Erste Hilfe bei Blutungen

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (09. November 2015)

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Bei einer Blutung tritt Blut aus verletzten Gefäßen in das umliegende Gewebe oder an die Körperoberfläche aus.

Ob und wie gefährlich eine Blutung ist, hängt vom Ausmaß der Blutung und dem Allgemeinzustand der Person ab. Ist die Blutung sehr gering, reicht in der Regel die körpereigene Blutgerinnung aus, diese zu stoppen. Bei größeren Blutungen ist es jedoch nötig, einen Druckverband anzulegen.

Was tun bei Blutungen?

Allgemeine Hinweise

  • Zum Schutz vor Infektionen sollten Sie am besten Einmalhandschuhe tragen.
  • Berühren Sie die Wunde nicht mit der Hand, sondern decken sie sie möglichst keimfrei ab.
  • Wunde nicht auswaschen oder reinigen (außer bei Bisswunden, Verätzungen oder Verbrennungen).
  • Bringen Sie keine Hausmittel oder Medikamente in die Wunde ein (auch keine Desinfektionsmittel).
  • Der Verletzte sollte am besten sitzen oder liegen, um den Kreislauf zu unterstützen. Denn auch bei kleinen Blutungen besteht das Risiko eines Schocks.
  • Behalten Sie den Verletzten immer im Blick. So können Sie eingreifen, falls ihm übel wird oder er droht, das Bewusstsein zu verlieren.

Bei einer leichten Blutung genügt in der Regel ein Pflaster oder ein Schutzverband aus sterilem Material. Papiertaschentücher sind ungeeignet. Auch Wundsalben, Pasten oder Ähnliches sollten Sie bei der Erstversorgung nie direkt auf eine Wunde auftragen.

Druckverband anlegen

Reicht ein einfacher Wundverband nicht aus, um die Blutung zu stillen, oder handelt sich um eine größere Blutung, wird ein Druckverband nötig:

  • Decken Sie die Wunde mit einer sterilen Wundauflage (Erste-Hilfe-Kasten) ab und umwickeln diese etwa zwei- bis dreimal mit normalem Mullverband.
  • Nun legen Sie ein Druckpolster (z.B. ein noch geschlossenes Verbandspäckchen, eine Taschentuchpackung oder mehrere zusammengefaltete Taschentücher) auf die umwickelte Wundauflage und wickeln diese mit der Mullbinde unter Druck (aber nicht zu stramm) an. Verfärbt sich das unterhalb der versorgten Wunde befindliche Körperglied (z.B. Hand oder Fuß) blau und wird kalt, sitzt der Verband zu fest und muss etwas gelockert werden.
  • Öffnen Sie den Notfallverband bis zur weiteren medizinischen Versorgung durch einen Arzt oder Rettungshelfer möglichst nicht mehr.
  • Befindet sich die Wunde an Arm oder Bein, lagern Sie die betroffene Extremität erhöht.

Wann muss professionelle Hilfe her?

Bei größeren, möglicherweise lebensbedrohlichen Blutungen sollten Sie umgehend den Notarzt (112) rufen.

Jede größere Wunde sollte innerhalb von sechs Stunden von einem Arzt begutachtet werden. Gegebenenfalls ist eine Tetanus-Impfung notwendig.



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