Gebärmutter­entfernung (Hysterektomie)

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (21. März 2014)

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Die Gebärmutterentfernung (Hysterektomie) gehört zu den Standardeingriffen der Frauenheilkunde. Rund 133.000-mal wurde diese Operation im Jahr 2012 in Deutschland vorgenommen – aus Sicht vieler Fachleute ließen sich viele dieser Eingriffe vermeiden. In etwa 90 Prozent aller Fälle erfolgt die Entfernung der Gebärmutter wegen gutartiger Erkrankungen des Organs.

Etwa jede fünfte bis sechste Frau in Deutschland hat bereits eine Gebärmutterentfernung hinter sich. Die meisten Operationen betreffen Frauen im Alter zwischen 40 und 50 Jahren.

Häufigster gutartiger Anlass für eine Hysterektomie: der sogenannte Uterus myomatosus. Hierbei bildet sich in der Wand der Gebärmutter eine Vielzahl gutartiger Muskelgeschwülste (Myome). Führen sie zu Beschwerden, wie einer unregelmäßigen und schmerzhaften Menstruation, und sprechen Anzahl, Lage und Größe der Muskelknoten für eine OP, stellt die Entfernung der Gebärmutter eine Möglichkeit dar. Etwa jede zweite Gebärmutterentfernung hängt mit Myomen zusammen.

Weitere häufige gutartige Gründe für eine Gebärmutterentfernung sind eine Endometriose sowie ein Vorfall der Gebärmutter vor die Scheide (sog. Uterusprolaps). Bei einer Endometriose findet sich Gebärmutterschleimhaut auch außerhalb des Uterus, etwa in der Bauchhöhle.

Der Arzt kann die Gebärmutter auf drei verschiedene Arten entfernen:

  • über die Scheide (vaginale Hysterektomie),
  • über einen Schnitt in der Bauchdecke (abdominale Hysterektomie) oder
  • über eine Bauchspiegelung (laparoskopische Hysterektomie, "Schlüssellochchirurgie").

Gebärmutterentfernung im Video: Wann ist der Eingriff nötig und wie funktioniert er?

Fachleute sehen die Gebärmutterentfernung über die Scheide im Vergleich zur Methode mit Bauchschnitt als die schonendere Methode an.

Sich die Gebärmutter entfernen zu lassen, stellt Frauen in vielerlei Hinsicht vor eine schwere Entscheidung: Denn es ergibt sich nicht nur die Frage nach der Fruchtbarkeit. Auch das Gefühl, mit der Gebärmutter einen Teil ihrer Weiblichkeit zu verlieren, bewegt viele Frauen. Daher ist es wichtig, mögliche therapeutische Alternativen zu einer Gebärmutterentfernung mit dem Arzt zu besprechen und genau abzuwägen, welche Behandlung nötig ist und infrage kommt.

Liegt eine bösartige Krankheit der Gebärmutter oder der Eierstöcke vor, ist die Gebärmutterentfernung jedoch oft die einzige Therapiemethode, die Aussicht auf Heilung verspricht.

Ein weiterer Fachbegriff für Gebärmutterentfernung lautet Uterusexstirpation.