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Allergie: Medikamente gegen Allergie

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (22. Februar 2017)

Neben der Hyposensibilisierung kann eine Allergie mit Medikamenten behandelt werden. Sie beseitigen allerdings nur die Symptome, nicht aber die Ursachen einer Allergie. Produkte gegen allergische Beschwerden gibt es in diversen Formen, so etwa als

  • Inhaliersprays, Augentropfen, Nasensprays, Salben oder Gele für lokale Symptome (z.B. tränende Augen, Schnupfen …) und
  • als Tabletten, Zäpfchen oder Spritzen für allgemeine Beschwerden.

Zur Behandlung haben sich Wirkstoffe bewährt, die den Ausbruch einer allergischen Reaktion verhindern oder die bereits ausgebrochene Reaktion mildern. Welches Medikament im Einzelfall infrage kommt, ist von verschiedenen Faktoren abhängig, so etwa von der Art der Allergie, den damit verbundenen Beschwerden oder von der Ausprägung der Allergie.

Es gibt unterschiedliche Gruppen von Antiallergika. Dazu zählen:

  • Medikamente, die die Rezeptoren für den Botenstoff Histamin blockieren (Antihistaminika)
  • Medikamente, welche die allergische Wirkung bestimmter Botenstoffe aufheben (z.B. Kortikosteroide, Alpha-Sympathomimetika)
  • Mastzellstabilisatoren, die dazu führen, dass Histamin und andere Stoffe in geringerer Menge ausgeschüttet werden
  • Medikamente, die verhindern, dass Leukotriene freigesetzt werden; Leukotriene sind Botenstoffe, die zu allergischen oder entzündlichen Reaktionen führen können.

Beispiele für Mittel gegen Allergien

Antihistaminika

Antihistaminika schwächen die Wirkung des Botenstoffs Histamin ab. Reagiert der Körper auf etwas allergisch, schüttet er Histamin aus, was an bestimmte Rezeptoren an verschiedenen Körperstellen andockt und so die Beschwerden auslöst. Antihistaminika blockieren diese Rezeptoren und lindern so die Symptome einer Allergie. Die Wirkung der Antihistaminika tritt sehr schnell ein, je nach Darreichungsform bereits nach Minuten.

Die Nebenwirkungen hängen unter anderem davon ab, um welches Präparat es sich handelt. Mögliche unerwünschte Wirkungen sind etwa Mundtrockenheit, Sehstörungen oder Übelkeit. Während ältere, sogenannte Antihistaminika der ersten Generation häufig zu Müdigkeit oder Benommenheit führen, machen neuere Präparate in der Regel weniger müde.

Antihistaminika sind in der Lage, den Ausbruch einer allergischen Reaktion zu verhindern bzw. abzuschwächen. Wie das genau funktioniert, veranschaulicht Ihnen unser Video!

Kortikosteroide

Kortikosteroide enthalten Kortison. Kortison ist ein körpereigenes Hormon, das entzündungshemmend wirkt und die Symptome einer Allergie effektiv bekämpfen kann. Es zählt zur Wirkstoffgruppe der natürlichen Kortikoide und kommt ebenso wie bestimmte synthetische Kortikoide (z.B. Fluticason-Furoat, Dexamethason) bei der Behandlung von lokalen und allgemeinen Beschwerden zum Einsatz, so etwa in Form von Nasensprays, Salben, Tabletten, Zäpfchen oder als Injektion. Im Gegensatz zu den Antihistaminika wirken Kortisonpräparate nicht sofort, sondern mit Verzögerung. Bei der kurzzeitigen örtlichen Anwendung reicht meist eine geringe Dosis aus und es treten nur selten Nebenwirkungen auf. Kortisonhaltige Präparate sind meist verschreibungspflichtig. 

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Zur Behandlung von allergischen Symptomen am Auge sollte Kortison nur im Ausnahmefall und unter strenger ärztlicher Kontrolle zum Einsatz kommen. Nimmt man Wirkstoffe aus der Gruppe der Kortikoide über Monate oder sogar Jahre hinweg in hoher Dosierung ein, kann dies das Immunsystem schwächen – Infektionen treten dadurch unter Umständen häufiger auf.

Weitere mögliche Folgen bei längerer Anwendung des Wirkstoffs sind


Mastzellstabilisatoren

Mastzellstabilisatoren führen dazu, dass die Mastzellen Histamin und andere Botenstoffe in geringerer Menge als normal ausschütten.

Mastzellstabilisatoren sind insbesondere zur Vorbeugung von allergischen Symptomen geeignet – hat der Körper bereits Histamin ausgeschüttet, können die Substanzen eine entsprechende allergische Reaktion nicht verhindern. Daher sollte man Mastzellstabilisatoren beispielsweise im Fall von Heuschnupfen am besten schon regelmäßig anwenden, wenn sich Pollen ankündigen, und erst dann absetzen, wenn die Belastung nicht mehr vorhanden ist.

Mastzellstabilisatoren wie Cromoglicinsäure oder Nedocromil kommen zum Beispiel in Form von Nasensprays, Augentropfen oder Dosieraerosolen zum Einsatz.

Zu möglichen Nebenwirkungen zählen etwa Reizungen in der Nase, Husten oder Nasenbluten. Zudem können Überempfindlichkeitsreaktionen entstehen, die sich zum Beispiel in Form von

  • Hautreaktionen,
  • Gelenkschmerzen oder
  • Schwellungen der Bindehaut durch Wassereinlagerungen

äußern.

Eine Frau träufelt sich Augentropfen ins Auge. © iStock

Medikamente können die allergischen Beschwerden lindern.

Hemmstoffe für Leukotrien-Rezeptoren

Hemmstoffe für Leukotrien-Rezeptoren (auch: Leukotrien-Rezeptor-Antagonisten, LTRA) wie der Wirkstoff Montekulast werden insbesondere zur Langzeittherapie von Asthma bronchiale eingesetzt. LTRA haben eine entkrampfende Wirkung und entspannen so die Muskulatur der Bronchien. Zudem mindern sie allergisch bedingte Entzündungen der Bronchialschleimhaut.

Mögliche Nebenwirkungen sind zum Beispiel Bauchschmerzen, Durchfall, Kopfschmerzen oder Hautausschlag.

Alternative Therapiemöglichkeiten

Bei einigen Allergien, wie zum Beispiel bei Heuschnupfen, kommen neben der medikamentösen Therapie häufig Verfahren aus der alternativen Medizin zum Einsatz, etwa Homöopathie oder Akupunktur. Zu vielen dieser Verfahren gibt es bisher jedoch nur wenige aussagekräftige Studien. So konnten Untersuchungen beispielsweise belegen, dass die Akupunktur als ergänzende Therapiemethode bei einer Pollenallergie Linderung bringen kann.

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