Startseite > Krankheiten > Aktinische Keratose
Stand: 16. April 2012Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Die aktinische Keratose (auch solare Keratose genannt) ist eine Hautverhornung, die entsteht, wenn sich bestimmte Hautzellen (Keratinozyten) aufgrund wiederholter, intensiver UV-Strahlung krankhaft verändern und vermehren.
Früher trat die aktinische Keratose vorwiegend im höheren Lebensalter (ab 50 Jahren) auf, weshalb man sie auch als senile Keratose bezeichnet. Mittlerweile sind jedoch zunehmend jüngere Menschen ab dem 30. Lebensjahr von diesen Hautveränderungen betroffen. Als verantwortlich hierfür gelten veränderte Freizeitgewohnheiten wie häufiges Sonnenbaden und Besuche in Solarien. Ein besonders hohes Risiko für aktinische Keratosen haben zum Beispiel Menschen mit heller Haut, die in Ländern mit hoher UV-Strahlung (z.B. Australien) leben, Beruf oder Freizeitaktivitäten überwiegend im Freien ausüben und in der Kindheit schwere Sonnenbrände hatten.
Die aktinische Keratose gilt als Krebsvorstufe (Präkanzerose) beziehungsweise sogar als Frühstadium (Carcinoma in situ) einer bestimmten Form von hellem Hautkrebs – dem Spinaliom oder Plattenepithelkarzinom: Jede zehnte aktinische Keratose geht in ein Spinaliom über. Unter bestimmten Umständen ist das Risiko für einen solchen Übergang noch höher: Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn das Immunsystem dauerhaft beeinträchtigt ist (z.B. wenn man entsprechend wirkende Medikamente nach einer Organtransplantation einnimmt) oder bei Hautinfektionen durch humane Papillomaviren (HPV).
Daher ist es wichtig, dafür zu sorgen, dass eine aktinische Keratose gar nicht erst entsteht. Das bedeutet vor allem, zu viel UV-Bestrahlung zu vermeiden – dies gilt für natürliches Sonnenlicht ebenso wie für künstliches UV-Licht (Solarium). Liegt bereits eine aktinische Keratose vor, ist eine schnelle Behandlung ratsam, um ihrem Übergang in ein Spinaliom zu verhindern. Hierzu stehen mehrere wirksame Methoden zur Verfügung: Man kann aktinische Keratosen herausschneiden (Exzision) oder herausschaben (Kürettage), durch Kältetherapie (Kryotherapie), Lasertherapie oder photodynamische Therapie und auch durch verschiedene örtlich angewendete Wirkstoffe (wie Diclofenac, Fluorouracil oder Imiquimod) erfolgreich behandeln.
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