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Schilddrüsenwerte: Was ist normal?

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (21. September 2016)

© Jupiterimages/Stockbyte

Mithilfe der Schilddrüsenwerte kann der Arzt prüfen, ob die Schilddrüse richtig arbeitet und Hinweise auf eventuelle Störungen erhalten. Die Schilddrüsenwerte geben die Konzentration der beiden Schilddrüsenhormone T3 (Trijodthyronin) und T4 (Levothyroxin, L-Thyroxin) sowie des Regelhormons TSH im Blut wieder. Der aussagekräftigste Schilddrüsenwert ist der TSH-Wert (TSH basal): Liegt er im Normbereich, lässt sich eine Störung der Schilddrüsenfunktion in der Regel ausschließen.

Die Schilddrüsenhormone T3 und T4 haben vielfältige Auswirkungen auf Stoffwechsel, Wachstum, Kreislauf und Nervensystem. In welcher Menge die Schilddrüse Hormone ausschüttet, unterliegt einer strengen Kontrolle – zentrale Regelstation ist ein Bereich im Gehirn: die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse). Sie kann die Produktion und Ausschüttung der Schilddrüsenhormone durch das "Regelhormon" TSH (Thyreoidea-stimulierendes-Hormon) steigern oder senken.

Gleichzeitig misst die Hypophyse die Hormonkonzentration im Blut und reagiert, wenn zu viel oder zu wenig Schilddrüsenhormone vorhanden sind, indem sie mehr oder weniger TSH abgibt. Das lässt sich anhand der Schilddrüsenwerte erkennen. Dieser komplexe Steuerungsmechanismus wird auch als Regelkreis bezeichnet. Der sogenannte Hypothalamus, ein Teil des Zwischenhirns, ist der Hirnanhangsdrüse vorangestellt. Er bildet das Hormon TRH (Thyreotropin-Releasing-Hormon), das wiederum die Ausschüttung von TSH in der Hirnanhangsdrüse steuert.

Produziert die Schilddrüse zu viele Hormone, sinkt der TSH-Wert und in der Folge drosselt die Schilddrüse die Hormonproduktion. Produziert die Schilddrüse dagegen zu wenig Hormone, steigt der TSH-Wert, wodurch die Schilddrüse die Hormonproduktion ankurbelt.

Anhand der Schilddrüsenwerte lässt sich erkennen, ob und wo im Regelkreis was nicht stimmt: Also in der Schilddrüse selbst oder in den übergeordneten Zentren im Gehirn. Verschiedene Krankheiten können die Abläufe stören und zu einer Schilddrüsenüberfunktion oder Schilddrüsenunterfunktion führen. Da an fast allen Störungen das TSH als zentrales Regelhormon beteiligt ist, untersucht man für eine erste Einschätzung oft nur die TSH-Konzentration im Blut (sog. TSH basal), anstatt alle Schilddrüsenwerte zu überprüfen.

Erst wenn der TSH-Wert außerhalb des Normbereichs liegt, werden auch die Hormone T3 und T4 bestimmt. In seltenen Fällen wird zusätzlich das Hypothalamushormon TRH gemessen. Ein Vorteil des sehr empfindlichen TSH-Werts ist: Er zeigt Störungen der Schilddrüsenfunktion mitunter bereits dann an, wenn die Konzentrationen von T3 und T4 noch im Normbereich liegen.

Referenzbereiche (für Erwachsene) für die Schilddrüsenwerte TSH, T3 und T4

Hormon Referenzbereich
TSH 0,4–2,5 mU/l
T3: frei (fT3) 2–6 pg/ml
T4: frei (fT4) 20–50 pg/ml
T3: gesamt 0,8–2 ng/ml
T4: gesamt 53–126 ng/ml

(Werte können von Labor zu Labor unterschiedlich sein.)



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