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Darmspiegelung (Koloskopie)

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (17. Dezember 2014)

© Jupiterimages/iStockphoto

Die Darmspiegelung (Koloskopie) ist die erfolgreichste Methode zur Früherkennung von Darmkrebs. Möglich macht dies ein spezielles Endoskop (sog. Koloskop) – ein schlauchartiges Gerät, mit dem der Arzt die Darmschleimhaut des gesamten Dickdarms genau untersuchen und beurteilen kann.

Das Koloskop ist etwa 1,2 Zentimeter dick und verfügt über eine Lichtquelle sowie über eine kleinen Kamera an einem Ende. Moderne Koloskope sind in der Lage, alle Bilder als Video darzustellen und zu speichern. Zusätzlich ist der Schlauch mit winzigen Zangen oder Schlingen ausgestattet, die es ermöglichen, während der Darmspiegelung von auffälligen Stellen der Darmschleimhaut kleine Gewebeproben zur weiteren Untersuchung schmerzfrei zu entnehmen oder eventuell vorhandene Darmpolypen sofort abzutragen, ohne dass ein weiterer Eingriff nötig ist.

Darmpolypen stellen gutartige Krebsvorstufen dar. Demnach ermöglicht es die Koloskopie nicht nur, Darmkrebs früh zu erkennen, sondern auch, seine Entstehung schon in seinen Vorstufen zu stoppen. Da Darmkrebs in Deutschland bei Männern und Frauen die zweithäufigste Krebsart und die zweithäufigste Todesursache durch Krebs ist, ist es also sehr zu empfehlen, die Darmspiegelung zur Vorsorge zu nutzen.

In Deutschland haben alle gesetzlich Versicherten ab dem Alter von 55 Jahren Anspruch auf eine Koloskopie. Wenn diese unauffällig ist, können sie sich nach zehn Jahren einer zweiten Darmspiegelung unterziehen, deren Kosten die Krankenkassen ebenfalls tragen.

Die Möglichkeit, die Darmspiegelung zur Früherkennung zu nutzen, hat schon viele Menschen vor einer Darmkrebserkrankung bewahrt: Die Zahl der jährlich entdeckten und entfernten fortgeschrittenen Darmkrebsvorstufen ist seit Einführung der Koloskopie als Darmkrebsvorsorge deutlich gestiegen.

Darüber hinaus kann die Darmspiegelung unter bestimmten Umständen unabhängig vom Alter sinnvoll sein. So ist zum Beispiel in folgenden Fällen auch bei jüngeren Menschen eine Koloskopie ratsam:

  • wenn schon länger Verdauungsbeschwerden oder andere (weniger kennzeichnende) Symptome bestehen, wie: oder
  • wenn jemand möglicherweise ein erhöhtes Darmkrebsrisiko hat (weil es schon Fälle von Darmkrebs in der Familie gab).

Manche Menschen scheuen sich jedoch davor, sich einer Darmspiegelung zu unterziehen, weil sie den Ablauf der Untersuchung als Verletzung der Schamgrenzen empfinden oder Schmerzen und Komplikationen befürchten. Da der Koloskopie-Schlauch weich und die eingebaute Kamera ebenso wie die Lichtquelle winzig ist, kann die Untersuchung zwar möglicherweise unangenehm sein, aber:

In der Regel verursacht die Darmspiegelung keine Schmerzen und ist für den Körper nicht belastend.


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