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Alkoholismus: Vom Feierabendbier zur Sucht

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (09. Oktober 2015)

© Jupiterimages/PhotoDisc

Alkoholismus (Alkoholabhängigkeit, Alkoholsucht) ist weit verbreitet: Man schätzt, dass deutschlandweit etwa 1,8 Millionen Menschen alkoholabhängig sind. Weitere 1,6 Millionen Erwachsene betreiben Alkoholmissbrauch, das heißt: Sie gelten zwar nicht als abhängig, trinken jedoch in einem Ausmaß, das ihre Gesundheit gefährdet.

Ob Geburtstag, Silvester oder einfach nur das Feierabendbier: Zu vielen sozialen Anlässen ist Alkohol kaum noch wegzudenken. Gegen ein gelegentliches Glas Wein oder Bier ist nichts einzuwenden. Übermäßiger Alkoholkonsum schadet jedoch der Gesundheit – auch dann, wenn noch kein Alkoholismus vorliegt. Kann ein Mensch seinen Konsum nicht mehr kontrollieren und / oder wird das Trinken zur Gewohnheit, kann sich schleichend eine Alkoholabhängigkeit entwickeln.

Alkoholabhängigkeit kommt in allen sozialen Schichten vor. Insbesondere Jugendliche nehmen vermehrt Alkohol zu sich. Über 100.000 Kinder und Jugendliche bis 25 Jahre leiden Schätzungen zufolge in Deutschland unter Alkoholismus oder sind stark gefährdet, abhängig zu werden. Männer sind mindestens doppelt so häufig von Alkoholismus betroffen wie Frauen. Im Gegensatz zu illegalen Drogen kann man Alkohol fast überall kaufen und somit leicht an die Droge geraten. Damit wird Alkohol besonders gefährlich.

Deutschlandweit gibt es über 1.400 Beratungsstellen, die sich um Menschen mit Alkoholismus und deren Angehörige kümmern. Wer den ersten Schritt macht, hat damit gleichzeitig auch den größten Schritt getan: Sich selbst einzugestehen, möglicherweise an einer Alkoholabhängigkeit zu leiden, ist nicht leicht und bedarf viel Mut. Heutzutage gibt es viele verschiedene Therapiemöglichkeiten bei Alkoholismus, die die persönliche Lebenslage des Alkoholikers berücksichtigen und ihm somit den Entzug erleichtern.

Mehr als 74.000 Menschen sterben jedes Jahr deutschlandweit direkt oder indirekt aufgrund ihres Alkoholkonsums beziehungsweise aufgrund der Kombination aus Tabak oder Alkohol.

Alkoholismus beziehungsweise hoher Alkoholkonsum belastet nicht nur die Gesundheit des Konsumenten, sondern fordert auch indirekte Opfer: Jedes Jahr sterben viele Menschen im Straßenverkehr durch Alkohol am Steuer, und Kinder kommen mit Missbildungen zur Welt, weil ihre Mutter während der Schwangerschaft Alkohol getrunken hat. Jede dritte Gewalttat in Deutschland wird unter Alkoholeinfluss verübt.

Wie oft trinken Sie alkoholhaltige Getränke?



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