Erfrierungen

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (12. April 2012)

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Nicht nur bei Minustemperaturen kann es zu Erfrierungen kommen. Auch bei Plustemperaturen bis sechs Grad Celsius kann dies geschehen. Dies gilt insbesondere für Körperteile, die schlecht geschützt und ungenügend durchblutet sind und das Wetter windig und nasskalt ist.

Erfrierungen entstehen dabei vor allem an Nase, Wangen, Ohren, Finger und Zehen. Man unterscheidet drei Schweregrade, wobei anfangs jede Erfrierung wie eine Erfrierung ersten Grades erscheint. Das Ausmaß einer Erfrierung dritten Grades ist unter Umständen erst nach Wochen erkennbar.

Eine Erfrierung kann sich zum Beispiel durch folgende Beschwerden bemerkbar machen:

Grad I:

  • blasse, gefühllose, Haut
  • nach (evtl. schmerzhaftem) Erwärmen gerötete Haut

Grad II:

  • Blasenbildung auf der Haut nach dem Erwärmen

Grad III:

  • frostig-kalte, weiße, gefühllose, verhärtete Haut
  • Hautstellen färben sich nach dem Erwärmen schwarz
  • Schuhe fühlen sich zu eng an

Erste Hilfe bei Erfrierungen

Erste Hilfe bei Erfrierungen I. und II. Grades:

  • Suchen Sie einen wärmeren Ort auf.
  • Öffnen Sie enge Kleidung und Schuhe. Ziehen Sie nasse Kleider aus.
  • Wärmen Sie erfrorene Körperteile mit Körperwärme. Erfrorene Hände können Sie z.B. in den Achselhöhlen wärmen.
  • Der Betroffene sollte beginnen, Arme und Beine selbstständig und ohne fremde Hilfe langsam zu bewegen.
  • Wärmen Sie den Betroffenen durch Decken oder zusätzliche Kleidung.
  • Verhindern Sie weitere Kälteexposition.
  • Verabreichen Sie warme und gezuckerte Getränke, jedoch keinen Alkohol!
  • Decken Sie Erfrierungsblasen locker und keimfrei ab. Vermeiden Sie unnötigen Druck. Erfrierungsblasen dürfen nicht geöffnet werden. Bei Blasenbildung handelt es sich bereits um eine Erfrierung II. Grades, die behandelt werden sollte!
  • Eine Erfrierung II. Grades sollte in jedem fall ärztlich behandelt werden

Erste Hilfe bei Erfrierungen III. Grades:

  • Rufen Sie sofort den Notarzt (112).
  • Der Betroffene darf nicht mehr bewegt werden. Sind z.B. die Zehen erfroren, ist das Laufen zu unterlassen!
  • Auch auf Erwärmen muss verzichtet werden!
  • Beengende oder nasse Kleidung nicht entfernen!
  • Stellen Sie den betroffenen Teil des Körpers ruhig, ohne dabei Druck darauf auszuüben.
  • Alarmieren Sie bei Erfrierungen III. Grades in jedem Fall den Notarzt (112).

Das sollten Sie bei Erfrierungen keinesfalls tun:

  • den Betroffenen mit Schnee oder Eis einreiben, um seinen Kreislauf in Schwung zu bringen
  • erfrorene Stellen mit Anhauchen wärmen
  • Rauchen
  • Wärme von außen zuführen, wie etwa durch heiße Bäder, Heizdecken, Wärmflaschen o.Ä.

Wann ist professionelle Hilfe notwendig?

Jede Erfrierung erscheint anfangs wie eine Erfrierung ersten Grades. Das Ausmaß einer Erfrierung dritten Grades ist unter Umständen erst nach Wochen erkennbar. Jede Erfrierung II. und III. Grades erfordert eine Krankenhausbehandlung!



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