Babypflege: Baden & waschen

Veröffentlicht von: Sandra von dem Hagen (13. Mai 2016)

Sie können Ihr Baby theoretisch täglich baden, wenn das Bad nicht länger als etwa zehn Minuten dauert. Es ist allerdings nicht nötig: Einmal in der Woche baden reicht völlig aus, wenn Sie Ihr Baby täglich einfach mit einem lauwarmen nassen Waschlappen waschen!

Wichtig ist, dass Sie zum Baden einen für Säuglinge geeigneten Badezusatz verwenden: Baden ohne Zusatz trocknet die Haut zu sehr aus. Geeignet für das Babybad sind Badeöle oder pH-neutrale, rückfettende Badezusätze für Säuglinge – wenige Tropfen des Badezusatzes reichen aber völlig aus.

Achten Sie auf die richtige Temperatur – am besten mit einem Badethermometer für Säuglinge, das anzeigt, wenn das Badewasser gut temperiert ist.

Sie können Ihr Baby in einer speziellen Babywanne, in einem Badeeimer und in der ersten Zeit ruhig auch im Waschbecken baden. Wenn das Baby etwas älter ist und sich selber gut aufrecht halten kann, hat es vielleicht Spaß daran, mit Ihnen gemeinsam zu baden.

Zum Waschen können Sie für Säuglinge geeignete Seifen und Shampoos verwenden – viele Produkte bieten beides in einem. Nehmen Sie nur einen kleinen Klecks Seife.

Haare waschen: In den ersten Lebensmonaten Ihres Babys reicht es aus, die Haare mit warmem Wasser und einem weichen Schwamm abzureiben. Shampoo benötigen Sie erst, wenn die Haare dichter werden. Dann bietet sich ein Babyshampoo an. Rubbeln Sie nicht zu kräftig an den Haaren, denn die vordere Fontanelle (Schädelfuge) ist bei Säuglingen noch offen und empfindlich – sanftes Abreiben reicht völlig aus.

Achtung: Lassen Sie auch größere Kinder, die schon alleine sitzen können, niemals unbeaufsichtigt in der Badewanne. Auch größere Kleinkinder, die ausrutschen und mit dem Kopf unter Wasser geraten, können sich nicht wieder selbstständig aufrichten!

Viele Babys und auch größere Kinder lieben es, nach dem Baden mit dem Föhn sanft trockengeföhnt zu werden. Vergessen Sie besonders die Hautfalten nicht. Achtung bei der Temperatur: Halten Sie den Föhn nicht zu nah an die empfindliche Babyhaut und verwenden Sie die niedrigste Stufe.

Anschließend tut es der Babyhaut gut, wenn Sie sie mit einer sanften Bodylotion oder mit Babyöl einreiben. Sie können das mit einer Babymassage verbinden und dem Baden so einen gemütlichen Abschluss geben.

Die Haare können Sie mit einer weichen Babybürste bürsten – so löst sich nach dem Baden auch eventuell noch vorhandener Kopfgneis ("Milchschorf") nach und nach ab.

Wenn Sie Ihr Baby nicht baden, sondern nur waschen möchten, achten Sie auf Folgendes:

  • Verwenden Sie unterschiedliche Waschlappen für die Genitalien und den restlichen Körper.
  • Verwenden Sie weiche Waschlappen.
  • Nehmen Sie lauwarmes Wasser, Seife ist nicht nötig.
  • Reinigen Sie die Hautfalten besonders gründlich, z.B. in der Leiste, hinter den Ohren, im Nacken, in den Ellenbogen- und Kniebeugen.
  • Bei Jungen versuchen Sie bitte nicht, die Vorhaut zurückzuschieben, das kann zu Verletzungen führen. Es reicht, wenn Sie den Genitalbereich von Jungen mit lauwarmem Wasser säubern.
  • Bei Mädchen ist es wichtig, dass Sie den Genitalbereich von vorne nach hinten säubern. So vermeiden Sie, dass Keime vom Analbereich in die Scheide gelangen. Auch hier reicht es aus, lauwarmes Wasser zu verwenden. Seifen können die empfindliche Scheidenflora stören.
Eine Mutter badet ihr Baby. © Jupiterimages/Stockbyte

Viele Babys baden gerne.

Milchschorf

Viele Babys haben noch lange nach der Geburt den sogenannten "Milchschorf". Wirklicher Milchschorf ist eine Form der Neurodermitis, die meisten Babys haben aber einen harmlosen Ausschlag, der nur umgangssprachlich als Milchschorf bezeichnet wird. Richtiger ist der Begriff Kopfgneis oder Gneis.

Kopfgneis äußert sich als gelbliche oder rötliche Krusten und Schuppen, die sich mit der Zeit ablösen und einfach entfernt werden können. Kopfgneis ist unbedenklich und verschwindet mit der Zeit von alleine. Sie können die Krusten mit warmem Wasser, etwas Babyshampoo und einer weichen Bürste lösen. Auch ein weicher Schwamm mit etwas Babyöl kann dabei helfen. Rubbeln Sie aber nicht zu kräftig an der empfindlichen Kopfhaut Ihres Babys.

Babyakne

Oft haben Neugeborene kleine Pickelchen im Gesicht, besonders auf Nase und Wangen. Umgangssprachlich wird das Babyakne genannt. Die Pickelchen sind unbedenklich und verschwinden nach wenigen Wochen von ganz alleine. Sie können nicht viel tun, um der "Babyakne" entgegenzuwirken. Waschen Sie das Gesicht Ihres Babys nur mit lauwarmem Wasser ab, verwenden Sie keine Seife. Cremen Sie das Gesicht anschließend mit einer sanften Baby-Gesichtscreme ein, die nicht zu sehr fettet. Drücken Sie die Pickelchen nicht aus!


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