Narben & Narbenbehandlung: Operation & Dermabrasion

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (16. Dezember 2011)

Operation

Eine operative Korrektur kommt bei hypertrophen Narben (wulstigem Narbengewebe im Wundbereich) zum Einsatz, die als kosmetisch störend empfunden werden oder mit einer funktionellen Beeinträchtigung einhergehen. Bei der Operation wird das Narbengewebe entfernt und die Wunde entweder vernäht oder durch ein Hauttransplantat verschlossen. Eine operative Korrektur von Narben sollte erst dann vorgenommen werden, wenn sie sich bereits hell gefärbt haben.

Eine operative Korrektur von Keloiden (wucherndes Narbengewebe über den Wundbereich hinaus) ist problematisch, da sich Keloide häufig nach der Entfernung wiederbilden. Daher wird die operative Entfernung von Keloidgewebe meist mit einer Strahlenbehandlung kombiniert, die unmittelbar im Anschluss an die Operation beginnt. Mitunter können eine örtliche Anwendung von Glukokortikoiden und die Einnahme von Vitamin A das Wiederauftreten von Keloiden verhindern.

Dermabrasion (Abschleifen)

Mithilfe der sogenannten Dermabrasion kann man die Ränder von scharfkantigen Narben abschleifen und dadurch glätten. Auch Aknenarben im Gesichtsbereich lassen sich mithilfe der Dermabrasion Methode häufig verschönern, sofern sie nicht zu tief in die Haut eingezogen sind.

Bei großflächigeren Narben muss die Dermabrasion unter Vollnarkose erfolgen. Häufig kommt es nach dem Abschleifen von überschießendem Narbengewebe jedoch zur Neubildung der Narbe.

Spritzenbehandlung

Je nach Narbe und Behandlungsziel kann eine Spritzenbehandlung das Narbengewebe verbessern, so zum Beispiel durch das Injizieren von Glukokortikoiden oder von Kollagen.

Hypertrophe Narben: Glukokortikoide sind Wirkstoffe, die Entzündungsprozesse im Körper hemmen. Spritzt man diese in hypertrophes (wulstiges) Narbengewebe, produziert diese weniger Bindegewebe. Als Folge wird die Narbe flacher und geschmeidiger.

Atrophe Narben: Narben, die unter dem Hautniveau liegen und deshalb kleine Grübchen bilden (atrophe Narben, z.B. durch Akne) lassen sich durch das Einspritzen von Kollagen auffüllen.

Laserbehandlung

Zum Abtragen von überschießendem Narbengewebe lassen sich spezielle Lasertechniken einsetzen. Eine Laserbehandlung ist jedoch häufig mit hohen Selbstkosten für den Betroffenen verbunden. Sie sollte zudem ausschließlich durch einen Spezialisten erfolgen, damit keine unerwünschten Auswirkungen auf das umliegende Hautgewebe entstehen.

Kryotherapie

Mithilfe der sogenannten Kryotherapie (griech. kryos = Kälte, Frost) lässt sich in einzelnen Fällen überschießendes Narbengewebe behandeln. Hierbei vereist man die betroffenen Hautareale mit flüssigem Stickstoff und trägt diese anschließend ab.