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Wüssten Sie's? Asiaten vertragen keinen Alkohol!

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

© Jupiterimages/iStockphoto

Kennen Sie das auch? Ein Freund mit asiatischen Wurzeln bekommt schon nach ein, zwei Glas Bier oder Wein einen roten Kopf und klagt, ihm werde schlecht. Lässt sich daraus verallgemeinern, dass Asiaten keinen Alkohol vertragen? Und wenn ja, woran liegt es?

Abgekürzt lässt sich sagen, dass etwa jeder zweite Nordostasiate – etwa Japaner, Chinesen oder Koreaner – Alkohol nur schlecht verträgt. Der Grund liegt in den Genen: Vielen Asiaten aus dieser Region fehlt oder mangelt es an einem gewissen Enzym, das am Abbau des Alkohols mitwirkt. Es trägt den unaussprechlichen Namen "Acetaldehyd-Dehydrogenase", kurz: ALDH.

Der Alkoholabbau erfolgt in zwei Schritten. Schritt 1: Das Enzym Alkohol-Dehydrogenase baut Alkohol zu dem sehr giftigen Acetaldehyd ab. In Schritt 2 wandelt die ALDH den Acetaldehyd in ungiftige Essigsäure um, die dann weiter zu Wasser und Kohlendioxid abgebaut wird. Wichtig ist, dass Schritt 1 und 2 ähnlich schnell erfolgen. Fehlt einem Menschen das Enzym ALDH oder funktioniert es nicht richtig, "überholt" der erste den zweiten Schritt. Unangenehme Folge: Der giftige Acetaldehyd sammelt sich im Körper.

Bei manchen Asiaten hat das Enzym ALDH keine Funktion mehr, bei anderen arbeitet es mit angezogener Handbremse. Je nachdem, welche Form vorliegt, vertragen die Betroffenen Alkohol gar nicht oder nur etwas schlechter als Personen, deren Enzyme nicht verändert sind.

Trinken Menschen ohne ALDH Alkohol, bekommen sie in aller Regel einen roten Kopf, Englisch als "Flush" bezeichnet. Der Acetaldehyd gibt den Gefäßen das Signal, sich zu entspannen – mehr Blut strömt in die Adern, der Betroffene errötet. Ein weiterer Effekt, den viele als noch unangenehmer empfinden, ist die Übelkeit.

Menschen, denen es an ALDH fehlt, trinken in weiser Voraussicht erst gar keinen oder nur äußerst wenig und selten Alkohol. Andere wiederum akzeptieren die Begleiterscheinungen, weil sie nicht auf die berauschende Wirkung des Alkohols oder seine gesellige Komponente verzichten wollen. Schneller betrunken werden einige der Betroffenen, da sie den Alkohol langsamer abbauen und höhere Konzentrationen im Blut (Promille) erreichen.

Positiver Nebeneffekt des Enzymmangels: Die Alkoholkrankheit kommt bei Betroffenen so gut wie nicht vor!

Dr. med. Fabian Weiland (Chefredakteur)

Wie oft trinken Sie alkoholhaltige Getränke?



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