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Akute Bronchitis: Symptome, Dauer, Behandlung, Medikamente

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (04. August 2017)

© Jupiterimages/iStockphoto

Eine akute Bronchitis entsteht meist durch Viren – und fast immer im Rahmen einer Erkältungskrankheit. Typisches Symptom ist Reizhusten, der nach einiger Zeit in Husten mit Auswurf übergeht. Hinzu kommen häufig klassische Anzeichen einer Erkältung wie Halsschmerzen oder Schnupfen

Was ist eine akute Bronchitis?

Eine akute Bronchitis ist eine Entzündung der Schleimhäute in den unteren Atemwegen. Betroffen sind vorwiegend die größeren Atemwege (Bronchien). Die Entzündung kann sich jedoch von der Luftröhre bis in die kleinen Verästelungen der unteren Atemwege, den Bronchiolen, ausbreiten.

Oft entsteht eine akute Bronchitis nach einer Infektion der oberen Atemwege, etwa nach einem Schnupfen oder einer Rachenentzündung. Die Bronchitis entwickelt sich, wenn sich die Infektion auf die unteren Atemwege ausbreitet.

Die akute Bronchitis und andere akute Infektionen der Atemwege zählen zu den häufigsten Erkrankungen. Vor allem im Herbst und Winter hat die akute Bronchitis "Saison". Pro Woche erkranken im Durchschnitt ungefähr 80 von 100.000 Personen, in den Wintermonaten liegt die Zahl noch deutlich höher.

Akute und chronische Bronchitis

Ärzte unterscheiden die akute von der chronischen Bronchitis. Anders als bei der akuten Bronchitis handelt es sich bei der chronischen Form und eine dauerhafte Atemwegserkrankung, die vor allem durch Rauchen und andere Schadstoffe hervorgerufen wird.

Die akute Bronchitis ist ansteckend

Eine durch Krankheitserreger hervorgerufene akute Bronchitis ist ansteckend. Die Erreger werden meist durch Tröpfcheninfektion übertragen. Das heißt: Beim Husten, Niesen oder Naseputzen lösen sich aus den Atemwegen winzige Tröpfchen, welche die Erreger enthalten. Die Tröpfchen fliegen durch die Luft und transportieren dabei die Keime. Auf diese Weise können sich andere Menschen anstecken.

Insbesondere in der akuten Krankheitsphase ist eine akute Bronchitis ansteckend. Daher ist besonders wichtig, andere Personen in der Umgebung zu schützen:

  • Egal, ob Sie noch ansteckend sind oder nicht: Es empfiehlt sich immer, in den Ärmel zu husten/zu niesen und sich dabei von den anwesenden Personen abzuwenden. Wer dagegen beim Husten oder Niesen die Hand vor den Mund hält, verbreitet die Krankheitserreger möglicherweise umso mehr – denn über die Hände können die Erreger auch auf andere Gegenstände (z.B. Türklinken, Haltestangen im Bus) oder andere Menschen (z.B. beim Händeschütteln) gelangen.
  • Waschen Sie sich regelmäßig die Hände, spätestens, wenn Sie doch einmal in die Hände gehustet haben.

Akute Bronchitis: Dauer

In der Regel ist eine virusbedingte akute Bronchitis nur von kurzer Dauer. Sie klingt innerhalb von Tagen bis zwei Wochen ab. Halten sie Beschwerden auch nach zwei Wochen länger an oder verstärken sie sich sogar, ist in jedem Fall ein (erneuter) Arztbesuch erforderlich!

Akute Bronchitis: Symptome

Typische Symptome einer akuten Bronchitis sind:

Die Symptome ähneln also denen einer Erkältung.

Der Husten ist bei einer akuten Bronchitis anfangs trocken. Nach einigen Tagen löst er sich. Dann entsteht in den Atemwegen Schleim, den Betroffene abhusten können (Auswurf). Wenn Bakterien die akute Bronchitis ausgelöst haben sind, ist der Schleim meist eitrig.

Während sich die akuten Symptome meist nach zwei bis fünf Tagen bessern, kann der Husten noch deutlich länger anhalten.

Im abgehusteten Schleim können vereinzelt Blutspuren sichtbar sein. Diese sind meist auf kleine, harmlose Verletzungen der Schleimhäute in den Bronchien zurückzuführen, die durch das ständige Husten entstehen. Es können aber auch andere Ursachen dahinterstecken. Daher gilt: Informieren Sie Ihren Arzt darüber, wenn Sie blutigen Schleim abhusten. Er wird dann entscheiden, ob zusätzliche Untersuchungen notwendig sind.

Das Bild zeigt eine hustende Frau. © iStock

Husten, Fieber und Gliederschmerzen sind typische Symptome einer akuten Bronchitis.

Akute Bronchitis: Ursachen

Die akute Bronchitis kann unterschiedliche Ursachen haben. In 9 von 10 Fällen wird sie allerdings von Viren ausgelöst, meist im Rahmen einer Erkältung oder Grippe.

Eine akute Bronchitis entsteht fast immer durch Viren – in der Regel tritt sie zusammen mit einer Erkältungskrankheit auf.

Bei Erwachsenen sind es meist Rhinoviren, die zur akuten Bronchitis führen. Rhinoviren sind die Hauptursache für einen klassischen "Schnupfen". Auch Influenza-, Parainfluenza- und Coronaviren sind häufiger für eine akute Bronchitis verantwortlich.

Bei Kindern entsteht eine akute Bronchitis dagegen häufig durch andere Viren, insbesondere sogenannte RS- (Respiratory Syncitial Virus), Adeno-, Coxsackie- und ECHO-Viren.

Eine akute Bronchitis kann nicht nur bei Erkältungskrankheiten, sondern auch im Rahmen anderer Erkrankungen auftreten, so etwa bei

Eine akute Bronchitis, die unmittelbar durch Bakterien – etwa durch Mykoplasmen oder Chlamydien – ausgelöst wird, ist eher selten. Sind Bakterien im Spiel, handelt es sich vielmehr meist um eine sogenannte Sekundärinfektion. Das bedeutet: Die Bronchialschleimhaut ist durch eine Virusinfektion so geschwächt, dass die Bronchien zusätzlich von Bakterien befallen werden. Zu solchen Bakterien zählen unter anderem Pneumokokken oder Haemophilus influenza.

In seltenen Fällen können Pilze bei Patienten mit geschwächtem Immunsystem die Atemwege befallen und eine akute Bronchitis hervorrufen. Zudem kann eine akute Bronchitis infolge einer Reizung durch Gase oder Staub auftreten.

Das Bild zeigt den schematischen Aufbau der Bronchien.

Darstellung der Lunge: Bronchien und Lappen

Akute Bronchitis: Diagnose

Eine akute Bronchitis kann der Arzt meist relativ schnell feststellen. Dazu fragt er seinen Patienten nach den Beschwerden und hört die Lunge ab. Zusätzlich untersucht er oft Ohren, Mund, Nase und Rachen und tastet den Hals nach geschwollenen Lymphknoten ab. Bei einer unkompliziert verlaufenden akuten Bronchitis muss der Arzt meist keine weiteren Untersuchungen durchführen, um die Diagnose zu stellen.

Bei Verdacht auf Lungenentzündung: Röntgen

Eine akute Bronchitis kann in eine Lungenentzündung übergehen. Ein Hinweis darauf: Die Symptome klingen nicht ab oder werden sogar stärker. Um sicherzugehen, wird der Arzt die Lunge röntgen.

Wenn ein Patient blutigen Schleim abhustet, ist dies im Rahmen einer akuten Bronchitis meistens harmlos – in seltenen Fällen können aber auch andere Erkrankungen die Blutung auslösen. Bei entsprechendem Verdacht wird der Arzt dann ebenfalls eine Röntgenuntersuchung durchführen.

Weiterführende Untersuchungen

Gegebenenfalls kann es sinnvoll sein, dass der Arzt einen Lungenfunktionstest veranlasst. Wenn die akute Bronchitis einen schweren Verlauf nimmt und möglicherweise durch Bakterien ausgelöst wurde, wird der Arzt herausfinden wollen, welche Erreger dahinterstecken. Dafür wird er einen Nasen- und Rachenabstrich machen und den abgehusteten Schleim im Labor auf Bakterien untersuchen lassen.

Akute Bronchitis: Behandlung

Eine leichte akute Bronchitis erfordert meist keine medikamentöse Behandlung. Mit ein paar einfachen Mitteln können Sie die Heilung unterstützen beziehungsweise die Beschwerden lindern:

  • Schonung ist die beste Behandlung. Leichte körperliche Betätigung fördert das Abhusten, aber: Überanstrengen Sie sich auf keinen Fall!
  • Verzichten Sie unbedingt auf das Rauchen.
  • Trinken Sie ausreichend (z.B. Wasser oder heißen Tee).
  • Inhalationen mit Wasserdampf können die Symptome lindern.
  • Machen Sie sich warme und feuchte Brustwickel für ca. 20 Minuten (danach gründlich abtrocknen, anschließend Bettruhe).
  • Ältere, vor allem bettlägerige Menschen sollten regelmäßig am Rücken abgeklopft werden.

Wichtig ist bei einer akuten Bronchitis vor allem, dass Sie sich schonen. © iStock

Wichtig ist bei einer akuten Bronchitis vor allem, dass Sie sich schonen.

Medikamente bei akuter Bronchitis

In einigen Fällen kann es sinnvoll sein, eine akute Bronchitis zusätzlich mit Medikamenten zu behandeln. Medikamente könnten zum Beispiel eingesetzt werden, um starke Beschwerden zu lindern.

Schmerz- und Fiebermittel

Bei akuter Bronchitis mit KopfschmerzenGliederschmerzen und/oder hohem Fieber können Sie in Absprache mit dem Arzt auf Medikamente mit Wirkstoffen wie Paracetamol oder Ibuprofen zurückgreifen.

Beachten Sie: Fieber ist eine natürliche Reaktion des Immunsystems auf einen Infekt. Man sollte es daher nicht sofort und um jeden Preis unterdrücken.

Vorsicht bei Hustenstillern und Schleimlösern

Auf dem Markt gibt es diverse Produkte, die Reizhusten lindern oder den Schleim lösen sollen. Aber wie geeignet sind solche Medikamente zur Behandlung einer akuten Bronchitis?

  • Hustenstiller (Antitussiva) sollen gegen trockenen, quälenden Reizhusten helfen. Aber: Solche "Hustenstiller" sind nur für Ausnahmefälle und einen kurzfristigen Gebrauch gedacht, denn sie unterdrücken den natürlichen Hustenreiz und verhindern damit das Abhusten des Schleims. Antitussiva sollten, wenn überhaupt, nur nachts zum Einsatz kommen. Bei Husten mit Auswurf sind Hustenstiller nicht geeignet.
  • Schleimlöser (Mucolytika, Expektoranzien) sollen bewirken, dass sich festsitzender Schleim löst und der Betroffene ihn leichter abhusten kann. Sie werden jedoch bei akuter, infektbedingter Bronchitis nicht empfohlen. In Studien konnten Produkte mit Acetylcystein die Beschwerden zwar etwas lindern – viele andere Schleimlöser haben dagegen keinen erwiesenen Nutzen. Sie sollten diese Medikamente nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt einnehmen. Wichtig ist, dass Sie viel trinken, wenn Sie schleimlösende Medikamente verwenden.

Fazit: Hustenstiller kommen nur in Ausnahmefällen infrage – Hustenlöser werden bei akuter Bronchitis nicht empfohlen. Fragen Sie unbedingt vor Einnahme solcher Medikamente Ihren Arzt um Rat!

Behandlung mit Antibiotika

Eine akute Bronchitis muss nur selten mit Antibiotika behandelt werden. Antibiotika sind bei ansonsten gesunden Menschen nur dann notwendig, wenn Bakterien beteiligt sind. Anzeichen für eine bakterielle Infektion sind zum Beispiel ein starkes Krankheitsgefühl oder hohes Fieber.

In bestimmten Fällen können Antibiotika auch bei einer virusbedingen akuten Bronchitis sinnvoll sein. Ziel der Behandlung ist es dann, einer zusätzlichen bakteriellen Infektion (sog. Sekundärinfektion) vorzubeugen. Ist der Körper aufgrund der Bronchitis geschwächt, können Bakterien leichter in den Körper eindringen und eine zusätzliche Infektion auslösen. Bei bestimmten Personengruppen kann dies zu Komplikationen führen. Zu gefährdeten Personen zählen Menschen, deren Immunsystem geschwächt ist, so zum Beispiel ältere Menschen oder Patienten, die an bestimmten chronischen Erkrankungen leiden.

Akute Bronchitis: Verlauf

Für gesunde und abwehrstarke Menschen ist eine akute Bronchitis normalerweise harmlos. Die Erkrankung heilt in den meisten Fällen aus, ohne Folgeschäden zu hinterlassen. Wenn Bakterien zu einer (zusätzlichen) Infektion geführt haben, helfen Antibiotika meist rasch.

Komplikationen

Wenn Komplikationen auftreten, dann sind in erster Linie ältere und abwehrgeschwächte Menschen betroffen. Bei ihnen besteht die Gefahr, dass die akute Bronchitis in eine Lungenentzündung übergeht oder dass eine zusätzliche bakterielle Infektion entsteht.

Kleinkinder mit akuter Bronchitis entwickeln in seltenen Fällen Bronchiolitis: Dabei entzünden sich die kleinsten Anteile der Atemwege (Bronchiolen).

Akute Bronchitis: Vorbeugen

Einen sicheren Schutz gegen eine akute Bronchitis gibt es nicht. Aber: Je stärker Ihre Abwehrkräfte, desto besser kann sich Ihr Körper gegen Krankheitserreger zur Wehr setzen. Zu einer gesunden Abwehr können Sie mit einer gesunden Lebensführung beitragen, so zum Beispiel durch

Gegen manche Krankheitserreger können Sie sich impfen lassen, so vor allem gegen Grippe-Viren und Pneumokokken. Insbesondere für bestimmte Personengruppen sind solche Impfungen sinnvoll.

Grippe-Schutzimpfung

Vor allem ältere Menschen (über 60 Jahre) und Patienten mit bestimmten Vorerkrankungen wird die Schutzimpfung gegen Grippe empfohlen. Auch gesunde Menschen, die aus beruflichen Gründen ein hohes Ansteckungsrisiko haben (z.B. medizinisches Personal), sollten sich impfen lassen.

Die Grippeviren verändern sich von Jahr zu Jahr. Deshalb muss die Schutzimpfung gegen Grippe jedes Jahr erneut durchgeführt werden.

Wer sollte sich impfen lassen?

Auch Menschen, die intensiv mit Risikopersonen Kontakt haben, sollten sich vorsichtshalber impfen lassen. Zu Risikopersonen zählen vor allem Menschen mit bestimmten Grunderkrankungen, bei denen eine Impfung möglicherweise nicht ausreichend wirkt.

Pneumokokken-Schutzimpfung

Pneumokokken sind Bakterien, die eine Lungenentzündung hervorrufen können. Die Pneumokokken-Impfung zählt zur den Standardimpfungen. Alle Säuglinge sollten bis zum 14. Lebensmonat dagegen geimpft werden.

Die ständige Impfkommission des Robert Koch-Instituts empfiehlt darüber hinaus eine Impfung für Personen über 60 Jahre und für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die an bestimmten Grunderkrankungen leiden. Und auch Personen, die berufsbedingt mit Metallrauch in Kontakt kommen – etwa weil sie als Schweißer arbeiten –, sollten sich gegen Pneumokokken impfen lassen.

Akute Bronchitis: Weitere Informationen

ICD-10-Diagnoseschlüssel:

Hier finden Sie den passenden ICD-10-Code zu "Akute Bronchitis":


Onmeda-Lesetipps:

Linktipps:

Deutsche Patientenliga Atemwegserkrankungen e.V.

Quellen:

Akute Bronchitis. Online-Informationen des Deutschen Allergie- und Asthmabunds: www.daab.de (Abrufdatum: 3.8.2017)

Hygienisch Husten. Online-Informationen des Robert Koch-Instituts (RKI) und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): (Abrufdatum: 3.8.2017)

Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2017

Epidemiologisches Bulletin 34/2016: Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut (Stand: 29. August 2016)

Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM): Husten. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 053/013 (Stand: 28.2.2014)

Battegay, E.: Siegenthalers Differenzialdiagnose. Thieme, Stuttgart 2013

Groß, U.: Kurzlehrbuch Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie. Thieme, Stuttgart 2013

Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft: Empfehlungen zur Therapie akuter Atemwegsinfektionen und der ambulant erworbenen Pneumonie. Arzneiverordnung in der Praxis, Bd 40, Sonderheft 1 (Januar 2013)

Online-Informationen des Helmholtz Zentrums München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt: www.lungeninformationsdienst.de (Stand: 4.8.2016)

Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie: Diagnostik und Therapie von erwachsenen Patienten mit akutem und chronischem Husten. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 020/003 (Stand: 1.2.2010)

Aktualisiert am: 4. August 2017

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