Narben & Narbenbehandlung: Narbentypen

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (16. Dezember 2011)

Je nach Ursache und Wundheilung unterscheidet man verschiedene Narbentypen:

  • atrophe Narben (eingesenkte Narben)
  • hypertrophe Narben (wulstige Narben)
  • Keloide (wuchernde Narben)

Atrophe Narben (eingesenkte Narben)

Werden bei der Wundheilung zu wenig Ersatzfasern für das zerstörte Gewebe gebildet, entstehen grübchenartige, im Verhältnis zur umgebenden Haut tiefer liegende Narben, sogenannte atrophe Narben. Bei Akne etwa bleiben häufig atrophe Narben zurück.

Überschießendes Narbengewebe

Krankhaftes, überschießendes Narbengewebe bildet sich individuell unterschiedlich stark aus. Es entsteht insbesondere dann, wenn die Wunde während des Heilungsprozesses starken Zugkräften ausgesetzt ist (z.B. durch häufige Bewegung). Man unterscheidet bei überschießendem Narbengewebe:

  • hypertrophen Narben (wulstigen Narben) und
  • Keloide (wuchernden Narben)

Ursache für die Bildung hypertropher Narben beziehungsweise von Keloiden ist vermutlich eine örtliche Störung der Bindegewebsbildung, bei der minderwertiges Bindegewebe entsteht.

Hypertrophe Narben (wulstige Narben)

Mitunter tritt nach einer Hautverletzung (etwa nach schweren Verbrennungen) eine überschießende Narbenbildung auf. Die Narben wölben sich dabei höher als die angrenzende Haut. Beschränkt sich die verstärkte Narbenbildung auf das Wundgebiet, handelt es sich um sogenannte hypertrophe Narben.

Hypertrophe Narben sind meist derb und wulstig und werden von den Betroffenen als kosmetisch störend empfunden. Liegen sie in der Nähe von Gelenken, können hypertrophe Narben den Bewegungsablauf beeinträchtigen.

Hypertrophe Narben bilden sich manchmal nach einigen Monaten spontan zurück.

Keloide (wuchernde Narben)

Dehnt sich wucherndes Narbengewebe über die Narbe hinaus auch auf die angrenzenden Hautareale aus, wird diese Wundheilungsstörung als Keloid bezeichnet. Keloide sind

  • flächig,
  • derb,
  • wulstig,
  • stark gerötet und
  • verursachen häufig Juckreiz oder Druckschmerzen.

Die oberste Hautschicht von Keloiden ist meist sehr dünn und leicht verletzbar.