Sorbit (Sorbitol)

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (18. März 2014)

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Sorbit (Sorbitol) ist ein Stoffwechselprodukt des Körpers, das bei der Umwandlung von Glukose in Fruktose entsteht. Sorbit kommt zudem in manchen Nahrungsmitteln natürlicherweise vor – so zum Beispiel in Obstsorten wie Birnen, Pflaumen oder Äpfeln –, in vielen Lebensmitteln aber auch als künstlicher Zusatz. Je nach Menge kann der Verzehr von Sorbit Beschwerden bereiten.

Die Industrie setzt den Zuckeralkohol Sorbit zahlreichen Lebensmitteln künstlich hinzu (gekennzeichnet als E420). Er zählt zu den sogenannten Zuckeraustauschstoffen und findet sich vor allem in (zuckerfreien) Süßspeisen, aber auch in vielen Kaugummis, Soßen, Senf oder Nahrungsergänzungsmitteln.

Sorbit kommt daneben in verschiedenen Medikamenten, Kosmetika oder Zahnhygienemitteln (z.B. Zahnpasta) zum Einsatz, denn er dient unter anderem als Feuchthaltemittel sowie als Trägersubstanz für Vitamine und Aromen.

Der Zuckeraustauschstoff Sorbit wird in der Regel aus Mais- und Weizenstärke hergestellt. Er besitzt etwa 40 bis 60 Prozent der Süßkraft von Industriezucker (Saccharose) und ist auch für Diabetiker geeignet.

Verzehrt man größere Mengen an Lebensmitteln mit Sorbit kann das (ab etwa 5 Gramm Sorbit pro Tag) zu Beschwerden wie Blähbauch, Blähungen und Bauchschmerzen führen. Ab etwa einer Menge von 20 bis 30 Gramm pro Tag kann zudem Durchfall auftreten. Das hat verschiedene Ursachen:

  • Osmotische Wirkung: Der Dünndarm kann Sorbit nur langsam und zudem nur unvollständig aufnehmen. Bei großen Mengen an verzehrtem Sorbit (oder auch bei erhöhter Darmaktivität) enthält der Nahrungsbrei, der weiter in Richtung Dickdarm wandert, daher immer noch Sorbit. Im Dickdarm wirkt Sorbit osmotisch: Das heißt, er zieht Wasser aus den Zellen des Darms und macht den Stuhl dadurch flüssiger – je nach Sorbitmenge bis hin zum Durchfall (sog. osmotische Diarrhö).
  • Darmflora: Im Dickdarm trifft der sorbithaltige Nahrungsbrei auf die Bakterien der Darmflora. Diese beginnen damit, den bisher nicht aufgenommenen Sorbit zu verstoffwechseln. Dabei entstehen neben kurzkettigen Fettsäuren auch Gase wie Methan, Kohlendioxid und Wasserstoff. Das wiederum kann zu Beschwerden wie Bauchschmerzen, Blähungen und Blähbauch führen.

Beschwerden durch den Verzehr großer Sorbitmengen haben vor allem physiologische Ursachen und deuten nicht zwangsläufig auf eine Sorbitintoleranz hin.