Milien

Veröffentlicht von: Sandra von dem Hagen (05. Juni 2014)

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Milien sind stecknadelkopfgroße weißliche Zysten, die meistens gruppiert im Gesicht auftreten und lediglich ein kosmetisches Problem darstellen können. Auch bei Neugeborenen sind in den ersten Lebenswochen oft Milien im Gesicht zu sehen.

Milien werden auch Hautgrieß, Grießkorn oder Hirsekorn genannt. Primäre Milien entstehen spontan und meistens im Gesicht, beispielsweise aufgrund hormoneller Veränderungen. Da Frauen im Lauf des Lebens häufiger Hormonschwankungen unterliegen (Menstruationszyklus, Schwangerschaften, Wechseljahre, ...), sind sie öfter von primären Milien betroffen als Männer.

Ausnahme sind Neugeborene: Jungen bilden kurz nach der Geburt häufiger Milien als Mädchen. Das kommt daher, dass sie stärker auf die mütterlichen Hormone reagieren, die während Schwangerschaft und Geburt auf sie übertragen wurden. Milien bilden sich bei Neugeborenen vor allem in Gruppen im Bereich der Nase, an den Schläfen und auf der Stirn und sind dort als kleine weiße Punkte sichtbar.

Achtung: Versuchen Sie nicht, die Milien selber zu entfernen, beispielsweise durch Ausdrücken. Das kann Entzündungen zur Folge haben, die Narben hinterlassen können. Bei Babys müssen Milien nicht entfernt werden: Sie bilden sich etwa nach der 6. Lebenswoche von allein zurück.

Sekundäre Milien entwickeln sich infolge von Verletzungen der Haut.

Was genau sind Milien?

Milien sind Zysten in der Haut. Als Zysten werden Hohlräume bezeichnet, die mit Epithelzellen ausgekleidet sind, verschiedene andere Substanzen enthalten können und von einer Kapsel ummantelt sind. Wenn eine Zyste mit verhornendem Material gefüllt ist, wird sie als Milium bezeichnet (Mehrzahl Milien).

Im menschlichen Körper gibt es vier Grundgewebe:

  • Muskelgewebe
  • Nervengewebe
  • Bindegewebe
  • Epithelgewebe

Das Epithel umfasst Drüsen- und Deckgewebe und kann aus einer oder mehreren Schichten bestehen. Unter anderem bestehen die äußeren Schichten der Haut aus Epithel.

Primäre Milien bilden sich durch hormonelle Einflüsse

  • in den Ausführgängen von Schweißdrüsen oder
  • in Follikeln der Körperbehaarung (Vellushaarfollikel).

Sekundäre Milien bilden sich an verletzten Hautstellen, wenn im Zuge der Verletzung verhornende Epithelzellen unter die oberste Hautschicht geschoben wurden und sich dort verkapseln. Zu Hautverletzungen, die Milien zur Folge haben können, zählen beispielsweise:

  • Verbrennungen
  • Entzündungen
  • Abschürfungen

Sogenannte Pseudomilien entstehen durch die Ablagerung von Oxalaten (Salze der Oxalsäure) in der Haut. Sie sehen aus wie gewöhnliche Milien, sind aber Symptom einer seltenen erblichen Erkankung der Nieren (Oxalose).

Wie kann ich Milien entfernen?

Milien bereiten keine körperlichen Probleme: Sie jucken nicht und sie entzünden sich nicht, insofern man nicht versucht, sie selber zu entfernen und auszudrücken. Aus medizinischer Sicht ist es nicht nötig, Milien zu entfernen.

Besonders bei Neugeborenen bilden sich die Milien nach den ersten Lebenswochen meist von selbst zurück. Auch sekundäre Milien verschwinden häufig mit der Zeit.

Wenn die Milien aber über längere Zeit bestehen bleiben oder kosmetisch stören, können sie vom Hautarzt entfernt werden. Dazu ist häufig keinerlei Betäubung nötig: Der Arzt ritzt das Milium mit einem Skalpell oder der Spitze einer Injektionsnadel vorsichtig an. Anschließend drückt er das verhornte Material heraus oder entfernt es mit einer Pinzette. Weitere Maßnahmen sind für gewöhnlich nicht nötig.


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