kontakt mit einem Allergen (sog. Sensibilisierung). Beim ersten Kontakt treten noch keine Beschwerden auf.

Allergie ist nicht gleich Allergie: So unterschiedlich die Stoffe sind, die zu Beschwerden führen können, so vielfältig sind auch die möglichen Symptome. Diese reichen von allergischem Schnupfen über Asthma bis hin zu Hautreaktionen und Magen-Darm-Beschwerden.

Antigene und Allergene

Ob Bestandteile von Krankheitserregern, Nahrungsmitteln, Pollen oder Arzneimitteln: Körperfremde Stoffe bezeichnet man auch als Antigene. Das Immunsystem ist im Normalfall in der Lage, zwischen harmlosen und gefährlichen Antigenen zu unterscheiden. Bei einer Allergie ist dieser Mechanismus jedoch gestört: Eigentlich harmlose Stoffe werden plötzlich als gefährlich eingestuft. 

Beginnt der Körper, auf ein Antigen mit einer übertriebenen, allergischen Reaktion zu antworten, wird es zum Allergen.

Wie häufig sind Allergien?

Einer Studie zufolge leidet aktuell etwa jeder Fünfte an einer Allergie. Frauen sind dabei häufiger betroffen als Männer. Im Laufe ihres Lebens entwickeln rund 30 Prozent aller Erwachsenen in Deutschland mindestens eine Allergie (sog. Lebenszeitprävalenz). Besonders häufig kommt die die Allergie vom Typ I (Sofortreaktion) vor – meist in Form von Heuschnupfen.

Allergien sind relativ häufig und treten zunehmend bereits im Kindesalter auf. So haben etwa rund 9 Prozent der deutschen Kinder und Jugendlichen eine Pollenallergie. Eine mögliche Ursache dafür ist die steigende Konzentration an Fremdstoffen in der Umwelt. Aber auch veränderte Lebens- und Ernährungsgewohnheiten und der damit verbundene erhöhte Konsum von Genussmitteln oder Medikamenten spielen eine Rolle.

Wissenschaftler führen das gehäufte Auftreten von Allergien auch auf eine übertriebene Hygiene in den ersten Lebensjahren zurück. So leiden Stadtkinder viel häufiger an Allergien als Kinder, die auf Bauernhöfen schon frühzeitig den zahlreichen Einflüssen von Gras-, Getreide- und Baumpollen sowie Tierhaaren oder Tierausscheidungen ausgesetzt waren.

Ein kleiner Junge niest. © iStock

Kinder leiden immer häufiger an Allergien.

Allergie-Typen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Allergien einzuteilen, so etwa nach dem jeweiligen Aufnahmeweg:

Mediziner teilen Allergien meist nicht nach dem Aufnahmeweg ein, sondern danach, wie das Immunsystem genau darauf reagiert. Der britische Pathologe Robin Coombs beschrieb 1963 gemeinsam mit seinem Kollegen Philip Gell vier Typen allergischer Reaktionen (Typ I bis Typ IV), die auch als Mischformen auftreten können. Diese vier Typen stellen normale Reaktionsformen des menschlichen Immunsystems dar, die im Falle einer Allergie allerdings "über ihr Ziel hinausschießen", sodass es zu Beschwerden kommt. Bei den Allergietypen I bis III entwickelt das Immunsystem Antikörper gegen ein Allergen. Im Gegensatz dazu wird der Typ IV durch die sogenannten T-Zellen vermittelt. Dies sind weiße Blutkörperchen, die für die Immunabwehr zuständig sind.

Allergie vom Typ I (Soforttyp): Unmittelbare allergische Reaktion

Die Allergie vom Typ I (Reaktion vom Soforttyp) ist eine durch sogenannte IgE-Antikörper (Immunglobulin E) vermittelte, umgehend eintretende allergische Reaktion. Kommt die Person in Kontakt mit einem Stoff, auf den sie eine allergische Reaktion zeigt, bildet der Körper spezifische IgE-Antikörper, die sich an bestimmte Zellen des Immunsystems binden – die sogenannten Mastzellen. Die Folge: Der Körper setzt Entzündungsbotenstoffe (Mediatoren) frei, zum Beispiel Histamin und Leukotriene. Dies führt zu akuten Entzündungsreaktionen, zum Beispiel in Form von Heuschnupfen, allergischem Asthma bronchiale oder der allergischen Nesselsucht (Urtikaria).

Eine allergische Reaktion vom Typ I tritt wenige Sekunden bis Minuten nach dem Kontakt mit dem Allergieauslöser ein – daher sprechen Ärzte auch von einer "Reaktion vom Soforttyp". In manchen Fällen entsteht nach etwa vier bis sechs Stunden eine weitere allergische Reaktion (verzögerte Soforttypreaktion).

Einige Menschen haben eine erblich bedingte Veranlagung zu Überempfindlichkeitsreaktionen vom Soforttyp (Typ I): Mediziner sprechen bei einer solchen Überempfindlichkeit von einer Atopie. Zu den Atopien zählt zum Beispiel die Neurodermitis (Atopische Dermatitis).

Hautausschlag: Quaddeln. © Jupiterimages/iStockphoto

Allergische Reaktion mit Quaddelbildung bei Nesselsucht

Allergie Typ II (zytotoxischer Typ)

Bei einer Allergie vom Typ II (zytotoxischer Typ) bildet das Immunsystem Antikörper gegen einen bestimmten Stoff (Allergen). Diese Antikörper richtet sich gegen bestimmte Bestandteile auf der Oberfläche von körpereigenen Zellen oder Geweben. Im Gegensatz zur Typ-I-Reaktion sind hier die sogenannten IgG- (Immunglobulin G) beziehungsweise IgM-Antikörper (Immunglobulin M) beteiligt. Die allergische Reaktion tritt innerhalb von Stunden ein und betrifft nur die Zellen beziehungsweise Gewebe, welche die entsprechenden Allergene auf ihrer Oberfläche tragen.

Ein Beispiel: Wenn rote Blutkörperchen (Erythrozyten) nach einer Bluttransfusion mit einer falschen Blutgruppe zugrunde gehen, handelt es sich um eine Allergie vom Typ II. Typ-II-Reaktionen kommen auch bei einigen Autoimmunerkrankungen vor oder, wenn der Körper ein fremdes Organ nach einer Transplantation abstößt.

Allergie vom Typ III (Immunkomplexreaktion)

Die Allergie vom Typ III (Immunkomplexreaktion) gehört – wie auch die Allergie vom Typ II – zu den antikörpervermittelten allergischen Reaktionen, an denen IgG- und IgM-Antikörper beteiligt sind. Charakteristisch für die allergische Reaktion vom Typ III ist, dass sich sogenannte Immunkomplexe bilden.

Immunkomplexe sind Verbindungen aus Antikörpern und aus frei löslichen Antigenen, die sich nicht fest auf einer Zelloberfläche befinden. Solche Immunkomplexe werden normalerweise durch die Zellen der Immunabwehr beseitigt. Ist dies nicht der Fall, lagern sich die Immunkomplexe im Körper ab, was eine allergische Reaktion hervorruft. Eine solche Reaktion vom Typ III tritt nach etwa sechs bis zwölf Stunden ein.

Beispiele für eine Allergie vom Typ III sind:

  • Immunkomplex-Erkrankungen (z.B. Vaskulitis, Serumkrankheit)
  • Exogene allergische Alveolitis, eine Entzündung des Lungengewebes nach Einatmen von Allergenen (z.B. sog. Farmerlunge)

Allergie Typ IV (Spättyp)

Die Allergie vom Typ IV (T-Zell-vermittelter, verzögerter Typ; Spättyp) nimmt unter den allergischen Reaktionen eine Sonderstellung ein. Anders als die drei anderen Allergieformen sind bei diesem Typ nicht Antikörper, sondern T-Lymphozyten (T-Zellen), eine Untergruppe der weißen Blutkörperchen, beteiligt. Kommt eine Person mit einem für sie allergischen Stoff in Kontakt, sorgen die T-Zellen dafür, dass weitere Abwehrzellen angelockt und aktiviert werden. Dies führt zu den für die Typ-IV-Reaktion charakteristischen Veränderungen, die meist die Haut betreffen.

Das wohl bekannteste Beispiel für eine Allergie vom Typ IV ist die Kontaktallergie der Haut, etwa bei Kontakt mit Chrom- oder Nickelverbindungen.

Ein weiterer Unterschied zu den anderen Reaktionstypen besteht darin, dass die allergische Reaktion beim Typ IV verzögert abläuft, das heißt, sie tritt frühestens nach zwölf Stunden auf. Es können aber auch bis zu drei Tage (72 Stunden) vergehen, bis eine allergische Reaktion sichtbar wird.

Was ist eine Pseudoallergie?

Bei einer Pseudoallergie zeigen Betroffene Symptome einer allergischen Reaktion vom Typ I (Sofortreaktion), obwohl eigentlich keine Allergie vorliegt. Der Körper reagiert vielmehr mit einer unspezifischen Überempfindlichkeit auf bestimmte Dinge.

Während eine Allergie in der Regel erst dann entsteht, nachdem der Körper mehrmals Kontakt zum Allergie auslösenden Stoff hatte, entsteht eine Pseudoallergie nicht selten schon beim ersten Kontakt. Wie schwer die pseudoallergische Reaktion auf die jeweilige Substanz ist, ist dabei dosisabhängig.

Bei einer Pseudoallergie treten Symptome wie bei einer Allergie vom Typ I auf, es handelt sich aber nicht um eine richtige Allergie.

Manche Substanzen in Nahrungsmitteln können die Mastzellen dazu anregen, den Botenstoff Histamin freizusetzen. Dies kann eine pseudoallergische Reaktion auslösen, die sich durch unterschiedliche Beschwerden äußern kann. Dazu zählen zum Beispiel Schnupfen, juckende Augen, Nesselsucht (Urtikaria), Asthma oder andere Symptome.

Häufige Auslöser von Pseudoallergien sind zum Beispiel:

Allergie: Die Symptome sind vielfältig

Eine Allergie kann ganz unterschiedliche Symptome hervorrufen. Die Beschwerden bleiben so lange bestehen, wie die Allergie auslösende Substanz (Allergen) im Organismus vorhanden ist. Die Art der Symptome ist nicht vom Allergen, sondern vom zugrunde liegenden Allergie-Typ (Typ I, II, III oder IV) abhängig.

Der Allergie-Typ bestimmt auch, wann die ersten Symptome einer Allergie auftreten. Die Symptome können

  • entweder sofort (innerhalb von Sekunden bis Minuten),
  • erst nach Stunden oder auch
  • nach Tagen

einsetzen.

Grundsätzlich kann eine Allergie sowohl zu örtlich begrenzten (lokalen) als auch zu allgemeinen (generalisierten) Beschwerden führen. Lokale Symptome einer Allergie zeigen sich in der Regel dort, wo der Kontakt mit dem Allergen stattgefunden hat, so etwa

  • an den Schleimhäuten der Atemwege, was zu Niesen, Schnupfen oder Atemnot führen kann,
  • an den Schleimhäuten des Auges , sodass die Augen jucken und / oder tränen, 
  • an den Schleimhäuten des Magen-Darm-Trakts, was sich z.B. durch Erbrechen oder Durchfall zeigt,
  • an der Haut mit Folgen wie Nesselsucht (Urtikaria) oder Hautausschlag.

Allgemeine Symptome im Rahmen einer allergischen Reaktion können den ganzen Körper in Mitleidenschaft ziehen, wenn sich die Allergie auslösenden Substanzen mit dem Blut im Organismus verteilen. Besonders betroffen ist dabei das Herz-Kreislauf-System. So kann sich etwa die Herzfrequenz beschleunigen oder der Blutdruck abfallen.

Die schwerste Ausprägung einer allergischen Reaktion vom Typ I ist der allergische oder anaphylaktische Schock. Dabei sind meist mehrere Organsysteme gleichzeitig betroffen, was unbehandelt innerhalb weniger Minuten zum Tod führen kann. Dies ist jedoch nur selten der Fall.

Symptome eines allergischen Schocks sind z.B. Atemnot, starke Kreislaufbeschwerden, Herzrasen und Hautausschlag. Rufen Sie bei möglichen Anzeichen umgehend den Notarzt (112)!

Video: Allergischer Schnupfen – wie entsteht er?

Welche Ursachen hat eine Allergie?

Eine Allergie entsteht durch eine Fehlregulation und überschießende Abwehrreaktion des Immunsystems.

Das Immunsystem hat die Aufgabe, Krankheitserreger wie BakterienViren oder Parasiten abzuwehren. Gelangen solche Erreger in den Körper, bildet das Immunsystem spezifische Antikörper oder Abwehrzellen gegen den entsprechenden Krankheitserreger – der Körper wird immunisiert. Das bedeutet: Bei einem späteren Kontakt mit demselben Erreger erkrankt man nicht ein zweites Mal, weil sich das Immunsystem an den ersten Kontakt mit dem Erreger erinnert und unverzüglich mit der Produktion der spezifischen Antikörper beziehungsweise Abwehrzellen beginnt.

Auch bei einer Allergie reagiert das Immunsystem – allerdings nicht auf potenziell gefährliche, sondern auf harmlose Stoffe. Eine Allergie entsteht, wenn der Körper beim Kontakt mit einem eigentlich harmlosen körperfremden Stoff spezifische Antikörper beziehungsweise Abwehrzellen bildet. Diese Produktionsphase dauert neun bis zwölf Tage und verläuft unbemerkt. Beim nächsten Kontakt mit demselben Stoff werden sofort die entsprechenden Antikörper produziert beziehungsweise Abwehrzellen aktiviert und es tritt eine allergische Reaktion mit den entsprechenden Symptomen auf.

Ein Junge streichelt einen Hund und niest. © iStock

Bei einer Allergie reagiert der Körper auf eigentlich harmlose Stoffe aus der Umwelt.

Für alle Formen einer Allergie gilt: Eine Allergieneigung wird zwar oft vererbt, prinzipiell kann aber jeder Mensch zum Allergiker werden.

Das Risiko, eine Allergie zu bekommen, liegt bei Personen, die nicht erblich vorbelastet sind, bei 15 Prozent. Haben beide Elternteile eine Allergie, beträgt die Wahrscheinlichkeit über 50 Prozent. Haben Vater und Mutter die gleiche Allergie, steigt das Risiko auf 60 bis 80 Prozent.

Bei der Entstehung einer Allergie spielen die Menge und Konzentration, der Aufnahmemechanismus und das Sensibilisierungsvermögen des Allergens eine Rolle. So sind bei schwach sensibilisierenden Stoffen, beispielsweise Pollen, oft viele Kontakte über mehrere Jahre notwendig, bis eine Allergie ausgelöst wird. Bei stark sensibilisierenden Stoffen, etwa bei Medikamenten, reichen hingegen oft ein oder wenige Kontakte aus, damit eine Allergie entsteht.

Video: Allergie – wenn die Abwehr überreagiert

Allergie Typ I: Ursachen

Bei einer Allergie vom Typ I bildet das Immunsystem sogenannte IgE-Antikörper (Immunglobulin E). Hervorgerufen wird die allergische Reaktion durch den Kontakt zu bestimmten Allergenen, so zum Beispiel zu

Nach dem Erstkontakt mit einem Allergen bildet der Körper spezifische IgE-Antikörper, die an bestimmte Zellen des Immunsystems binden: an die Mastzellen. Dockt nun ein passendes Antigen an die IgE-Antikörper auf der Mastzelle an, setzt diese bestimmte Botenstoffe (Mediatoren) frei, unter anderem das Histamin. Diese Botenstoffe können im Gewebe eine entzündliche Reaktion auslösen. Bei der Typ-I-Reaktion kommt dem Histamin eine besondere Bedeutung zu, da die Mastzellen es in großen Mengen enthalten. Histamin erweitert die Gefäße, erhöht die Durchlässigkeit der Übergänge zwischen Venen und Arterien, verengt die Bronchien und lockt weitere Abwehrzellen des Körpers in das Entzündungsgebiet.

Wenn IgE-Antikörper an entsprechende Rezeptoren auf den Mastzellen binden und passende Antigene an die IgE-Antikörper andocken, setzt die Mastzelle Histamin und andere Botenstoffe frei.

Wenn IgE-Antikörper an entsprechende Rezeptoren auf den Mastzellen binden und passende Antigene an die IgE-Antikörper andocken, setzt die Mastzelle Histamineund andere Botenstoffe frei.

Beim Allergiker führt das dazu, dass die Schleimhäute anschwellen, sich röten und verstärkt Sekret abgeben, was zu Atemnot führen kann. Mit dem Blut können sowohl das Allergen als auch das Histamin im Körper verteilt werden und so auch an anderen Körperstellen entzündliche Reaktionen auslösen.

Allergie Typ II: Ursachen

Bei einer Allergie vom Typ II aktiviert der Körper die sogenannte antikörperabhängige Zytotoxizität. Dabei bilden sich irrtümlich Antikörper (IgG- und IgM-Antikörper) gegen körpereigene Zellen, nämlich gegen solche, an deren Oberfläche bestimmte körperfremde Substanzen (Antigene) haften. Dabei spielt die sogenannte Phagozytose als Abwehrmechanismus des Organismus eine entscheidende Rolle. Körperfremde Stoffe werden durch bestimmte Abwehrzellen, die Fresszellen (Makrophagen), aufgenommen und dann im Zellinneren durch Enzyme zerstört und abgebaut. Dieser Prozess wird durch die IgG- und IgM-Antikörper in Gang gesetzt.

Sind die Fremdstoffe zu groß, um aufgenommen zu werden, setzen die Abwehrzellen ihre Enzyme nach außen frei. Dies schädigt nicht nur den Fremdkörper, sondern auch das umgebende Gewebe. Bei der allergischen Typ-II-Reaktion treten an die Stelle des Fremdstoffs körpereigene Zellen und Gewebe, die durch die Prozesse der Phagozytose geschädigt werden.

Die Antikörper aktivieren auch das sogenannte Komplementsystem. Dieses besteht aus mehreren biologisch aktiven Eiweißen, deren Aktivität vorwiegend gegen Zellmembranen gerichtet ist. Sind diese gegen Antigene auf körpereigenen Zellen oder Geweben gerichtet, schädigt dies ebenfalls die Zellen.

Allergie Typ III: Ursachen

Bei einer Allergie vom Typ III verbinden sich im Blut zirkulierende Antigene und Antikörper zu sogenannten Immunkomplexen. Normalerweise erkennen und beseitigen Abwehrzellen des Immunsystems diese Immunkomplexe. Gelingt es ihnen nicht, können sich die Immunkomplexe im Gewebe ablagern und Entzündungsreaktionen in Gang setzen.

Allergie Typ IV: Ursachen

Eine Allergie vom Typ IV ist eine Abwehrreaktion gegenüber einer Substanz (Allergen), die über eine längere Zeit im Körper anwesend ist und nicht über andere Mechanismen beseitigt wurde.

Es gibt verschiedene Krankheitserreger und Fremdstoffe, bei denen das Immunsystem keine Antikörper bildet, nachdem sie in den Körper eingedrungen sind. Stattdessen werden Abwehrzellen aktiviert, die die Fremdstoffe beseitigen. Unter den Abwehrzellen gibt es eine Untergruppe, die in der Lage ist, bestimmte Allergene zu erkennen: die T-Lymphozyten (T-Zellen). Kommen sie mit einem Allergen in Kontakt, produzieren sie bestimmte Substanzen (Lymphokine), die wiederum andere Abwehrzellen, etwa Fresszellen (Makrophagen), anlocken und so Entzündungsreaktionen auslösen.

Allergie: Der Weg zur Diagnose

Bei einer Allergie ist es nicht immer leicht, herauszufinden, welche Substanz (Allergen) die Beschwerden ausgelöst hat: Derzeit sind rund 20.000 Allergene bekannt. Je mehr Informationen der Arzt hat, desto eher kann er die infrage kommenden Auslöser eingrenzen. So wird er zum Beispiel wissen wollen,

  • welche Symptome auftreten,
  • wann sich die Beschwerden zeigen (z.B. nur im Freien, nur zu einer bestimmten Jahreszeit …) oder
  • wann sie sich verschlimmern (etwa nach dem Verzehr bestimmter Nahrungsmittel, nachts …).

Je nachdem, welcher Reaktionstyp der Allergie zugrunde liegt (Typ I, II, III oder IV), kann der Arzt verschiedene Verfahren anwenden, um festzustellen, auf welchen Stoff die Person allergisch reagiert.

Im Labor können spezifische Antikörper oder Abwehrzellen im Blut nachgewiesen werden. Mithilfe verschiedener Allergietests kann der Arzt gezielt herausfinden, wie das Immunsystem auf bestimmte Substanzen reagiert.

Zu den gängigen Allergietests zählen:

Ein Pricktest wird durchgeführt. © Jupiterimages/iStockphoto

Mithilfe eines Allergietests kann man dem Allergieauslöser auf die Spur kommen.

Werden im Rahmen der Allergietests keine auslösenden Allergene gefunden, heißt das nicht, dass die Person keine Allergie hat. Vielmehr ist es möglich, dass die auslösende Substanz nicht in den untersuchten Proben vertreten war. In diesem Fall ist es hilfreich, einen Allergiekalender zu führen. In diesen trägt man ein, welche Speisen gegessen wurden, welche Medikamente man eingenommen hat und ob man Kontakte zu besonderen Substanzen gehabt hat. Mithilfe des Kalenders kann der Arzt die auslösenden Allergene weiter eingrenzen.

Allergie: Welche Therapie ist die richtige?

Besonders wichtig bei der Therapie einer Allergie: Versuchen Sie, nach Möglichkeit den Kontakt zur Allergie auslösenden Substanz zu vermeiden (Allergenkarenz). Je nach Art des Allergens kann dies allerdings sehr schwierig sein, etwa, wenn es sich um Pollen oder Hausstaub handelt. In diesem Fall können Antiallergika helfen – oder eine Hyposensibilisierung.

Hyposensibilisierung

Die wirksamste Therapieform, die insbesondere bei der Allergie vom Typ I angewandt wird, ist die Hyposensibilisierung (spezifische Immuntherapie, auch: Desensibilisierung). Ziel der Therapie ist, das Immunsystem über einen längeren Zeitraum hinweg schrittweise an die Allergie auslösende Substanz zu gewöhnen, bis es "gelernt" hat, dass der Stoff ungefährlich ist. Die Hyposensibilisierung soll das Immunsystem so beeinflussen, dass keine IgE-Antikörper gebildet werden, welche sonst die allergische Reaktion hervorrufen, sondern Antikörper einer anderen Klasse: die sogenannten IgG-Antikörper (IgG). IgG-Antikörper bildet das Immunsystem normalerweise gegen Krankheitserreger und sie entstehen nach jedem erneuten Kontakt mit dem Erreger sofort wieder.

Die IgG-Antikörper veranlassen, dass die Fresszellen des Immunsystems den Krankheitserreger aufnehmen und vernichten. Dasselbe möchte man bei einer Allergie erreichen: Sofort nach dem Kontakt mit dem Allergen sollen IgG-Antikörper gebildet entstehen und das Allergen neutralisieren, sodass der Körper keine IgE-Antikörpern mehr produziert.

Eine Hyposensibilisierung ist nur dann sinnvoll, wenn das auslösende Allergen bekannt und als Hyposensibilisierungslösung- oder Tablette erhältlich ist. Wichtig ist Geduld, denn die Therapie erstreckt sich über mehrere Jahre. 

Es gibt zwei Möglichkeiten, um eine Hyposensibilisierung durchzuführen:

  • Bei der subkutanen Immuntherapie (SCIT) spritzt der Arzt seinem Patienten das Allergen in das Unterhautgewebe.
  • Bei der sublingualen Immuntherapie (SLIT) nimmt der Patient Tabletten oder Tropfen ein.


Die subkutane Immuntherapie (SCIT)

Bei der SCIT spritzt der Arzt dem Allergiker über einen Zeitraum von mindestens drei Jahren das entsprechende Allergen in allmählich steigender Dosierung unter die Haut. Die Menge des Allergens wählt er dabei so, dass maximal eine örtliche Reaktion auftritt, etwa eine kleine Schwellung mit Juckreiz an der Einstichstelle. Da dennoch die Gefahr besteht, dass der Patient eine schwere allergische Reaktion bis hin zum anaphylaktischen Schock zeigt, sollte er nach der Injektion noch 30 Minuten unter ärztlicher Beobachtung bleiben.

Die sublinguale Immuntherapie (SLIT)

Als Alternative zu Spritzen kann der Arzt zur Hyposensibilisierung auch Tropfen verordnen, die unter die Zunge gegeben werden, z.B. bei einer Pollenallergie. Allerdings kann man hier nicht so genau dosieren wie mit einer Spritze: Die Tropfengröße variiert immer ein wenig. Zudem kann die Aufnahmemenge durch die Mundschleimhaut, durch den Speichelfluss oder durch unwillkürliches Herunterschlucken verändert sein.

Bei einer Allergie gegen Gräserpollen (Wiesenlieschgras, Phleum pratense) steht die sogenannte Gräsertablette (Allergie-Immun-Tablette) zur Verfügung. Die Tabletten enthält Allergene in unterschiedlichen Dosierungen und wird langsam unter der Zunge aufgelöst.

Medikamente gegen Allergien

Neben der Hyposensibilisierung kann eine Allergie mit Medikamenten behandelt werden. Sie beseitigen allerdings nur die Symptome, nicht aber die Ursachen einer Allergie. Produkte gegen allergische Beschwerden gibt es in diversen Formen, so etwa als

  • Inhaliersprays, Augentropfen, Nasensprays, Salben oder Gele für lokale Symptome (z.B. tränende Augen, Schnupfen …) und
  • als Tabletten, Zäpfchen oder Spritzen für allgemeine Beschwerden.

Zur Behandlung haben sich Wirkstoffe bewährt, die den Ausbruch einer allergischen Reaktion verhindern oder die bereits ausgebrochene Reaktion mildern. Welches Medikament im Einzelfall infrage kommt, ist von verschiedenen Faktoren abhängig, so etwa von der Art der Allergie, den damit verbundenen Beschwerden oder von der Ausprägung der Allergie.

Es gibt unterschiedliche Gruppen von Antiallergika. Dazu zählen:

  • Medikamente, die die Rezeptoren für den Botenstoff Histamin blockieren (Antihistaminika)
  • Medikamente, welche die allergische Wirkung bestimmter Botenstoffe aufheben (z.B. Kortikosteroide, Alpha-Sympathomimetika)
  • Mastzellstabilisatoren, die dazu führen, dass Histamin und andere Stoffe in geringerer Menge ausgeschüttet werden
  • Medikamente, die verhindern, dass Leukotriene freigesetzt werden; Leukotriene sind Botenstoffe, die zu allergischen oder entzündlichen Reaktionen führen können.

Antihistaminika

Antihistaminika schwächen die Wirkung des Botenstoffs Histamin ab. Reagiert der Körper auf etwas allergisch, schüttet er Histamin aus, was an bestimmte Rezeptoren an verschiedenen Körperstellen andockt und so die Beschwerden auslöst. Antihistaminika blockieren diese Rezeptoren und lindern so die Symptome einer Allergie. Die Wirkung der Antihistaminika tritt sehr schnell ein, je nach Darreichungsform bereits nach Minuten.

Die Nebenwirkungen hängen unter anderem davon ab, um welches Präparat es sich handelt. Mögliche unerwünschte Wirkungen sind etwa Mundtrockenheit, Sehstörungen oder Übelkeit. Während ältere, sogenannte Antihistaminika der ersten Generation häufig zu Müdigkeit oder Benommenheit führen, machen neuere Präparate in der Regel weniger müde.

Antihistaminika sind in der Lage, den Ausbruch einer allergischen Reaktion zu verhindern bzw. abzuschwächen. Wie das genau funktioniert, veranschaulicht Ihnen unser Video!

Kortikosteroide

Kortikosteroide enthalten Kortison. Kortison ist ein körpereigenes Hormon, das entzündungshemmend wirkt und die Symptome einer Allergie effektiv bekämpfen kann. Es zählt zur Wirkstoffgruppe der natürlichen Kortikoide und kommt ebenso wie bestimmte synthetische Kortikoide (z.B. Fluticason-Furoat, Dexamethason) bei der Behandlung von lokalen und allgemeinen Beschwerden zum Einsatz, so etwa in Form von Nasensprays, Salben, Tabletten, Zäpfchen oder als Injektion. Im Gegensatz zu den Antihistaminika wirken Kortisonpräparate nicht sofort, sondern mit Verzögerung. Bei der kurzzeitigen örtlichen Anwendung reicht meist eine geringe Dosis aus und es treten nur selten Nebenwirkungen auf. Kortisonhaltige Präparate sind meist verschreibungspflichtig. 

Zur Behandlung von allergischen Symptomen am Auge sollte Kortison nur im Ausnahmefall und unter strenger ärztlicher Kontrolle zum Einsatz kommen. Nimmt man Wirkstoffe aus der Gruppe der Kortikoide über Monate oder sogar Jahre hinweg in hoher Dosierung ein, kann dies das Immunsystem schwächen – Infektionen treten dadurch unter Umständen häufiger auf.

Weitere mögliche Folgen bei längerer Anwendung des Wirkstoffs sind


Mastzellstabilisatoren

Mastzellstabilisatoren führen dazu, dass die Mastzellen Histamin und andere Botenstoffe in geringerer Menge als normal ausschütten.

Mastzellstabilisatoren sind insbesondere zur Vorbeugung von allergischen Symptomen geeignet – hat der Körper bereits Histamin ausgeschüttet, können die Substanzen eine entsprechende allergische Reaktion nicht verhindern. Daher sollte man Mastzellstabilisatoren beispielsweise im Fall von Heuschnupfen am besten schon regelmäßig anwenden, wenn sich Pollen ankündigen, und erst dann absetzen, wenn die Belastung nicht mehr vorhanden ist.

Mastzellstabilisatoren wie Cromoglicinsäure oder Nedocromil kommen zum Beispiel in Form von Nasensprays, Augentropfen oder Dosieraerosolen zum Einsatz.

Zu möglichen Nebenwirkungen zählen etwa Reizungen in der Nase, Husten oder Nasenbluten. Zudem können Überempfindlichkeitsreaktionen entstehen, die sich zum Beispiel in Form von

  • Hautreaktionen,
  • Gelenkschmerzen oder
  • Schwellungen der Bindehaut durch Wassereinlagerungen

äußern.

Eine Frau träufelt sich Augentropfen ins Auge. © iStock

Medikamente können die allergischen Beschwerden lindern.

Hemmstoffe für Leukotrien-Rezeptoren

Hemmstoffe für Leukotrien-Rezeptoren (auch: Leukotrien-Rezeptor-Antagonisten, LTRA) wie der Wirkstoff Montekulast werden insbesondere zur Langzeittherapie von Asthma bronchiale eingesetzt. LTRA haben eine entkrampfende Wirkung und entspannen so die Muskulatur der Bronchien. Zudem mindern sie allergisch bedingte Entzündungen der Bronchialschleimhaut.

Mögliche Nebenwirkungen sind zum Beispiel Bauchschmerzen, Durchfall, Kopfschmerzen oder Hautausschlag.

Alternative Therapiemöglichkeiten

Bei einigen Allergien, wie zum Beispiel bei Heuschnupfen, kommen neben der medikamentösen Therapie häufig Verfahren aus der alternativen Medizin zum Einsatz, etwa Homöopathie oder Akupunktur. Zu vielen dieser Verfahren gibt es bisher jedoch nur wenige aussagekräftige Studien. So konnten Untersuchungen beispielsweise belegen, dass die Akupunktur als ergänzende Therapiemethode bei einer Pollenallergie Linderung bringen kann.

Allergie: Verlauf

Wie sich eine Allergie im Laufe der Zeit entwickeln wird, lässt sich nicht allgemein vorhersagen. Allergien können sich nach Jahren zurückbilden, vor allem, wenn Sie den Kontakt zu den Allergie auslösenden Substanzen (Allergenen) meiden. Auch ein gleichbleibendes Beschwerdebild über Jahre hinweg ist möglich. Viele Allergieformen wie Heuschnupfen oder eine Insektengiftallergie lassen sich darüber hinaus gut mit einer Hyposensibilisierung behandeln.

Kreuzreaktionen

Bestimmte Allergene sind sich in ihrer Struktur sehr ähnlich – so ähnlich, dass das Immunsystem im Laufe der Zeit auch auf sie allergisch reagieren kann. Diese sogenannte Kreuzreaktion entsteht häufig bei Pollenallergikern: So entwickeln zum Beispiel Personen mit Birkenpollenallergie häufig auch eine Allergie gegen bestimmte Nahrungsmittel wie Äpfel, Nüsse oder Karotten.

Komplikationen

Die möglichen Komplikationen einer Allergie hängen vom zugrunde liegenden Reaktionstyp ab. Sie können von einer chronischen Mittelohrentzündung oder Nasennebenhöhlen-Entzündung über Asthma bronchiale bis hin zu dauerhaften Organschäden reichen. Im Extremfall kann es zu einem allergischen Schock (anaphylaktischen Schock) kommen, der lebensbedrohlich ist.

Rufen Sie bei Anzeichen eines anaphylaktischen Schocks umgehend den Notarzt (112)! Hierzu zählen Symptome wie Atemnot, starke Kreislaufbeschwerden, Herzrasen und Hautausschlag.

Allergie: Vorbeugen

Zu 100 Prozent können Sie einer Allergie nicht vorbeugen – grundsätzlich kann jeder zum Allergiker werden. Es gibt aber einige Möglichkeiten, um das Allergierisiko zu senken:

  • Schwangere und Stillende sollten sich ausgewogen ernähren. Es gibt Hinweise darauf, dass der Verzehr von Fisch während der Schwangerschaft und Stillzeit das Allergierisiko beim Kind senken kann.
  • Säuglinge sollten möglichst mindestens bis zum vierten Monat gestillt werden. Der Grund: Gestillte Kinder entwickeln seltener eine Allergie als ungestillte.
  • Ein hoher Body-Mass-Index (BMI) erhöht die Wahrscheinlichkeit, Asthma zu bekommen. Daher sollte man darauf achten, Übergewicht zu vermeiden, insbesondere bei Kindern.
  • Haustiere haben in der Regel keinen Einfluss auf das persönliche Allergierisiko. Eine Ausnahme können Katzen sein: Halten Sie vorsichtshalber keine Katze, wenn Sie zu Allergien neigen.
  • Schimmelpilze in der Wohnung begünstigen Allergien. Vermeiden Sie in Ihrer Wohnung eine zu hohe Luftfeuchtigkeit und achten Sie darauf, ausreichend zu lüften.
  • Jedes Kind sollte nach den Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) geimpft werden, da durch Impfungen das Allergierisiko gesenkt werden kann.

Stadtkinder erkranken häufiger an Allergien als Kinder, die auf dem Land groß werden und schon frühzeitig den zahlreichen Einflüssen von Gras-, Getreide- und Baumpollen sowie Tierhaaren und Tierausscheidungen ausgesetzt sind. Das Spielen in der Natur oder ein Urlaub auf dem Land können das Risiko für Allergien senken.

Wenn Sie bereits eine Allergie haben, können Sie einer allergischen Reaktion vorbeugen. Wichtigster Schritt: Meiden Sie möglichst den Kontakt zu den entsprechenden Allergenen (Expositionsprophylaxe). Je nach Art des Allergens ist dies im Alltag jedoch nicht immer leicht, gerade, wenn es sich um eine Pollen- oder Hausstauballergie handelt. Wenn Sie Allergiker sind, sollten Sie zudem weder aktiv noch passiv rauchen und auf Nahrungsmittel ohne Zusatzstoffe achten. 

Für Pollenallergiker gibt es viele Möglichkeiten, sich über aktuelle Pollenbelastungen in der Luft zu informieren. Telefonische Informationsdienste, Radio und Fernsehen, das Internet sowie viele Tageszeitungen liefern täglich aktualisierte Informationen zum Pollenflug verschiedener Pflanzen. In besonders schweren Fällen kann ein Orts- beziehungsweise Klimawechsel sinnvoll sein, zum Beispiel ein Urlaub am Meer oder in den Bergen, wenn zu Hause gerade Pollenhauptsaison ist.

Eine Frau lehnt die ihr angebotenen Nüsse ab. © iStock

Am wirksamsten: Wenn möglich die Allergieauslöser meiden!

Wenn Sie Allergiker sind, sollten Sie weder aktiv noch passiv rauchen und auf Nahrungsmittel ohne Zusatzstoffe achten. Stoffe im Zigarettenrauch sind vermutlich schädlich für das Immunsystem, was das Allergierisiko erhöht.

Wenn bekannt ist, was die Allergie genau verursacht hat, stellt der Arzt einen Allergiepass aus, in dem alle Allergie auslösenden Stoffe aufgeführt sind. Außerdem wird beschrieben, worin diese enthalten sein können. Dies ist besonders für Medikamente und Nahrungszusatzstoffe (z.B. Konservierungsstoffe), aber auch für Kosmetikinhaltsstoffe, Gummibestandteile und Ähnliches wichtig. Besonders Personen, deren Allergie bereits zu ernsthaften Komplikationen geführt hat, sollten diesen Allergiepass und ihre Notfallmedikamente immer bei sich führen.

Allergie: Weitere Informationen

ICD-10-Diagnoseschlüssel:

Hier finden Sie den passenden ICD-10-Code zu "Allergie":


Onmeda-Lesetipps:

Linktipps:

Allergie Centrum Charité Das Allergie-Centrum-Charité ist eine gemeinsame Einrichtung der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie und der Klinik für Pädiatrie mit Schwerpunkt Pneumologie und Immunologie im Campus Virchow. Dort finden Sie viele weiterführende Informationen zum Thema Allergien.

Allum – Allergie, Umwelt und Gesundheit Das Informationsangebot der Kinder- und Jugendärzte richtet sich an Eltern, betroffene Familien und Patienten, die sich über allergische Erkrankungen und ihre Auslöser, Umweltschadstoffe, ihre Wirkung auf die Gesundheit sowie über sinnvolle Vorbeugungsmaßnahmen informieren wollen.

urtikaria.netStichwort: Nesselsucht – Urtikaria ist eine häufige Hauterkrankung, die durch Quaddeln und / oder Schwellungen der Haut sowie starken Juckreiz gekennzeichnet ist. Auf www.urtikaria.net finden Betroffene und Angehörige umfassende Informationen zu Formen, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten der Urtikaria.

Buchtipps:

Medizinisches Lexikon der beruflichen Belastungen und Gefährdungen

buch_landau_berufliche.jpg Kurt Landau, Gerhard Pressel

1099 Seiten Gentner Verlag 2009

Die erste Auflage dieses Lexikons hat dem Bedarf eines großen Nutzerkreises entsprochen und war kurze Zeit nach Erscheinen bereits vergriffen. Die vorliegende 2. Auflage wurde gänzlich überarbeitet und um zusätzliche Themen erweitert. Damit wurde die Zielsetzung dieses Gebrauchslexikons mit systematischer themenzentrierter Darstellung der Beruflichen Belastungen und Gefährdungen noch deutlicher auf die Unterstützung für den praktisch tätigen Betriebsarzt, für Sozial- und Umweltmediziner, Ergonomen, medizinische Sachverständige und Verantwortliche im Arbeitsschutz fokussiert. Das Werk ist von der arbeitsmedizinischen Seite her als lexikalisches Standardwerk für die Praxis konzipiert worden. Die 2. Auflage erscheint zum Zeitpunkt eines immer tiefer greifenden Wandels der Berufe, der Berufswelt, der Umwelt und Gesellschaft. Der Anspruch der Unternehmen an den Betriebsarzt ist die Gesunderhaltung der Mitarbeiter und damit die Kontinuität eines 'gesunden' Betriebs. Entsprechend ist das Ziel der Arbeitsmedizin die Prävention. Ärzte aller Fachrichtungen, vor allem jedoch Arbeitsmediziner, sind zunehmend gefordert, die Beschäftigten und Verantwortlichen im komplexer werdenden Arbeitsprozess umfassend zu begleiten und zu beraten. Dies erfordert hohe Kompetenz, aktuelles Fachwissen und eine adäquate Methodik zur Problemerkennung und Problemlösung. Das Lexikon unterstützt diesen Anspruch und bietet den Zugriff auf eine konzentrierte, wissenschaftlich fundierte Information aus kompetenter Hand. Das Lexikonkonzept sieht eine moderne methodische Struktur der Beiträge vor, die schnelle und präzise Information und den Transfer in die Praxis gewährleistet. Das Lexikon umfasst rd. 300 zentrale, arbeitsmedizinisch und beruflich besonders relevante Belastungs- und Gefährdungsbereiche, geschrieben von über 100 Experten. Es gibt den Überblick über einen komplexen und schwierig zu überschauenden Bereich der Arbeitswelt aus medizinischer Sicht und ordnet diesen zugleich für den Nutzer. Bestandteil des Werks ist eine als Fachdatenbank konzipierte Literatur-CD-ROM zur Recherche von über 1000 sorgfältig ausgewählten Literaturnachweisen. Sie entstammen den Bereichen Arbeitsmedizin, Betriebsmedizin, Arbeitsschutz, Arbeitssicherheit und Ergonomie.

Allergologie in Klinik und Praxis: Allergene - Diagnostik - Therapie

buch_trautmann_allergologie.jpg Axel Trautmann, Jörg Kleine-Tebbe

568 Seiten Thieme 2013

Praktische Handlungsanleitungen im bewährten Diagnose- und Therapiebausteinkonzept: krankheitsspezifische Empfehlungen zur Diagnostik: Anamnese, Labor, Hauttest, Provokation inklusive Allergiepässen, Test- und Provokationsplänen / ausführliche Therapieanleitungen: Allergenkarenz, Medikamente, Immuntherapie / schneller Informationszugriff durch stringente Gliederung nach Krankheitsbildern Komplett überarbeitet und stark erweitert: sämtliche Teil- und Grenzgebiete der Allergologie mit allen Differenzialdiagnosen / umfassende Beschreibung von Arzneimittelreaktionen, Nahrungsmittelallergien/-intoleranzen und Hautkrankheiten, Photodermatosen, Immundefekte, Allergie in der Schwangerschaft, Berufskrankheiten / umfassender Allergenkatalog, Medikamentenlisten und Dosierungstabellen, Anleitung zur Notfalltherapie

Quellen:

Online-Informationen des Deutschen Allergie- und Asthmabunds: www.daab.de (Abrufdatum: 8.9.2017)

Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Stand: 2017)

Online-Informationen der Europäischen Stiftung für Allergieforschung (ECARF): www.ecarf.org (Stand: Juli 2016)

Moll, I.: Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2016

Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie e.V.: Die spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) bei IgE-vermittelten allergischen Erkrankungen. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 061/004 (Stand: Oktober 2014)

Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI) und der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ): Allergieprävention. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 061/016 (Stand: Juli 2014)

Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013

Langen, U., Schmitz, R., Steppuhn, H.: Häufigkeit allergischer Erkrankungen in Deutschland. Bundesgesundheitsblatt 2013, S. 698-706

Arnold, W., Ganzer, U.: Checkliste Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2011

Sterry, W., Paus, R.: Checkliste Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010

Aktualisiert am: 8. September 2017

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