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Blutwurz

Veröffentlicht von: Till von Bracht (05. Juni 2014)

Der Wurzelstock hat es in sich

"Ess Durmentill (Tormentill) und Bibernell, dann stirbst nüt so schnell!" – im Mittelalter nutzten viele Menschen die Blutwurz als Heilpflanze. Tormentill, so die Bezeichnung für die Wurzel der Blutwurz, sollte angeblich vor der Pest schützen. Ferner diente die Blutwurz der Blutstillung und zur Behandlung von Magen-Darm-Erkrankungen.

Heutzutage ist die Blutwurz vor allem in Süddeutschland bekannt – und zwar als hochprozentiger Kräuterlikör. Die Wurzel der Blutwurz wird von einigen Menschen auch heute noch als Heilpflanze genutzt. Dann meist in Form von Tee oder als Tinktur.

Den unter der Erde wachsenden Teil (Rhizom) der Blutwurz bezeichnet man als Tormentillwurzelstock. Sobald man den Wurzelstock der Blutwurz aufschneidet, tritt ein pinkroter Saft heraus – daher der Name Blutwurz.

Der Wurzelstock der Blutwurz ist besonders reich an Gerbstoffen – genauer gesagt enthält der Tormentillwurzelstock etwa

  • 15 bis 20 Prozent Catechin-Gerbstoffe und
  • 3,5 Prozent Gallotannine.

Aufgrund des hohen Anteils an Gerbstoffen wirkt der Tormentillwurzelstock zusammenziehend (adstringierend). Trägt man zerkleinerten Tormentillwurzelstock von außen auf die Haut auf, ziehen sich die oberen Hautschichten zusammen und es bildet sich ein schützender Film. Die Folge: Kleine Wunden können schneller abheilen.

Darüber hinaus wird den Gerbstoffen in dem Wurzelstock der Blutwurz eine leicht stopfende und beruhigende Wirkung auf den Magen-Darm-Trakt nachgesagt. Bei Durchfall soll der Tormentillwurzelstock zum Beispiel verhindern, dass zu viel Wasser ins Darminnere einströmt. Dadurch nimmt der Darminhalt wieder eine normale, festere Form an.

Das Bild zeigt eine Schale mit braunen Wurzeln.

Der unter der Erde wachsende Teil der Blutwurz wird Tormentillwurzelstock genannt.

Einige Menschen setzen die Blutwurz auch bei

ein.

Über die Wirksamkeit der Blutwurz gibt es bislang allerdings nur wenige wissenschaftliche Untersuchungen. Erste kleinere Studien scheinen zwar zu bestätigen, dass der Wurzelstock der Blutwurz den Verlauf einer Durchfallerkrankung positiv beeinflussen kann – für einen eindeutigen Nachweis müssen jedoch umfangreichere Untersuchungen folgen.

Wissenswertes

Der fachsprachliche Begriff für die Blutwurz lautet "Potentilla erecta" – was soviel bedeutet wie "aufrechtes Fingerkraut". Wie der Name schon sagt, streckt sich die Blutwurz aufrecht in die Höhe, wohingegen andere Potentilla-Arten meist krautartig am Boden wachsen.






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