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Elektrolyte

Veröffentlicht von: Dr. med. Fabian Weiland (14. Mai 2013)

Allgemeines

Elektrolyte sind Stoffe, die positiv oder negativ geladene Teilchen (Ionen) verschiedener chemischer Elemente enthalten: Ein Beispiel hierfür ist Kochsalz (= Natriumchlorid) aus dem positiv geladenen Natriumion (Na+) und dem negativ geladenen Chloridion (Cl-). Elektrolyte zählen zu den Mineralstoffen und erfüllen im menschlichen Körper für viele Funktionen der Körperzellen wichtige Aufgaben.

Mineralstoffe unterteilt man in sogenannte Mengenelemente und Spurenelemente – je nachdem, ob im Körper der jeweilige Mineralstoff in größeren Mengen oder nur in geringen Spuren nötig ist. Drei Elektrolyte – Calcium, Phosphat und Magnesium – bilden den Hauptanteil am gesamten Mineralgehalt des menschlichen Körpers. Aber auch die in geringeren Mengen vertretenen Elektrolyte sind lebensnotwendig.

Elektrolyte besitzen zahlreiche Funktionen: Sie spielen eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung des Wasserhaushalts und sind an der elektrischen Aktivität der Muskel- und Nervenzellen beteiligt. Dabei ist jeder Elektrolyt unterschiedlich im Körper verteilt: Einige Elektrolyte lagern sich überwiegend in den Zellen (intrazellulär) ab, andere wiederum zirkulieren hauptsächlich im Blutkreislauf, befinden sich also außerhalb der Zellen (extrazellulär).

Der Mensch nimmt Elektrolyte hauptsächlich über Getränke und mit Nahrung auf und scheidet sie größtenteils über die Nieren aus, aber auch über das Verdauungssystem und die Haut. In Deutschland liegt die aufgenommene Menge Elektrolyte in der Regel im Normalbereich – mit Ausnahme von Calcium, dessen Zufuhr oft als zu gering gilt. Bei Menschen, die entsprechende Nahrungsergänzungsmittel einnehmen, ist allerdings eher eine normale bis über die Normalwerte hinausgehende Calciumzufuhr zu beobachten.

Wenn der Körper zu viele Elektrolyte aufnimmt oder ausscheidet, kommt es zu einer Elektrolytstörung (in Form von einem Elektrolytmangel oder Elektrolytüberschuss): Ist der Elektrolythaushalt des Körpers gestört, ist er ins Ungleichgewicht geraten. Häufige Ursachen für zu viele oder zu wenige Elektrolyte im Körper sind Nierenschäden, Durchfall oder Erbrechen. Auch Verteilungsstörungen zwischen den innerhalb und außerhalb der Zellen liegenden Elektrolyten führen zu einer geänderten Elektrolytkonzentration – mit krankhaften Folgen.

Entsprechend den verschiedenen Funktionen von Elektrolyten haben Elektrolytstörungen unterschiedliche Auswirkungen: Sie können von einer Überwässerung über Verwirrtheit wegen Veränderungen der Nervenaktivität bis hin zu Herzrhythmusstörungen und Koma reichen. Da die Symptome oft nicht eindeutig auf Elektrolytveränderungen hinweisen, gelingt es oft nur durch eine Blutuntersuchung, die Störung festzustellen – eventuell auch durch ein Elektrokardiogramm (EKG).

Allerdings sind leichte Abweichungen vom Normalwert, die recht häufig auftreten, bei den meisten Elektrolyten kein Grund zur Besorgnis. Anders verhält es sich, wenn bereits Beschwerden bestehen beziehungsweise die Werte der Elektrolyte deutlich erhöht sind und nicht nur leicht vom Normwert abweichen. Die für Elektrolyte geltenden Normwerte im Blut lauten ungefähr:

Normwerte Elektrolyte

ElektrolyteNormalbereich
Natrium (Na+)135–145 mmol/l
Chlorid (Cl-)96–110 mmol/l
Kalium (K+)3,8–5,2 mmol/l
Calcium (Ca2+)2,0–2,6 mmol/l
Phosphat (PO43-)0,84–1,45 mmol/l
Magnesium (Mg2+)0,73–1,06 mmol/l





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