Inzision

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (30. September 2013)

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Der medizinische Begriff Inzision leitet sich vom lateinischen Wort "incisio" ab und bedeutet soviel wie "Einschnitt".

Unter einer Inzision verstehen Ärzte in der Regel einen operativen Eingriff, bei dem ein Arzt körpereigenes Gewebe durchtrennt und Körperhöhlen oder durch Entzündungsvorgänge entstandene Hohlräume – zum Beispiel einen Abszess – chirurgisch eröffnet. Das unterstützt den Heilungsprozess und befreit das umliegende Gewebe von Druck und damit verbundenen Schmerzen.

Auch der Hautschnitt, den ein Chirurg zu Beginn einer Operation setzt, heißt Inzision. Je nachdem, welcher Eingriff geplant ist, setzt der Arzt den Schnitt nach ganz bestimmten Vorgaben: So verläuft die Schnittlinie bei einer Inzision vor Schilddrüsen-Operationen in der Regel quer zur Halsachse (sog. Kocher'scher Kragenschnitt). Bei größeren Eingriffen ist der Patient in Narkose und spürt deshalb den Schnitt nicht. Bei kleineren Operationen wie der Entfernung eines Muttermals reicht eine örtliche Betäubung.

Für eine Inzision benötigt der Arzt ein chirurgisches Schneideinstrument – in der Regel ein Skalpell. Damit kann er die Haut und das darunter liegende Bindegewebe einschneiden. Dabei achtet er darauf, dass er mit dem Schnitt keine Blutgefäße und Nerven durchtrennt. So vermeidet er Komplikationen wie Blutungen oder Gefühlsstörungen.

Außerdem spielt hygienisches Arbeiten eine große Rolle bei einer Inzision, um Wundinfektionen vorzubeugen. Grundsätzlich muss die entsprechende Körperstelle vor der Inzision gut desinfiziert werden, damit in die "künstliche Wunde" keine Krankheitserreger eindringen. In manchen Fällen kann der Arzt nach der Inzision den Schnitt wieder vernähen und mit einem Wundverband abdecken. Häufig ist es aber auch sinnvoll, dass die Wunde offen ausheilt. Dann sorgen spezielle Verbände oder Wundeinlagen dafür, dass Wundflüssigkeit abfließen kann.